Loewe: Bringt das Schutzschirmverfahren die Rettung?

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Bildquelle: Pressefoto Loewe

Der Sommer bringt für Anleger der Loewe AG (WKN 649410) weitere schlechte Nachrichten. Heute kündigte der letzte börsennotierte deutsche TV-Hersteller an, dass man im Rahmen des neuartigen Schutzschirmverfahrens eine Rettung versuchen möchte. Der Kurs rutscht einmal nach unten.

In einer Ad-hoc-Mitteilung heißt es:

Der Vorstand der Loewe AG hat beschlossen, zur schnelleren Umsetzung der Restrukturierung und der neu ausgerichteten Unternehmensstrategie beim zuständigen Amtsgericht Coburg einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung für die Loewe AG und ihre Tochtergesellschaft Loewe Opta GmbH zu stellen. Alle anderen in- und ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten weiter wie bisher und nehmen nicht am Verfahren teil. Loewe wird – nach Genehmigung des Verfahrens – weiter vom bestehenden Vorstand geführt und kann zur Sanierung des Unternehmens die Möglichkeiten des neuen Schutzschirmverfahrens nutzen. Der Geschäftsbetrieb am Standort Kronach wird uneingeschränkt fortgeführt.

Das Instrument des Schutzschirmverfahrens, das durch das am 1. März 2012 in Kraft getretene Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) geschaffen wurde, soll es ermöglichen, Loewe auf Basis eines tragfähigen Sanierungs- und Zukunftskonzepts in Eigenverwaltung zu restrukturieren. Während der auf drei Monate befristeten Phase des ‚Schutzschirms‘ ist Loewe vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und bleibt voll handlungsfähig. Es ist das Ziel des Vorstands, Loewe gemeinsam mit strategischen Partnern und Investoren neu auszurichten. Dabei steht insbesondere die bereits begonnene radikale Überarbeitung der Wertschöpfungs- und Positionierungsstrategie im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Ob in diesen drei Monaten wirklich das Ruder erfolgreich rumgerissen werden kann, muss sich zeigen.

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Charttechnisch ist das Bild nach wie vor düster. Auf eine Rettung setzen derzeit wohl nur hartgesottene Optimisten. Selbst wenn die Rettung erfolgreich sein sollte, ist noch nicht klar, ob auf die bisherigen Aktionäre nicht doch noch unbekannte Lasten zu kommen. Von daher, am besten „Finger weg“ und warten bis das Bild etwas klarer wird. Lieber einen Loewe-TV ins Wohnzimmer, als ins Depot. Da hat man mehr davon.

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Bildquelle: Pressefoto Loewe


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