Wochenrückblick KW37: Trendwende bei E.ON und RWE?

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Es war die Woche der Übernahmen, doch unabhängig davon hatte die Börse auch sonst einiges zu bieten. Man denke nur mal an die angekündigten Börsengänge von Royal Mail und Twitter. Spannend wird es auch kommende Woche werden, wenn die Fed endlich für Klarheit in Sachen Drosselung der Anleihekäufe sorgt. Eine Senkung der Staatsanleihekäufe um 10 Mrd. US-Dollar kann als eingepreist angenommen werden. Sollte die Fed allerdings keine Drosselung vornehmen wäre das eine große Überraschung und dürfte den Märkten einen Schub verleihen. Allerdings werden auch die Konjunkturprognosen der Fed veröffentlicht, so dass auch hier noch Handlungsbedarf für Anleger und Notenbank entstehen könnten.
Besagten Handlungsbedarf sahen viele Anleger vergangene Woche offenbar bei den zuletzt stark nach unten geprügelten Versorgern E.ON (WKN ENAG99) und RWE (WKN 703712). Doch dank Short-Squeeze-Nachkäufen könnte sich die jüngste Rallye auch als Strohfeuer entpuppen. Es sei denn, nach der Bundestagswahl ändert sich die Energiepolitik fundamental – was aber eher unwahrscheinlich ist. Von daher sieht es eher nicht nach Trendwende aus.

Der DAX und sein Chart

Der DAX ist wieder in der Hand der Bullen. Die überraschende Entspannung im Syrien-Konflikt hat bei den Anlegern für neue Kauflaune gesorgt und den DAX in den letzten mächtig angetrieben. Das Allzeithoch ist wieder zum Greifen nah. Mehr dazu in unserem Ausblick DAX.

Einzeltitel aus Deutschland

Europas größter Softwarekonzern SAP (WKN 716460) hatte die, zugegebenermaßen etwas verwöhnten, Investoren enttäuscht. Grund hierfür und die Tatsache, dass sich der Kurs des DAX-Wertes um fast 20 Prozent von seinem Jahreshoch entfernte, war die Wachstumsschwäche in China. Allerdings ist man bei den Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs überzeugt, dass die strukturelle Wachstumsstory bei SAP intakt ist. Angesichts dieser Einschätzung zeigt sich die SAP-Aktie in der vergangenen Woche deutlich erholt. Mehr dazu hier.
Seit fast zwei Jahren kannte die Aktie des weltgrößten Rückversicherers Munich Re (WKN 843002) nur den Weg nach oben. Doch in diesem Jahr sorgten Umweltschäden, aber auch eine höhere Wettbewerbsintensivität dafür, dass der DAX-Titel Federn lassen musste und sich rund 15 Prozent von seinem Jahreshoch entfernte. Nun konnten die Münchner wenigstens in einem Punkt Entwarnung geben.
Zuletzt hatte es einige Spekulationen gegeben, dass Vodafone (WKN A0J3PN) möglicherweise nicht die geforderten 75 Prozent der Aktien von Kabel Deutschland (WKN KD8888) erhalten könnte. Doch am Donnerstagabend verkündete der britische Mobilfunk-Riese die frohe Botschaft, dass der Deal nun über die Bühne gehen kann. Damit steht der Übernahme nichts mehr im Weg.
Ein Überraschung gab es zudem am Freitag: Da der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum (WKN 704230) nicht komplett übernommen werden konnte, hat sich der Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560) über seine Krankenhaustochter Helios einfach die Mehrzahl der Kliniken gesichert. Damit kommt Fresenius bzw. Helios seinem vor über einem Jahr erstmalig formulierten Übernahme- und Wachstumsplan sehr nahe. Für die Aktie des Gesundheitskonzerns dürfte das durchaus positiv sein. Rhön-Klinikum steht aufgrund der Schrumpfung vor radikalen Veränderungen, die sich auch auf die Aktie von Rhön-Klinikum auswirken könnten.
Rund 85 Prozent der weltweiten Transaktionen werden heute noch mit Papiergeld abgewickelt. Angesichts der technischen Möglichkeiten, die bereits heute vorliegen, mutet diese Tatsache ziemlich rückständig an. Daher können sich Anbieter von Dienstleistungen in dem Bereich Zahlungsabwicklung auf einen enormen Wachstumsmarkt freuen. Diese Chancen sehen die Anleger offenbar ganz besonders beim Zahlungsabwickler Wirecard (WKN 747206). Mehr dazu hier.
Interessante Einstiegschancen sind beim Chemiekonzern Wacker Chemie (WKN WCH888) in Sichtweite. Mehr dazu aus der Sicht von Point & Figure gibt es in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „D-A-CH Rundschau“ jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.

