Apple: Der Countdown läuft

2
Bildquelle: Pressefoto Apple

Die Katze ist aus dem Sack: Am 10. September will Apple sein neues iPhone vorstellen. Dieses Datum will der Wall Street Journal-Blog „All Things D“ in Erfahrung gebracht haben. Laut den Berichten wird das neue iPhone mit dem lange entwickelten Betriebssystem iOS 7 ausgestattet sein, das auch mit den vorangegangenen iPhone-Modellen kompatibel sein soll. Das neue Flagschiff aus dem Hause Apple kommt zu einem extrem wichtigen Zeitpunkt. Denn der Konzern musste im internationalen Smartphone-Markt zuletzt Anteile an den Konkurrenten Samsung abtreten.

Dass die Apple-Jünger das neue Modell herbeisehnen, zeigt ein Blick auf die Verkaufszahlen: Während Apple im Schlussviertel 2012 noch fast 50 Millionen Stück absetzte, fiel die Zahl im Quartal per Ende Juni auf 31,2 Millionen. Im Quartal davor waren es noch 37,4 Millionen. Klar: Die Kunden halten sich kurz vor der Einführung des Nachfolgers mit Käufen zurück. Ob den Kaliforniern der große Wurf gelingt, bleibt abzuwarten. Beobachter rechnen eher mit einem modifizierten iPhone 5S als mit einem völlig neuen iPhone 6.

Der 10. September ist aber auch noch aufgrund eines weiteren Aspekts hoch interessant. Denn angeblich wird Apple auch ein günstigeres iPhone-Modell vorstellen. Jüngst lösten beim chinesischen Portal „WeiPhone“ aufgetauchte Bilder, das weiße Plastikschalen mit der Aufschrift „iPhone 5C“ zeigt, Spekulationen aus. Das „C“ wurde von Experten unter anderem als Abkürzung für „Compact“ interpretiert. Mit einem Billig-iPhone könnte Apple in ein bisher vernachlässigtes Segment vorstoßen. Denn für weniger kaufkräftige Handy-Kundschaft war das iPhone bislang schlichtweg zu teuer beziehungsweise die Kunden mussten auf Auslaufmodelle zurückgreifen. Gerade im Hinblick auf den asiatischen Markt wäre ein preisgünstigeres Modell sehr interessant. Analysten wie Alexander Peterc von Exane BNP Paribas gehen davon aus, dass eine kostengünstigere Version des Geräts schon 2014 für fast die Hälfte der Smartphone-Umsätze von Apple sorgen könnte.

Beim Aktienkurs haben die Spekulationen bereits Spuren hinterlassen: Vom Jahrestief bei gut 385 Dollar hat sich der Titel ein gehöriges Stück entfernt. Allein seit Ende Juni ging es mit der Notiz um gut 18 Prozent nach oben. Damit hat sich die charttechnische Lage spürbar verbessert. Bis zum 10. September dürfte sich jedoch noch reichlich Phantasie aufbauen. Daher empfehlen wir spekulativen Anlegern, sich entsprechend zu positionieren. Um auf steigende Kurse zu setzen, eignet sich ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000CF1XDW8) von der Citi. Es bildet Kursgewinne der Apple-Aktie mit dem Faktor 4,56 ab.

In den Himmel dürften die Bäume jedoch nicht wachsen, schließlich wird Apple sein Wachstumsproblem nicht von heute auf morgen lösen können. Daher sind aktuell auch Inline-Optionsscheine sehr interessant. Bei einem Papier (ISIN DE000SG4AFG9) von der Société Générale liegt der untere KO-Level bei 370 Dollar und somit noch unterhalb des Jahrestiefs. Der Abstand zu dieser Marke beträgt aktuell 21,2 Prozent. Auf der Oberseite ist bis 580 Dollar Platz. Dieser Wert liegt rund 23,5 Prozent entfernt. Der Inliner generiert eine Rendite von 14 Prozent, wenn die Apple-Aktie bis 20. Dezember stets in der Range 370/580 Dollar bleibt. Mit maximal 42,3 Prozent fällt die Renditechance bei einem ebenfalls bis 20. Dezember laufenden Inliner (ISIN DE000SG4F517) deutlich höher aus. Dafür ist der obere KO-Level von 535 Dollar aber auch nur 13,8 Prozent entfernt.

Fazit: Das Mini Long-Zertifikat von der Citi bildet Kursgewinne der Apple-Aktie mit einem Hebel von 4,56 Prozent ab. Würde der Basiswert beispielsweise um fünf Prozent zulegen, käme es beim Turbo zu einem Plus von knapp 23 Prozent. Der Mechanismus wirkt natürlich auch umgekehrt. Sollte die Apple-Aktie wider Erwarten stark fallen, kommt es bei einem Kurs von 384,40 Dollar zum Knock-Out und der Turbo wird zum Restwert zurückgezahlt. Der Abstand zur KO-Schwelle beträgt auf Basis des aktuellen Aktienkurses 17,8 Prozent. Währungsgesichert ist das Mini Long-Zertifikat nicht. Wegen des kurzfristigen Anlagehorizonts stufen wir die Risiken aus Veränderungen des Euro-Dollar-Wechselkurses allerdings als gering ein.

CH_865985_20130813

Zur Charttechnik: Nach einer längeren Durststrecke ist in die Apple-Aktie wieder Leben gekommen: Vom Jahrestief bei gut 385 Dollar hat sich das Nasdaq-Schwergewicht schon ein gutes Stück nach oben gearbeitet. Der Zuwachs allein seit Ende Juni beträgt gut 18 Prozent. Ein positives Signal wäre es, wenn der Titel den Widerstand um 465/470 Dollar überwinden würde. In der Nähe der oberen Marke liegt die 90-Tage-Durchschnittslinie. Darüber trifft die Apple-Aktie bei rund 500 Dollar auf den nächsten Widerstand. Auf diese Marke bezieht sich auch unser Kursziel für das Mini Long-Zertifikat.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Apple


2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here