Wochenrückblick KW34: Immer neue Commerzbank-Gerüchte und die 8400 im DAX

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Die vergangene Woche bot alles in allem wenig neues. Die Fed äußerte sich unerwartet schwammig über die anstehende Drosselung der Anleihekäufe. Aber immerhin dürfte inzwischen sowohl ein Beginn im September, als auch ein Beginn im Oktober eingepreist sein. Von Seiten der Konjunkturdaten gab es ebenfalls gute Nachrichten. Wie bereits bekannt wuchs die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,7 Prozent. Und auch für die Zukunft sieht es gut aus. Zumindest deuten die Einkaufsmanagerindizes darauf hin. Weitere Impulse in der Richtung dürften am Dienstag vom ifo-Geschäftsklima kommen – hier wird abermals ein Anstieg erwartet.
Bei den Einzelwerten gab es wieder einmal wenig neues. Die Gerüchte bei der Commerzbank (WKN CBK100) kochen auch vier Wochen vor der Bundestagswahl erneut hoch. Dabei dürfte ein Verkauf der Bundesanteile frühestens von der nächsten Bundesregierung beschlossen werden – wenn überhaupt. Noch ist es fraglich, ob überhaupt eine ausländische Bank interessiert ist und ob dies überhaupt politisch gewollt ist. Nach dem Verkauf der HVB nach Italien, wäre sonst eine weitere Großbank in ausländischer Hand. Und das nachdem man mühsam die Fusion von Dresdner und Commerzbank vorangebracht hat. Von daher sind entsprechende Gerüchte wohl interessierten Hedge-Funds-Kreisen zuzuordnen. Für Anleger mit einem längeren Horizont gibt es in Sachen Commerzbank einfach noch nichts wirklich neues.

Der DAX und sein Chart

Der DAX konnte am Freitag zwar die 8400er Marke überwinden. Aber: Der Leitindex pendelt weiterhin in einer Range von gut 200 Punkten seitwärts. Ein Ausbruch bleibt weiter offen. Mehr dazu in unserem Ausblick DAX.

Einzeltitel aus Deutschland

Wer angesichts der jüngsten Turbulenzen am Kali-Markt auf eine bessere Stimmung zwischen den zerstrittenen Partnern der weltgrößten Vertriebsgesellschaft Belarusian Potash Company (BPC) gehofft hatte, muss nun feststellen, dass das Tischtuch zwischen Uralkali und Belaruskali offenbar endgültig zerschnitten ist. Für den deutschen Anbieter K+S (WKN KSAG88) gab es somit erneut schlechte Nachrichten zu verdauen. In der kommenden Woche entscheidet sich dann auch der DAX-Verbleib. Insofern bleibt es spannend, aber voran gehen dürfte es mit dem Kurs dennoch nicht. Von daher: Abwarten und Tee trinken.
Interessante Kurschancen gibt es derzeit beim Industriegasehersteller Linde (WKN 648300). Mehr über die Sicht von Point & Figure gibt es in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „D-A-CH Rundschau“ jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Interessante Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt: Die Deutsche Wohnen AG (WKN A0HN5C) kündigte heute die Übernahme des kleineren Wettbewerbers GSW Immobilien (WKN GSW111) an. Ziel der Übernahme ist die Schaffung des zweitgrößten deutschen Wohnimmobilien-Unternehmens mit rund 150.000 Wohneinheiten und einem Portfoliowert von etwa 8,5 Mrd. Euro. Doch ob der Zusammenschluss auch für die weiteren Kurschancen so positiv ist? Mehr dazu hier.
Für Fussballfans bot die vergangene Woche ebenfalls vieles. Am Mittwochabend konnten sich die Anhänger von Borussia Dortmund (WKN 549309) noch über das schwache Abschneiden des Erzrivalen Schalke 04 in der Qualifikation zur Champions League amüsieren. Am Donnerstag durfte man sich dann beim BVB wiederum über die Rekordergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr 2012/13 freuen. Außerdem könnten die Dortmunder auch in diesem Jahr hervorragende Zahlen präsentieren, da sie anders als der Konkurrent aus Gelsenkirchen bereits sicher für die in sportlicher und finanzieller Hinsicht lukrative Champions League qualifiziert sind. Mehr dazu hier.
Lange Zeit sah es so aus als könnte zooplus (WKN 511170) sein starkes Wachstum nicht in positive Ergebnisse verwandeln. Nun dürfte Europas führender Internet-Händler für Heimtierprodukte seinem Ziel auf Jahressicht schwarze Zahlen zu schreiben ein großes Stück näher gekommen sein. Immerhin stand im zweiten Quartal ein positives Vorsteuerergebnis zu Buche. An den Aktienmärkten zeigte man sich angesichts des positiven Ergebnisses und des anhaltend starken Unternehmenswachstum begeistert. Mehr dazu hier.
Der steile Aufstiegskurs der freenet-Aktie (WKN A0Z2ZZ) gehörte lange Zeit zu den erfreulichsten Börsengeschichten am deutschen Aktienmarkt. Allerdings geriet der Aufschwung des im TecDAX gelisteten Papiers im Frühjahr 2013 ein wenig ins Stocken. Angesichts des deutlichen Umsatz- und Gewinnanstiegs im ersten Halbjahr und der Wachstumsaussichten, die sich durch die vollständige Übernahme der Ladenkette Gravis, die Apple-Produkte vertreibt, ergeben, könnte auch die freenet-Aktie ihren Höhenflug fortsetzen. Kurse über 20 Euro sind in Sicht.
Am Freitag war es mal wieder so weit. Um das Karriere-Portal Xing (WKN XNG888) machten einmal mehr Übernahmegerüchte die Runde. Demnach würde US-Konkurrent LinkedIn (WKN A1H82D) dem Medienkonzern Burda seine Anteile an Xing abkaufen. Die Anleger zeigten sich von den Gerüchten derart begeistert, dass sie der Xing-Aktie an die TecDAX-Spitze und gleichzeitig zu einem neuen Allzeithoch verhalfen.

