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Praktiker: Ende mit Schrecken

Bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker (WKN A0F6MD) zeichnet sich ein Ende mit Schrecken ab. Gestern schrieb ich noch, dass es gilt, 2013 zu überstehen. Seit kurzem scheint auch dies nicht mehr möglich. Es droht die Zahlungsunfähigkeit und damit die Insolvenz.

In einer Ad-hoc-Mitteilung heißt es:

Der Vorstand der Praktiker AG hat die positive Fortführungsprognose für die Praktiker AG und einzelne Gesellschaften der Unternehmensgruppe verneint. Neben dem Insolvenzgrund der Überschuldung ist auch die Zahlungsunfähigkeit der Praktiker AG gegeben.

Die Verhandlungen über zunächst Erfolg versprechende weitere Sanierungsfinanzierungen sind am Abend des 10. Juli 2013 gescheitert, weil einzelne Gläubigergruppen diesen nicht zugestimmt haben. Die alternative Finanzierungslösung war auch notwendig geworden, nachdem die Veräußerung der Anteile an der luxemburgischen Tochtergesellschaft Bâtiself S.A. kurz zuvor wegen Gremienvorbehalten auf Seiten des Käufers nicht abgeschlossen und somit die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf nicht realisiert werden konnten. Diese Erlöse waren im Finanzierungskonzept aus dem Jahr 2012 fest eingeplant.

Der Vorstand wird für die Unternehmensgruppe prüfen, für welche Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge zu stellen sind, und wird so bald wie möglich die Ergebnisse dieser Prüfung veröffentlichen.

Aller Voraussicht nach, dürfte also morgen Insolvenz beantragt werden. Angesichts der negativen Fortführungsprognose droht aktuellen Aktionären ein Totalverlust. Sollte sich nicht noch ein potenter Investor für Teile des Konzerns oder die Gesamtheit der Praktiker AG finden, droht die vollständig Abwicklung. Angesichts der düsteren Lage auf dem Baumarktsegment ist aber die Wahrscheinlichkeit groß, dass nur wenige Teile von Praktiker bzw. Max Bahr überleben. Mittelfristig dürften Konkurrenten wie Obi, Bauhaus oder die börsennotierte Hornbach-Gruppe (WKN 608343) von der (noch drohenden) Pleite von Praktiker profitieren. Aber erst wenn sich die Lage in der gesamten Branchen gebessert hat (siehe Artikel von gestern).

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Bildquelle: Pressefoto Praktiker AG


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