Wochenrückblick KW31: K+S droht DAX-Rauswurf, ThyssenKrupp nach Beitz-Tod vor Umbruch

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Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart

Für die Historiker unter den Börsianern bot die vergangene Woche einiges. Zuerst brach bei K+S (WKN KSAG99) der Kalipreiskrieg aus und dann starb mit Berthold Beitz 99-jährig „der letzte Kruppianer“ und macht die Zukunft von ThyssenKrupp (WKN 750000) spannend. Doch der Reihe nach. Über den von Uralkali angezettelten Preiskrieg haben wir ja schon ausführlich geschrieben (hier, hier und hier). Doch inzwischen hat sich eine zweite Baustelle eröffnet: Die DAX-Zugehörigkeit. Sollten K+S auch in den kommenden Woche auf dem aktuellen Niveau verharren und zugleich die Aktien von Brenntag oder Metro deutlich zulegen können, sind die DAX-Tage wohl gezählt. Es ist zwar voraussichtlich eine haarscharfe Angelegenheit, doch am Ende wird es eine Entscheidung anhand nachprüfbarer Fakten geben. Für K+S wäre der DAX-Abstieg eine weitere Hiobsbotschaft, denn die Aktie dürfte wohl weiter unter Druck geraten. Doch soweit muss es ja nicht kommen. Vielleicht gibts es kommende Woche endlich fundierte Fakten in Sachen Kalipreiskrieg. Interessant wird die kommende Woche auch für ThyssenKrupp. Nach dem Tot Beitz‘ steht der Großaktionär Krupp-Stiftung vor einem Neuanfang. Gerade hinsichtlich einer möglichen Kapitalerhöhung bei ThyssenKrupp sind das interessante Entwicklungen. In welche Richtung es gehen wird, hängt von dem möglichen Nachfolger ab, hier gibt es aber noch keine fundierten Gerüchte.

Der DAX und sein Chart

In der Wochenmitte hatte der DAX noch seine Atempause fortgesetzt, doch am Donnerstag nahm er wieder Fahrt auf. Ein Angriff auf das Allzeithoch rückt trotz des ruhigen Freitags in greifbare Nähe. Mehr dazu in unserem Ausblick DAX. Auch aus Sicht von Point & Figure sieht es gut aus. Hier hat der DAX ein Kursziel von 9550 Zählern aktiviert und bestätigt.

Einzeltitel aus Deutschland

Die Chaostage bei Siemens hatten vergangene Woche endlich ein Ende: Der bisherige Finanzchef Joe Kaeser löst Peter Löscher an der Spitze des Industriekonzerns Siemens (WKN 723610) ab. Er muss sich nun um den Konzernumbau und die weitere „Fokussierung auf die Kernkompetenzen“ kümmern. Dabei hielten die jüngsten Quartalsergebnisse mit der positiven Entwicklung beim Auftragseingang wenigstens einen Hoffnungsschimmer bereit. Ein Hauch von Aufbruchstimmung in Richtung 90-Euro-Marke.
Gerade durfte Bayer (WKN BAY001) sein 150-jähriges Firmenjubiläum feiern. Nun konnte der Pharma- und Chemieriese zusätzlich einen Gewinnzuwachs im zweiten Geschäftsquartal verbuchen. Allerdings litt die Kunststoffsparte einmal mehr unter der schwachen Konjunktur. Zudem wurde das Vorjahresergebnis durch negative Sondereffekte belastet. Wie gut, dass diese Schwächen mit Hilfe des guten Geschäfts in den Bereichen Pharma und Agrochemie mehr als wettgemacht werden konnten. Mehr dazu hier. Mehr über die Kurschancen aus Sicht von Point & Figure gibt es in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „D-A-CH Rundschau“ jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Bleiben wir beim Gesundheitsthema: Trotz der Ergebnisschwäche bei der Tochter Fresenius Medical Care (WKN 578580) konnte der Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560) im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz- und Gewinnanstieg verbuchen sowie die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr anheben. Mehr dazu hier.
Ganz anders das Bild im Finanzsektor: Das hatte man sich auf Analystenseite, aber auch bei der Deutschen Bank (WKN 514000) selbst ganz anders vorgestellt. Die größte Bank Deutschlands hatte auch im zweiten Quartal mit den Sünden der Vergangenheit zu kämpfen. Das Ergebnis wurde einmal mehr von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten belastet, so dass der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückging. Mehr dazu hier.
Gute Nachrichten gab es derweil diese Woche von Infineon (WKN 623100). Der Halbleiterspezialist bekommt seine Probleme immer besser auf die Reihe. Die jüngsten Zahlen belegen es.
Und dann gab es ja noch die Autowerte. Die Volkswagen Vorzüge (WKN 766403), sie laufen und laufen – wie einst der Käfer. Der erste Blick auf den Point&Figure-Chart der Volkswagen Vorzüge zeigt ein recht positives Bild. Die Aktie befindet sich seit dem Erreichen der 160 Euro am 4.Juli in einem intakten Point&Figure-Kaufsignal. Mehr dazu hier.
Der Premium-PKW-Hersteller BMW (WKN 519000) konnte dieser Tage recht gute Zahlen vermelden. Doch ob die Aktie auch jetzt noch ein Kauf ist, bleibt offen. Der erste Blick auf den Point&Figure-Chart der BMW-Aktie zeigt: Hier sind die Bullen massiv am Werk! Mehr dazu hier.
Der Zahlungsabwickler Wirecard (WKN 747206) konnte seinem Ruf als makellose Trendaktie mal wieder gerecht werden. Die Aktie aus dem TecDAX steigt von einem Hoch zum Nächsten. Neue Kursimpulse liefern die sehr starken Zahlen zum zweiten Quartal.
Bei der Aktie des Medizin- und Sicherheitstechnik-Herstellers Drägerwerk (WKN 555063) steht ein möglicher Ausbruch aus dem Trendkanal im Raum – wäre da nicht dieses negative Analystenupdate, das diesen Ausbruch nachhaltig bremsen könnte.
Im dritten Geschäftsquartal (April-Juni) bekam der Lichtspezialist OSRAM (WKN LED400) einmal mehr die Kosten des Konzernumbaus zu spüren. Allerdings kommt der Börsenneuling mit seinen Umbaumaßnahmen schneller voran als gedacht, so dass das Management die Jahresprognose leicht anheben konnte. Über die Kurschancen haben wir uns in unserem aktuellen Newsletter ausgelassen.