Internationale Einzelwerte

Die mit Spannung erwartete Vorstellung der neuesten iPhone-Generation förderte am gestrigen Abend zumindest eines zu Tage: Apple (WKN 865985) kann nicht „billig“ und will es offenbar auch gar nicht können. Die Reaktionen fielen an den Aktienmärkten sehr deutlich aus, nachdem sich Apple dazu entschlossen hatte, mit dem „günstigen“ Modell iPhone 5C nur zaghaft in den Kampf um die Kunden im niedrigen Preissegment in den Schwellenländern einzugreifen. Mehr dazu hier.
Der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial Average bekommt ab dem 23. September ein neues Gesicht. Der Index erfährt damit die größte Umbildung seit fast zehn Jahren. Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike (WKN 866993), der Kreditkartenanbieter Visa (WKN A0NC7B) und die Investmentbank Goldman Sachs (WKN 920332) dürfen sich über einen Aufstieg in die Wall Street-Eliteliga freuen, während Alcoa (WKN 850206), Hewlett-Packard (HP) (WKN 851301) und die Bank of America (WKN 858388) Platz machen müssen. Dabei ist dies nicht nur der erste Dreier-Tausch seit 2004. Die Neulinge bekommen gleich von Beginn an aufgrund des besonderen Indexaufbaus ein hohes Gewicht. Mehr dazu hier.
Derweil stellen sich immer mehr Anleger die Frage, ob es für die Aktie des kalifornischen Herstellers von Elektroautos Tesla Motors (WKN A1CX3T) angesichts eines beeindruckenden Kursanstiegs in den vergangenen Monaten nicht langsam Zeit für eine kleine Korrektur sein könnte. Immerhin hat die Bewertung des Unternehmens, das gerade einmal rund 500 Autos in der Woche produziert, schon fast fabelhafte Dimensionen angenommen.
Schoeller-Bleckmann (SBO) (WKN 907391) ist Weltmarktführer bei Hochpräzisionskomponenten für die Oilfield Service-Industrie. Die Geschäftsentwicklung von SBO spiegelt mit etwas Zeitverzögerung den Verlauf des Ölpreises wider: Nachdem die Notierungen für das schwarze Gold bis Anfang 2012 steil nach oben geschossen waren, investierten die Ölmultis kräftig in die Produkte und Dienstleistungen von SBO. Kein Wunder, dass der Konzern 2012 neue Umsatz- und Gewinnrekorde erzielen konnte. Aufgrund der anschließenden Korrektur beim Ölpreis konnte SBO im ersten Halbjahr 2013 erwartungsgemäß nicht an die Top-Zahlen anknüpfen.
Ebenfalls aus dem Rohstoffsegment interessant ist die Aktie von C.A.T. oil (WKN A0JKWU). Mehr dazu gibt es in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „D-A-CH Rundschau“ jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen stehen nur wenige Veröffentlichung an. Allerdings kommen bereits die ersten größeren Unternehmen wieder mit Zahlen um die Ecke. So berichten u.a. Deutsche Beteiligungs AG, IVG Immobilien (Montag); Adobe Systems (Dienstag); FedEx, General Mills, Inditex, Manchester United, Oracle (Mittwoch); ConAgra, Rite Aid (Donnerstag) über das abgelaufene Quartal.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
11:00 Uhr: EU; Verbraucherpreise (August)
11:00 Uhr: EU; Arbeitskostenindex (Q2)
14:30 Uhr: USA; Empire State Manufacturing Index (September)
15:15 Uhr: USA; Industrieproduktion (August)

Dienstag
10:00 Uhr: EU; Leistungsbilanzsaldo (Juli)
11:00 Uhr: EU; Handelsbilanzsaldo (Juli)
11:00 Uhr: EU; ZEW-Konjunkturerwartungen (September)
11:00 Uhr: D; ZEW-Konjunkturerwartungen (September)
14:30 Uhr: USA; Verbraucherpreise (August)
16:00 Uhr: USA; NAHB Wohnungsmarktindex (September)

Mittwoch
14:30 Uhr: USA; Baubeginne (August)
14:30 Uhr: USA; Baugenehmigungen (August)
20:00 Uhr: USA; Fed Zinsentscheid

Donnerstag
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 Uhr: USA; Leistungsbilanzsaldo (Q2)
16:00 Uhr: USA; Frühindikatoren (August)
16:00 Uhr: USA; Philly-Fed-Index (September)
16:00 Uhr: USA; Verkäufe bestehender Häuser (August)

Freitag
16:00 Uhr: EU; Verbrauchervertrauen (September)

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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