zooplus: Kommt nach dem Umsatzplus der Kursanstieg?

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Bildquelle: zooplus AG

Bei zooplus (WKN 511170) bleibt man nach den Umsatzzahlen zum zweiten Quartal optimistisch. Europas führender Internet-Händler für Heimtierprodukte hat weiter das Umsatzwachstum an erster Stelle im Blick. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte konnte nun die Marke von 100 Mio. Euro Quartals-Gesamtleistung überschritten werden. Damit dürften die auf Jahressicht angepeilten 400 Mio. Euro kein Traum bleiben. Die Aktie setzt derweil ihre Seitwärtsbewegung fort und wartet auf neue Aufbruchsignale.

Insgesamt belief sich die Gesamtleistung im zweiten Quartal auf 101,5 Mio. Euro (+29 Prozent). Die Gesamtleistung entfiel zu 97,2 Mio. Euro auf Umsatzerlöse (2012: 75,2 Mio. Euro) sowie 4,3 Mio. Euro auf sonstige Erträge (2012: 3,6 Mio. Euro).
Auf Sechsmonatssicht erhöhte sich die Gesamtleistung um 30 Prozent auf 198,6 Mio. Euro. Dieser Wert setzt sich zusammen aus Umsatzerlösen von 190,1 Mio. Euro (2012: 145,5 Mio. Euro) und sonstigen Erträgen in Höhe von 8,5 Mio. Euro (2012: 6,8 Mio. Euro).

Unternehmenschef Cornelius Patt nannte die heute veröffentlichten Zahlen „einen wichtigen Meilenstein bei Marketing und Sales“. Mit Blick auf die Aktivitäten in Polen erklärte er: „Mit unserem neuen Fulfilment Center im polnischen Breslau, das im zweiten Quartal erfolgreich startete, verfügen wir nun über einen dritten großen Logistikstandort. Dies ermöglicht uns eine nochmals effizientere Bedienung der mittel- und osteuropäischen Märkte und erhöht zugleich unsere Gesamtkapazität
signifikant – ein wichtiger Baustein zur Erreichung unserer ambitionierten Umsatz- und Ergebnisziele.“

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Charttechnisch ist bei zooplus nur wenig Neues festzustellen. Hauptpunkt ist weiterhin der ordentliche Abstand zum bei rund 38 Euro verlaufenden ansteigenden GD200. Ansonsten sieht es wie bereits im Mai geschrieben eher mau aus. Die Seitwärtsbewegung hat sich in den letzten vier Monaten zwischen 38 und 44 Euro fortgesetzt – ein kürzlich gestarteter Ausbruchsversuch mißlang. Allerdings darf man hierbei auch nicht vergessen, dass der SDAX-Titel durch größere Transaktionen in seinem kurzfristigen Kurs leicht beeinflusst werden kann. Aufgrund der stabilen Eigentümerstruktur darf man die Aktie als sehr markteng bezeichnen. Allein Burda hält über diverse Beteiligungsvehikel über 50 Prozent der Anteile.

Fundamental ist die Aktie mit einem 2014er KGV von 45 durchaus ambitioniert bewertet – allerdings sind solche Kennzahlen bei wachstumsstarken Werten auch eher wenig aussagekräftig – Amazon lässt grüßen. Analysten sind derweil weiterhin positiv für die zooplus-Aktie gestimmt. Die Commerzbank etwa nennt im Rahmen ihrer “Buy”-Einschätzung weiterhin ein Kursziel von 50 Euro. Dieses Niveau dürfte mittelfristig erreichbar sein. Doch dazu müsste ein Ausbruch aus der aktuellen Seitwärtsbewegung gelingen. Nächste Chance dazu besteht am 19. August, wenn Zooplus seinen Halbjahresbericht veröffentlicht. Bis dahin heißt es wohl warten…

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Bildquelle: zooplus AG


5 KOMMENTARE

  1. Es ist schon eine faszinierende Erfolgsstory, die die Zooplus AG da in den letzten Jahren hingelegt hat. Quasi aus dem Nichts zu einem der größten Lieferanten von Tierprodukten in Europa. Allerdings hält der Gewinn lange nicht mit dem Umsatz Schritt und wie Ihr hier auch schreibt, ist die Bewertung mit einem KGV von 45 einfach zu hoch. Weshalb die Aktie vermutlich auch zukünftig nicht wesentlich besser voran kommen wird.

  2. Der Vergleich mit Amazon liegt nahe. Die Bewertung ist auf KGV-Ebene vergleichbar. Beide Unternehmen versuchen so schnell zu wachsen wie es geht, auch auf Kosten des Gewinns. Bei Amazon funktioniert es, vielleicht auch bei zooplus. Ist auf jedenfall mal ein Unternehmen mit spannenden Ideen aus dem SDAX.

  3. Leute. mal ehrlich, schaut Euch das Business der beiden Unternehmen an. Und wo sie aktiv sind. Zooplus mit Amazon zu vergleichen – naja…die Jungs müssen nun mal Geld verdienen, das ist nen deutsches Unternehmen und kein US-Hightech. Die Spielregeln des Marktes sind da unterschiedlich…

  4. An Zooplus ist schön zu sehen, wie unterschiedlich die Anlegerkultur in Deutschland und den USA ist. In Deutschland werden Erbsen gezählt, da wird auch bei immer noch jungen Wachstumsunternehmen nach dem KGV gefragt. In USA dagegen versuchen die Anleger die strategische Vision zu sehen und die kommen dann natürlich zu ganz anderen Bewertungen. Entsprechend wird eine riesige Amazon mit einem KUV von 2 und eine noch ganz am Anfang stehende Zooplus bei höherem Wachstum mit einem KUV von 0,6 bewertet. Was natürlich immer noch viel zu hoch ist … Solange das so ist, wird eine Google oder eine Apple in Deutlschland nie möglich sein. Die hätten in Deutschland für ihr Geschäftsmodell vermutlich nicht einmal Venture Capital bekommen …

  5. Dem kann ich nur zustimmen. Die Schwierigkeit ist nun zu erkennen: Welche Kurse sind in Deutschland möglich, obwohl die genannten Gründe zutreffen. Wird ein KUV von 0,7 gerade noch akzeptiert oder nur eins von 0,6. Und akzeptieren Anleger nur ein KGV im mittleren zweistelligen Bereich oder schaut man doch mal drüber hinweg?

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