Internationale Einzelwerte

Eine überraschende Entwicklung gab es zuletzt bei Facebook (WKN A1JWVX). Nach etwas mehr als einem Jahr Börsenleben hat die Aktie wieder ihren Ausgabepreis erreicht und damit die Scharte des missglückten Börsengangs im Mai 2012 ausgewetzt. Wenn nun die Gewinne weiter sprudeln steht einer anhaltend positiven Kursbewegung nichts im Wege. Mehr dazu hier.
Ähnlich wie bei der Deutschen Bank, entfiel auch bei der österreichischen Ersten Group (WKN 909943) die positive Überraschung. Die Bank hat weniger verdient. In der Folge sind bei der Aktie lediglich die kurzfristigen Trends noch im grünen Bereich. Mehr dazu hier.
Spannende Resultate gab es auch bei ABB (WKN 919730). Die Analysten haben in der vergangenen Woche höchst unterschiedlich auf die jüngsten Zahlen des Schweizer Energie- und Automationstechnikkonzerns reagiert. Während das Rating in allen Facetten unverändert blieb, wurden die Kursziele vielfach verändert. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

Die Berichtssaison bringt auch in der kommenden Woche jede Menge Impulse. So stehen zahlreiche spannende Quartalszahlen auf der Agenda. Es berichten u.a. HSBC (Montag); Deutsche Post, LANXESS, Merck KGaA, Munich Re, RHI, Sky Deutschland, Tesco und Walt Disney (Dienstag); Andritz, Beiersdorf, Brenntag, Fraport, Freenet, Gigaset, Groupon, Hannover Rück, Kuka, News Corp., Österreichische Post, Polo Ralph Lauren, Prudential, Randgold Resources, Rational, Schuler, Tesla Motors, Time Warner und voestalpine (Mittwoch); Adecco, adidas, Commerzbank, Delticom, Deutsche Telekom, Evotec, Henkel, Nestlé, Rhön-Klinikum und T-Mobile US (Donnerstag); Drillisch (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
09:55 Uhr: D; Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Juli)
10:00 Uhr: EU; Einkaufsmanagerindex Gesamt (Juli)
10:00 Uhr: EU; Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Juli)
10:30 Uhr: EU; sentix-Konjunkturindex (August)
11:00 Uhr: EU; Einzelhandelsumsatz (Juni)
16:00 Uhr: USA; ISM-Dienstleistungsindex (Juli)

Dienstag
12:00 Uhr: D; Auftragseingang Industrie (Juni)
16:00 Uhr: USA; Handelsbilanz (Juni)

Mittwoch
12:00 Uhr: D; Produktion produdzierendes Gewerbe (Juni)
21:00 Uhr: USA; Verbraucherkredite (Juni)

Donnerstag
08:00 Uhr: D; Außenhandel (Juni)
08:00 Uhr: D; Umsatz verarbeitendes Gewerbe (Juni)
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)

Freitag
16:00 Uhr: USA; Großhandel (Juni)

Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart


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