K+S: Kein Grund für zu viel Euphorie

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Bildquelle: Pressebild K+S

Wem die jüngsten Turbulenzen am Kalimarkt nach dem Ende für die weltgrößte Vertriebsgesellschaft Belarusian Potash Company (BPC) nicht genug waren, der kann heute die neusten Entwicklungen rund um die Verhaftung des Chefs des russischen Düngemittelproduzenten Uralkali, Vladislav Baumgertner in Weißrussland verfolgen. Die Aktie des deutschen Düngemittel- und Salzkonzerns K+S (WKN KSAG88) profitierte von dieser Nachricht und konnte am Montagnachmittag in einem insgesamt schwachen Markt deutliche Kurszuwächse verbuchen und sich an die DAX-Spitze setzen.

Wie eine russische Nachrichtenagentur vermeldet, wird Baumgertner des Amtsmissbrauchs verdächtigt. Er war es, der Ende JuniJuli das Ende für die Vertriebsgesellschaft mit dem weißrussischen Partner Belaruskali für beendet erklärt hatte. In der Folge hatte Belaruskali-Chef Valery Kiriyenko angekündigt, dass der weißrussische Düngemittelproduzent nicht die Absicht hätte, die Partnerschaft bei dem jetzigen Uralkali-Management wieder aufleben zu lassen. Mit den aktuellen Entwicklungen könnte sich das Blatt jedoch wenden und letztlich zu einer Entspannung auf dem Kalimarkt führen.

In Bezug auf die Entwicklung der K+S-Aktie verbleiben allerdings immer noch zu viele Fragezeichen. Selbst wenn die Hersteller in eine Welt vor dem Ende der kartellähnlichen Strukturen um BPC zurückkehren könnten, blieben Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Kalinachfrage. Immerhin hatte die abnehmende Wachstumsdynamik der Volkswirtschaften in China und Indien zu einer unerwartet niedrigen Nachfrage nach Düngemitteln geführt, so dass die Kalipreise nicht erst seit dem Ende für BPC unter großem Druck standen.

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So oder so gibt es derzeit keinen Grund für neue Euphorie in Sachen K+S. Denn: alles in allem ist die Aktie im aktuellen Bereich von knapp unter 20 Euro kein Schnäppchen (mehr).

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Bildquelle: Pressebild K+S


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2 KOMMENTARE

  1. Die heutige Kurserholung basiert einzig auf der (vagen) Hoffnung der Anleger, dass mit der Verhaftung des Uralkali-Chefs die Aufkündigung der Vertriebsallianz mit Belaruskali wieder rückgängig gemacht wird. Was ich mir nicht vorstellen kann, denn die Entscheidung hat er sicher nicht selbst und autonom getroffen, hier spielen ganz andere (politische) Entscheidungen im Hintergrund eine Rolle.

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