Große Chancen, extreme Risiken!

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An den Aktienmärkten wird eine Trendbewegung vorbereitet. Wahrscheinlich wird diese sogar nach oben zeigen, aber vorher kann auch noch eine heiße Phase vorgeschaltet werden. Zu viele unkalkulierbare Einflussfaktoren prasseln aktuell auf den Markt ein, so dass man sich mit eindeutigen Prognosen noch zurückhalten muss. Doch im ganz großen Bild lässt sich feststellen: Die aktuelle Konsolidierung (in den USA ist sie schon eine Korrektur) ist die typische Friktion beim Übergang einer liquiditäts- in eine gewinnorientierte Hausse. Und da in den USA die (langen) Zinsen aktuell stärker steigen als in Europa und die Fed schon an „Tapering“ denkt, während die EZB auf dem Gaspedal bleibt, ist es auch „logisch“, dass der US-Markt schwächer als DAX oder Eurostoxx läuft. Nach Abschluss dieser Konsolidierung sollte also der Aufwärtstrend zumindest in Europa wieder aufgenommen werden, denn die Konjunktur zeigt sich doch relativ robust.

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Allerdings gibt es viele Imponderabilien, die diese Sichtwiese gefährden: Der Syrien-Konflikt belastet zunächst wohl nur kurzfristig, kommt es zum Angriff wird das Motto lauten „sell the rumor, buy the fact“, also eine Erleichterungs-Rally, da die größte Unsicherheit gewichen ist. Doch sollte sich ein politische Eiszeit zwischen den Amerikanern (die im schlimmsten Fall die Europäer ins Boot holen) und Russland/China ergeben, womöglich mit scharfen Handelsrestriktionen, dann gefährdet das die Märkte nachhaltig. Dann kann aus einer Korrektur auch eine mehrmonatige Baisse werden. Und das „Tapering“, die Drosselung der Liquiditätszufuhr durch die Fed? Hier ist von den Märkten viel eingepreist, also vorweggenommen. Zudem es ist ja auch so, dass „nur“ das Gaspedal etwas zurückgenommen wird. Es wird nicht gebremst. Aber die psychologische Wirkung sieht man an den T-Bonds. Sollte es dort zu weiteren starken Rückgängen (= Rendite-Anstieg) kommen, dann wird das auch die Aktienmärkte stark belasten, diese Wirkung sah man zuletzt deutlich. Aber dies wäre auch nur ein kurzfristiges Thema, was wohl eher zu einer Bereinigung führen würde, also einem signifikanten Tiefpunkt vor einer Aufwärtsbewegung.

Aber es gibt noch einen weiteren Brennpunkt, der zu anhaltenden Rückgängen führen kann: Verschärft sich die Krise in den Emerging Markets, wird dort weiter massiv Geld abgezogen und kollabieren die dortigen Währungen, dann fällt ein wichtiger Motor der Weltkonjunktur aus und mehrere Monate Baisse sind an der Wall Street und in Europa zu erwarten. Das ist die momentan größte Achillesferse, da hier wenig eingepreist ist! Dagegen ist die deutsche Bundestags-Wahl fast ein Non-Event, zumal eine Rot-Grüne Regierung unwahrscheinlich ist. Es bleibt also sehr spannend. Was man prognostizieren kann:

Größere Bewegungen werden sich in den nächsten Monaten ergeben! Strategien auf fallende/gleichbleibend niedrige Volatilitäten wie Short-Strangles o.ä. sind aktuell absolut tabu! Auch Inline-Optionsscheine o.ä. sollte man nun erst mal meiden. Man unterschätzt oft, wie stark sich Bewegungen entwickeln können und welchen Einfluss eine steigende Volatilität auf die Optionspreise hat. Sollten sich die Problemfelder auflösen, stünde einem DAX von 9500 oder mehr nicht viel im Wege. Aber entpuppt sich die kurzfristig negative Markttechnik als Beginn einer längeren Abwärtsphase (weil sich o.g. Probleme verschärfen), dann sind 7000 im DAX noch ein moderates Ziel!

Ein Gastkommentar von Hans-Jürgen Haack
Kurzfristige Analysen inkl. konkreter Empfehlungen lesen Sie im täglichen Börsenbrief HAACK-DAILY unter www.haack-boersenbrief.de.


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