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Im Fokus Nokia: Noch sehr viele Fragezeichen

Mit den Nokia-Zahlen für das zweite Geschäftsquartal zeigte sich einmal mehr sehr deutlich, wie weit es die Finnen noch haben, bis der einstmals größte Handy-Hersteller der Welt seine Turnaround-Versuche möglicherweise erfolgreich abschließen kann. Auch im abgelaufenen Quartal musste Nokia mit einem Verlust sowie schrumpfenden Umsätzen und Absätzen fertig werden. Allerdings gab es auch dieses Mal einige Hoffnungsschimmer, so dass man die Finnen noch nicht ganz abschreiben sollte.

Im ersten Quartal erzielte Nokia Umsatzerlöse in Höhe von 5,7 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete dies einen deutlichen Rückgang um 24 Prozent. Dagegen fiel der Umsatzschwund mit einem Minus von 3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geringer aus. Allerdings verfehlte das Unternehmen die Markterwartungen deutlich. Laut Reuters lagen die Konsensschätzungen zuvor bei 6,4 Mrd. Euro. Auf der Ergebnisseite schnitt Nokia etwas besser ab. Der Betriebsverlust konnte von 824 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 115 Mio. Euro verringert werden. Unter dem Strich stand am Ende ein Verlust von 278 Mio. Euro zu Buche, gegenüber einem Nettoverlust von 1,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie konnte zudem ein Break-Even erreicht werden, nach minus 0,08 Cent im Vorjahr. Am Markt wurde sogar mit einem Verlust von 0,03 Cent gerechnet.

Trotz einiger Fortschritte auf der Ergebnisseite scheint Nokia derzeit auf dem wichtigen Smartphone-Markt den beiden großen Platzhirschen Apple und Samsung nur wenig entgegensetzen zu können. Die Verkäufe des Hoffnungsträgers Lumia konnten zwischen April und Juni auf 7,4 Millionen gesteigert werden, nach 5,6 Millionen verkauften Modellen im Vorquartal. Allerdings blieb der Absatz unter den Markterwartungen von rund 8,1 Millionen. Daneben musste Nokia einen deutlichen Absatzrückgang für die gesamte Handy-Sparte verkraften. Die Verkäufe fielen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 27 Prozent auf 61,1 Millionen.

Bildquelle: Pressefoto Nokia

Bildquelle: Pressefoto Nokia

Neben seinen Lumia-Smartphones setzt Nokia auch auf eine Erholung beim lange Zeit kriselnden Netzwerk-Geschäft Nokia Siemens Networks (NSN). Zwar mussten die Finnen auch in diesem Bereich im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 17 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro hinnehmen, allerdings stand operativ ein kleines Plus von 8 Mio. Euro zu Buche, nach minus 226 Mio. im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis lag sogar bei plus 328 Mio. Euro. Aufgrund der jüngsten Erholungstendenzen konnte die Nokia-Aktie zwischenzeitlich von der Ankündigung profitieren, wonach die Finnen ihrem Joint Venture Partner Siemens den restlichen 50-Prozent-Anteil an NSN für 1,7 Mrd. Euro abkaufen wollten. Während der Preis und die Erholung in der Netzwerk-Sparte auf der Habenseite des Deals verbucht werden können, wirkt sich der Kauf negativ auf die Verschuldungssituation von Nokia aus. Zudem herrscht im Netzwerk-Geschäft mit den europäischen Konkurrenten Ericsson und Alcatel Lucent sowie den aufstrebenden chinesischen Anbietern Huawei und ZTE ein sehr harter Wettbewerb.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse bei der Nokia-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DX34KU) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 2,87, die Knock-Out-Schwelle bei 2,15 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DX0C18, aktueller Hebel 3,53; Knock-Out-Schwelle bei 3,65 Euro) auf fallende Kurse bei der Nokia-Aktie setzen.

Stand: 22.07.2013/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets
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Bildquelle: Pressefoto Nokia


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