Internationale Einzelwerte

Es ist gar nicht so lange her, dass Apple (WKN 865985) an den Börsen fast vollständig abgeschrieben wurde. Mit dem wachsenden Interesse von Star-Investoren wie Carl Icahn und den anstehenden Produktneuheiten konnte der Apfelkonzern jüngst wieder deutlich positivere Nachrichten produzieren. Diese Entwicklung dürfte zu einem Problem für Nokia (WKN 870737) werden, da die Finnen zuletzt einiges an Hoffnung aus der zwischenzeitlichen Schwäche bei den großen Konkurrenten Apple und Samsung (WKN 888322) geschöpft hatten. Mehr zu Nokia hier. Bei Apple darf derweil wieder geträumt werden. Mehr dazu hier.
Der österreichische Ölriese OMV (WKN 874341) hat offenbar genug von der Ölproduktion in politisch instabilen Gebieten. Aus diesem Grund ist das Unternehmen bereit rund 2,65 Mrd. US-Dollar in die Hand zu nehmen, um sich an Öl- und Gasfeldern vor den Küsten Norwegens und Großbritanniens zu beteiligen. Dass die Anleger wenig von dem Schritt halten und eher die erwarteten Kosten im Blick haben zeigte sich an dem schwächelnden Aktienkurs von OMV. Mehr dazu hier.
Der österreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) (WKN 907391) konnte im vergangenen Geschäftsjahr noch von Überbestellungen durch seine Kunden und einem historischen Auftragsboom profitieren. 2013 muss das Unternehmen deutlich kleinere Brötchen backen, was im ersten Halbjahr zu einem deutlichen Gewinnrückgang führte. Allerdings konnte SBO nach einem schwachen Auftakt in das laufende Geschäftsjahr eine Verbesserung der Auftragslage feststellen. Mehr dazu hier.
Positive Quartalszahlen standen vergangene Woche bei Wienerberger (WKN 852894) im Blick. Mehr über die Kurschancen gibt es in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „D-A-CH Rundschau“ jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Der Faserhersteller Lenzing (WKN 852927) sorgte mit seinen Halbjahreszahlen ebenfalls für Gesprächsstoff. Eine Überraschung wurde seitens der Österreicher nicht geboten, aber der konkretisierte Ausblick dürfte für mehr Ruhe bei der Aktie sorgen. Vom aktuellen Niveau aus kann also die Trendwende beim Weltmarktführer bei Viscosestapelfasern beginnen.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

Die Berichtssaison bringt auch in der kommenden Woche jede Menge Impulse. So stehen zahlreiche spannende Quartalszahlen auf der Agenda. Es berichten u.a. Tiffany (Dienstag); Accor (Mittwoch); Carrefour, EVN, News Corp., Salesforce.com, Vivendi (Donnerstag); C.A.T.oil, LEG Immobilien, STRABAG (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
14:30 Uhr: USA; Auftragseingang für langlebige Güter und Investitionsgüter (Juli)

Dienstag
10:00 Uhr: D; ifo Geschäftsklima (August)
15:00 Uhr: USA; Case-Shiller-Hauspreisindex (Juni)
16:00 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Conference Board (August)

Mittwoch
08:00 Uhr: D; Einfuhrpreise (Juli)
08:00 Uhr: D; GfK Konsumklima (September)
16:00 Uhr: USA; Schwebende Hausverkäufe (Juni)

Donnerstag
09:55 Uhr: D; Arbeitslosenquote (August)
14:00 Uhr: D; Verbraucherpreise (August)
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 Uhr: USA; BIP (Q2)

Freitag
08:00 Uhr: D; Einzelhandelsumsatz (Juli)
11:00 Uhr: EU; Verbraucherpreise (August)
11:00 Uhr: EU; Economic Sentiment (August)
11:00 Uhr: EU; Industrie- / Verbraucher- / Dienstleistervertrauen (August)
11:00 Uhr: EU; Arbeitslosenquote (Juli)
14:30 Uhr: USA; Persönliche Einnahmen (Juli)
14:30 Uhr: USA; Private Konsumausgaben (Juli)
15:45 Uhr: USA; Chicago Einkaufsmanagerindex (August)
16:00 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Uni Michigan (August)

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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