Roche: Defensiver Pharmawert mit Schlagzeilenpotenzial

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Bildquelle: Pressefoto Roche

Im vergangenen Jahr scheiterte der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche (WKN 855167) bei dem Versuch den kalifornischen Gensequenzierer Illumina (WKN 927079) zu übernehmen. Nun brodelt die Übernahme-Gerüchteküche erneut. Demnach soll Roche an der Übernahme von Alexion Pharmaceuticals (WKN 899527) interessiert sein. Allerdings könnte sich auch das Biopharmazie-Unternehmen aus Connecticut als zu teuer erweisen. Letztlich ist bei Roche aber auch so die Welt in Ordnung, so dass der Titel weiterhin interessant bleibt.

Laut Bloomberg heißt es in Finanzkreisen, dass die Schweizer derzeit versuchen würden, die Finanzierung für die Übernahme von Alexion zu sichern. Zudem soll es bereits seit Monaten Kontakte zwischen den beiden Konzernen gegeben haben. Alexion hat mit „Soliris“ genau ein Produkt im Angebot. Es wird bei der Behandlung seltener Bluterkrankheiten eingesetzt. Allerdings ist es gleichzeitig das teuerste Medikament der Welt. Die Kosten belaufen sich pro Jahr und Patient auf mehr als 300.000 Euro. Damit konnte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse von 1,1 Mrd. US-Dollar erzielen. In diesem Jahr sollen die Erlöse sogar auf 1,5 Mrd. US-Dollar ansteigen.

Wie viele andere Pharmakonzerne muss auch Roche zusehen wie es seine Produktpalette erweitern kann, da auch die Schweizer mit der Zeit den Patentschutz auf einige Gewinnbringer verlieren werden. Allerdings bleibt die Frage offen, wie lange sich solch hohe Medikamentenpreise wie bei „Soliris“ angesichts rasant steigender Gesundheitskosten und mit den unter Sparzwang stehenden Regierungen aufrechterhalten lassen werden. Daher könnte sich Alexion für die Schweizer als zu teuer erweisen. Die Papiere schossen nach Bekanntwerden der Übernahmegerüchte zudem nach oben, so dass Alexion an der Börse mit etwas mehr als 22 Mrd. US-Dollar bewertet wird. Das 2014er-KGV von 31 spricht zudem nicht gerade dafür, dass die Papiere derzeit günstig sind.

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Bei Roche wiederum ist die fundamentale Lage anders. Mit einem 2014er KGV von rund 15 ist das Roche-Papier zwar nicht mehr billig, aber als angemessen muss man die Bewertung auch noch nicht sehen. Charttechnisch gesehen, befindet sich das Roche-Papier nach wie vor im stabilen Aufwärtstrend. Analysten äußerten sich zuletzt auch eher positiv. Die Analysten von Vontobel etwa erneuerten heute ihr „Buy“-Rating mit Kursziel 263 CHF. In der Begründung führt man u.a. die defensive Qualitäten des Konzerns, darunter seine starken Cashflows, sein niedriges Patentablaufprofil und seine innovative Pipeline, an. Gerade diese Eigenschaften machen auch aus unserer Sicht die Stärke von Roche aus. Wenn dann hin und wieder noch eine spektakuläre übernahme gelingt, treibt dies das Interesse nur erneut wieder an.

Bildquelle: Pressefoto Roche