SAP: Kursschwäche zum Einstieg nutzen?

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Bildquelle: Pressefoto SAP SE / Stephan Daub

Getreu dem Motto, dass viele Köche den Brei verderben, will SAP (WKN 716460) die Doppelspitze wieder abschaffen. Co-Chef Jim Hagemann Snabe wechselt aller Voraussicht nach in den Aufsichtsrat von Europas größtem Softwarehersteller. Die Planungen sehen vor, dass Co-CEO Bill McDermott den Konzern nach der Hauptversammlung 2014 alleine führen soll. Während man bei den Walldorfern hofft, damit eine langfristige Lösung gefunden zu haben, befindet sich die weltweite Nummer eins im Bereich der Unternehmenssoftware weiterhin auf Erfolgskurs. Daran dürfte selbst die leicht gesenkte Umsatzprognose im Kerngeschäft nur wenig ändern.

„Wir stehen besser da als je zuvor“, dies sagte Snabe im Interview mit der FAZ. Dabei nannte er die superschnelle Datenbank HANA oder das rasch wachsende Cloud-Geschäft als zukünftige Wachstumstreiber. Allerdings zeigte sich anhand der gesenkten Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr, dass das verlangsamte Wirtschaftswachstum in China nicht spurlos an SAP vorbeigegangen ist. Statt des bisher in Aussicht gestellten Umsatzwachstums im Kerngeschäft mit Software und softwarebezogene Dienstleistungen von 11 bis 13 Prozent, soll es im laufenden Geschäftsjahr nun um mindestens 10 Prozent nach oben gehen. Dagegen wurde die Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis von 5,85 Mrd. Euro bis 5,95 Mrd. Euro bestätigt.

Im zweiten Quartal hatte SAP einen Anstieg der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 4,06 Mrd. Euro ausgewiesen. Der Nettogewinn kletterte sogar um 10 Prozent auf 724 Mio. Euro nach oben. Zwischen April und Juni lag das bereinigte Betriebsergebnis bei 1,2 Mrd. Euro und damit um 4 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.

Wie auch zwischen Januar und März waren es aber auch im abgelaufenen Quartal die enttäuschenden Wachstumszahlen in den aufstrebenden Schwellenländern im asiatisch-pazifischen Raum, die auf Anlegerseite für Enttäuschung sorgten und den SAP-Aktienkurs unter Druck gerieten ließen. Im zweiten Quartal brachen die Software-Verkäufe in der Region Asien-Pazifik sogar um 7 Prozent ein, während in den USA ein Zuwachs um 18 Prozent erzielt werden konnte. Aufgrund dieser Wachstumsschwäche in den Wachstumsmärkten verlor die SAP-Aktie im ersten Halbjahr 2013 rund 7 Prozent an Wert, nachdem das Papier zuvor fast nur den Weg nach oben kannte. Allerdings könnte sich mit dem Rücksetzer auch eine neuerliche Einstiegschance ergeben haben. Immerhin bleiben die langfristigen Ziele bestehen. Bis 2015 will SAP den Umsatz auf 20 Mrd. Euro steigern und eine operative Marge von 35 Prozent erzielen.

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Wir sehen in SAP nach wie vor eine sehr gute IT-Investition. Die Aktie ist charttechnisch zwar angeschlagen, aber der langfristige Trendkanal könnte bald wieder in Beschlag genommen werden. Bei einem positiven Newsflow dürfte der Titel wieder gen Norden streben, schließlich hat Aufsichtsratschef Hasso Plattner weiter die Zügel in der Hand und mit dem Umbau in Richtung Cloud den richtigen Riecher erwiesen. Die jüngsten Rücksetzer könnten langfristig orientierte Anleger durchaus zum (Nach-)Kauf nutzen – auch wenn das 2014er-KGV von 14,7 zeigt, dass die SAP-Aktie kein Schnäppchen ist. Analysten äußerten sich zuletzt weiter in der Grundtendenz positiv. Die DZ Bank („Kaufen“) hat den fairen Wert nach dem angekündigten Rücktritt des Co-Unternehmenschefs von 66 auf 63 Euro gesenkt.

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Bildquelle: Pressefoto SAP AG / Stephan Daub


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