Lanxess: Talsohle durchschritten?

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Bildquelle: Pressefoto Lanxess

Die Aktie des Spezialchemiekonzerns Lanxess (WKN 547040) scheint aktuell mit Schwung aus ihrer Talsohle heraus zu wollen. Seit dem Einbruch bis auf rund 43 Euro hat sich die Aktie zuletzt wieder deutlich in Richtung 50-Euro-Marke bewegt. Doch ist die Zeit der Tiefs schon vorbei? Zweifel sind begründet.

Auf neue Impulse in Form von Quartalszahlen muss sich die Anlegerschar noch bis zum 6. August gedulden. Doch nach dem enttäuschend schwach verlaufenen ersten Quartal ruhen die Hoffnungen auf den Monaten April bis Juni. LANXESS selbst erwartet zumindest eine leichte Verbesserung des Geschäfts. Konzernchef Axel Heitmann erklärte bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal: „Die Nachfrageschwäche aus der Reifen- und Automobilbranche hält an, doch der Abbau der Lagerbestände bei unseren Kunden schwächt sich ab. Für das zweite Quartal gehen wir derzeit davon aus, dass das EBITDA vor Sondereinflüssen über dem der ersten drei Monate, aber unter 220 Mio. Euro liegen wird.“ LANXESS erwartet Sondereinflüsse im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für die zusätzlichen Maßnahmen. Und Heitmann weiter: „Das Marktumfeld bleibt schwach und volatil. Vorhersagen sind derzeit schwierig. Dennoch gehen wir für das zweite Halbjahr von einer konjunkturellen Verbesserung der Geschäftslage aus. Asien mit Schwerpunkt China wird sich deutlich besser entwickeln, während die Marktbedingungen in Europa weiterhin schwierig bleiben.“ Im Bereich Agrochemikalien geht der Konzern von einer weiterhin guten Nachfrage aus. Erwartet wird zudem eine moderate Erholung in der Bauindustrie. Die Megatrends Mobilität, Landwirtschaft, Urbanisierung und Wasser bleiben intakt. Insgesamt rechnet der Konzern im Gesamtjahr 2013 mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von unter 1,0 Mrd. Euro. Für 2014 hält LANXESS an seinem mittelfristigen EBITDA-Ziel von 1,4 Milliarden Euro fest, ebenso wie an den angekündigten 1,8 Mrd. Euro im Jahr 2018.

Angesichts der jüngsten Automobilabsatzzahlen darf man die Hoffnung auf ein Ende des Lagerbestandsabbaus dort zumindest in Frage stellen. Da LANXESS ja aber nicht nur von der Automobilkonjunktur abhängt, gibt es auch keine Grund nur schwarz zu sehen. Wie von LANXESS erwartet, dürften sich zumindest die Bereiche Agrochemie und Bau durch Stabilität auszeichnen. Die Hoffnung ruht in allen Fällen aber auf dem zweiten Halbjahr.

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Charttechnisch bleibt die Aktie angeschlagen. Lediglich das rasche Entfernen vom Tiefpunkt bei rund 43 Euro spricht für die Aktie. Analysten äußerten sich zuletzt uneinheitlich. Hauck & Aufhäuser reagierte vergangenen Donnerstag mit einem Upgrade von „Sell“ auf „Hold“ auf den jüngsten Kursverfall. Als Kursziel wurden 46 Euro genannt. Einen Tag später folgte HSBC („Neutral“) mit einer Senkung des Kursziels von 63,50 auf 50 Euro. Hier wurden vor allem Sorgen hinsichtlich des Reifengeschäfts geäußert. Heute folgte Barclays („Equal Weight“) mit einer Kurszielsenkung von 66 auf 55 Euro. Auch hier sieht man die Branche in schwierigem Fahrwasser. Fundamental ist die Aktie mit einem 2014er KGV von unter 9 durchaus als günstig einzuschätzen. Dennoch besteht aufgrund des jüngsten Kursverfalls immer noch die Gefahr, dass der DAX-Aufstieg nur ein Intermezzo bleibt. Zumindest die Juni-Rangliste der Deutschen Börse gibt erste Warnzeichen, dass sich hinsichtlich Marktkapitalisierung etwas bewegen sollte. Mit Brenntag (WKN A1DAHH) stünde ein Chemiedienstleister als passender Branchenersatz im MDAX parat. Sollte dies der Fall sein, würde die LANXESS-Aktie natürlich wieder unter zusätzlichen Druck geraten.

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Bildquelle: Pressefoto Lanxess


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