Wird aus Microsoft ein zweites Apple?

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Bildquelle: Pressefoto Microsoft

Angesichts des bevorstehenden Deals, im Zuge dessen Microsoft (WKN 870747) die Handy-Sparte von Nokia (WKN 870737) für rund 5,44 Mrd. Euro kaufen will, wurden gestern allerhand Prallelen zwischen dem zukünftigen Microsoft und dem heutigen Apple (WKN 865985) gezogen. Allerdings fiel das erste Anlegerurteil alles andere als „apple-like“ aus. Die Microsoft-Aktie ging mit einem Minus von 4,5 Prozent aus dem Dienstaghandel und war damit der schwächste Wert im Dow Jones, während das Papier der Finnen um rund 40 Prozent in die Höhe schießen konnte.

Einerseits scheint an den Finanzmärkten große Einigkeit darüber zu herrschen, dass die Technologieriesen von morgen, die Software- und Hardwareentwicklung in einem Haus betreiben müssen, um erfolgreich zu sein. Allerdings bieten sich für Microsoft mit der Übernahme des Nokia-Kerngeschäfts viele Unsicherheiten, die sich bereits gestern in den Kursverlusten der Aktie des Software-Riesen niedergeschlagen haben. Somit ist es auch zu erklären, dass der noch amtierende Chef Steve Ballmer, die Übernahme als „mutig“ bezeichnete.

Apple und Samsung (WKN 888322) haben den Smartphone-Markt geräteseitig bereits weitestgehend unter sich aufgeteilt. Gleichzeitig ist auch bei den lukrativen Smartphones eine gewisse Sättigung zu erkennen. Der gesamte Markt wächst nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor, da die Hersteller bis auf geringe kosmetische Veränderungen mit keinen Weiterentwicklungen aufwarten können. Zudem sind die Computer-Handys nicht mehr als Luxusgüter zu sehen, was selbst bei den Platzhirschen Apple und Samsung deutlich auf die Margen drückt. Daneben muss sich Microsoft im Niedrigpreissegment zusätzlich mit einer immer stärker werdenden Konkurrenz aus Asien herumschlagen. Ähnlich schwer dürfte es Microsoft bei den Tablet-PCs haben, die gefestigten Marktstrukturen aufzubrechen.

Daneben bleibt die Handy-Sparte von Nokia selbst eine große Wundertüte. Es muss abgewartet werden, ob ein bisher bei den Smartphones wenig erfolgreicher Geschäftsbereich, nun erblühen wird. Gleichzeitig gilt es für Microsoft mit der Integration des Geschäfts eine wahre Mammutaufgabe zu stemmen. Immerhin drängt die Zeit. Zwar verdient Microsoft mit dem Windows-Betriebssystem und der Büro-Software Office sehr viel Geld, allerdings schrumpft der traditionelle PC-Markt, während der Trend zu mobilen Geräten geht und Konkurrenten wie Apple, Google oder Samsung in diesem Bereich drohen, davonzuziehen. Daher muss sich das Unternehmen schnellstens neu erfinden.

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Auf der Chartseite sieht es ebenfalls nach einer dringenden „Neuerfindung“ aus. Lediglich der große Abstand zum GD200 spricht noch für die Aktie und deren langfristigen Aufwärtstrend. Fundamental ist die Aktie mit einem 2014er KGV von 10,5 zwar nicht übermäßig teuer, aber eben auch kein Schnäppchen. Sollte es Microsoft nun aber gelingen durch die Übernahme von Nokia seine eigene Anlegerstory aufzuhübschen, könnte die nächste Zeit durchaus Spannung bringen.

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Bildquelle: Pressefoto Microsoft


1 KOMMENTAR

  1. Kann mir nicht vorstellen, dass sich Microsoft zum zweiten Apple entwickelt. Dafür sind die Grundvoraussetzungen zu verschieden. Apple damals an der Schwelle vor dem Aus und ums Überleben kämpfend. Dafür geht es dem Dino Microsoft noch vie zu gut und der Riese ist viel zu schwerfällig. Deshalb wird auch der Kauf von Nokia keine Trendwende bringen…

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