Neue Zeiten bei Facebook?

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Bildquelle: Pressefoto Facebook

Das soziale Netzwerk Facebook war dank des amerikanischen Abhörskandals zuletzt ja eher im Politikteil der Medien zu finden, als im Wirtschaftsteil. Das dürfte sich mit den überraschend guten Quartalszahlen fundamental geändert haben. Denn statt roten Zahlen, vermeldete der Konzern nun erfreulich schwarze Zahlen.

Enttäuschender Börsengang

Der Hype rund um den Facebook-Börsengang im vergangenen Jahr war nach wenigen Wochen Börsenalltag verflogen. Vollkommen überzogene Preisvorstellungen im Vorfeld des IPO führten zwar zum teuersten Börsengang aller Zeit, doch am Ende konnte das Kursniveau nicht gehalten werden. Der Kurs der Facebook-Aktie brach ein. In der Spitze bis auf rund 18 US-Dollar. Der Ausgabepreis hatte mit 38 US-Dollar mehr als doppelt so hoch gelegen. Im Lauf des letzten Jahres konnte sich die Aktie aber wieder von den Tiefen absetzen und pendelte sich zuletzt bei etwa 25 US-Dollar ein. Zumindest bis zum Mittwoch.

Der Rubel rollt

Am späten Mittwochabend legte Facebook die Zahlen zum zweiten Quartal vor und überraschte alle Anleger. Der Umsatz konnte von 1,18 Mrd. US-Dollar auf 1,81 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Am Markt waren zuvor lediglich 1,62 Mrd. US-Dollar erwartet worden. Auf Ergebnisebene wies Facebook einen Gewinn von 333 Mio. US-Dollar aus. Im Vorjahreszeitraum hatte hier noch ein Verlust von 157 Mio. US-Dollar zu Buche gestanden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg von 12 auf 19 US-Cents und übertraf damit die Erwartungen ebenfalls. Diese hatten bei 14 US-Cents gelegen.

Wenn aus Nutzern Werbekunden werden

Besonderen Einfluss auf die Zahlen hatte dabei das Werbegeschäft. Hier stiegen die Erlöse auf 1,6 Mrd. US-Dollar, das sind immerhin 88 Prozent des Umsatzes. Von den gesamten Werbeerlösen stammen zudem 41 Prozent aus der mobilen Nutzung.

Damit scheint Facebook ein altes Problem gelöst zu haben. Angesichts steigender Nutzerzahlen wäre allerdings das Gegenteil auch verheerend gewesen. Zuletzt hatte Facebook nämlich bereits Teile seine Managements verloren. Andere IT-Größen hatten offenbar mehr Zukunftschancen versprochen. Nach diesen Quartalszahlen dürfte sich das Problem aber als lösbar erweisen.

Letztlich muss Facebook nun zeigen, dass es seine Ertragsstärke auf Dauer halten kann. Erst dann kann man wirklich von einer soliden Langfristanlage sprechen. Championsaktien im Vergleich dazu haben dies schon seit vielen Jahren getan. Facebook hat zwar alle Chancen irgendwann dazuzugehören, doch bis dahin vergehen noch viele, hoffentlich gute, Quartale.

Stand: 25.07.2013/ Ein Gastkommentar von Jochen Appeltauer, Chefredakteur Aktien-Ausblick
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Bildquelle: Pressefoto Facebook


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