Commerzbank & Co.: Die Deutschen und die Aktie

3
Bildquelle: Pressefoto BÖAG Börsen AG/ Börsen Hamburg und Hannover

Wer einmal von einer Jugendliebe hintergangen wurde, der ist ein gebranntes Kind in Sachen Vertrauen. So ähnlich geht es den Deutschen mit den Aktien, seit die großen Volksaktien über das Land gestreut wurden und nicht den gewünschten (Anlage-)Erfolg brachten. Von einer Commerzbank (WKN CBK100) mal ganz zu schweigen.

In schöner Regelmäßigkeit werden seither Statistiken veröffentlicht, die über das schlechte Aktienklima hierzulande Auskunft geben. Doch dabei sollte man nicht allzu Schwarz sehen. Die Privatanleger haben ja auch aus ihren Fehlern gelernt.

T-Aktie und Co. als Dauerhypothek

Wer erinnert sich nicht noch an die bunten Erfolgsmeldungen im Rahmen des Börsengangs der Deutschen Telekom. Alle wollten Aktionär sein und endlich anstrengungslos das große Geld verdienen.

Die damals gegebenen Versprechungen konnten einfach nicht gehalten werden. Denn von nichts, kommt nichts. Auch bei der Aktienanlage geht es nicht ohne eigenes Engagement. Doch das stand nicht in den bunten Anzeigen. Die Euphorie der späten 1990er Jahren ist lange verflogen. Erst recht, wenn sie von Technologieunternehmen aus dem Neuen Markt ausging.

Solide Anlagen sind verfügbar

Wer sich heute auf dem Frankfurter Parkett umschaut, wird nur mit Mühe schwarze Schafe wie zu Zeiten des Neuen Marktes finden. Die Anforderungen an börsennotierte Unternehmen sind deutlich gestiegen und die Kontrollen weit strenger.

Doch heutzutage muss man sich nicht in die Graubereiche der Geldanlage bewegen um ordentliche Renditen zu erzielen. Selbst mit den meisten Standardwerten aus Dow Jones oder DAX konnte in den letzten Jahren äußerst zufriedenstellende Renditen erzielt werden.

Die Privatanleger haben dazu gelernt

Und von den Erfolgen der Vergangenheit haben sich auch immer mehr Privatanleger in Deutschland anstecken lassen. Man schaue nur mal auf den comdirect Brokerage Index im Juni: Nach 90,6 Punkten im Mai stieg der Index im Juni über alle Wertpapierklassen hinweg auf 104,0 Punkte. Besonders am Monatsende wurde zugeschlagen – genau dann, als der DAX unter 7.800 Punkte gefallen war und der Boden erreicht wurde. Und:

Schwerpunkt der Investments waren dabei Aktien. Der entsprechende Unter-Index stieg von 93,4 Punkten im Mai auf nun 115,7 Punkte. Bei der Wahl der Aktien standen dabei vor allem DAX-Werte auf den Kauforders. Deutsche Standardwerte wie Allianz und BASF sind zu Recht gefragte Papiere. Bei solchen Daten ist mir um die deutschen Privatanleger nicht bange. Sie haben aus Fehlentscheidungen gelernt und setzen nun hoffentlich auf solide Champions-Aktien. Vielleicht werden die im Lauf der Jahre dann zu echten Liebschaften.

Stand: 09.07.2013/ Ein Gastkommentar von Jochen Appeltauer, Chefredakteur Aktien-Ausblick
Jochen Appeltauer erklärt Ihnen im kostenlosen Aktien-Ausblick, wie Sie mit den erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt langfristig Ihr Vermögen ausbauen. Hier kostenlos eintragen!

Bildquelle: Pressefoto BÖAG Börsen AG/ Börsen Hamburg und Hannover


TEILEN

3 KOMMENTARE

  1. Nun ja, den Versprechen durch vollmundige Werbefilmchen mit bekannten Schauspielern glauben heute sicher nur noch die Wenigsten. Das große Problem bei großen Firmen, sie bekommen behördliche Strukturen und die wirkliche Transparenz des Geschäftes geht verloren. In Geflechten von geschäftlichen Verbindungen ist ein Durchblick kaum noch möglich. Schlimm wird es, wenn das Unternehmen selbst den Durchblick verliert und das ist in letzter Zeit immer häufiger zu erleben. Zum Thema CoBa sei soviel gesagt, die wirklichen Zahlen liegen nicht auf dem Tisch und der Strick des Henkers wird immer länger.
    Mit klaren und deutlichen Aussagen über die wirklich bestehenden Probleme, vor allem die Höhe der Probleme, würden der Coba zu einem Befreiungsschlag verhelfen. Die Salamitaktik der miesen Nachrichten verunsichert immer mehr die Anleger und hilft höchstens, den letzten Investoren noch den Glauben an die CoBa zu nehmen……… eine sehr (miese) schlechte Taktik, die nicht gerade zur Vertrauensbildung in die bereits stark gebeutelte CoBa beiträgt.
    Ich beobachte die Coba seit Jahren und bin mir sicher, der große Schlag ins Gesicht aller Anleger wird noch kommen…. natürlich werden Bilanztricks helfen, auch hier ein Bild des gesunden Menschenverstandes im geschäftlichen Sinne darzustellen, nur wirklich glauben kann man diesen Bilanzen nicht und somit auch nicht mehr diesem Unternehmen…… Wer diesen Beitrag für Polemik hält, siehe siich mal die Zahlen der letzten Jahre genau an und hinterfrage !! sämtliche !!
    Kapitalerhöhungen, vor allem, was davon übrig blieb und vor allem für wen…..
    So lange es Unternehmen nicht gelingt, Ihren Aktionären reinen Wein einzuschenken und Diese als lästiges zahlendes Übel zu sehen, solange sollten die Menschen bei solchen Unternehmen Ihr Geld lieber in den Gulli werfen, da hören Sie es wenigstens noch klimpern, wenn es in den weiten des Untergrundes versinkt.

  2. Ich möchte mich Christoph komplett anschließen.

    Peter Bastian hat die Lage auf den Punkt gebracht.
    Solange bei manchen Aktien-Gesellschaften der Aktionär als zu melkende Kuh betrachtet wird, werden wir in Deutschland kaum eine Aktienkultur „hinbekommen“.

    Und dabei wäre das so wichtig, um viele Menschen vor der drohenden Altersarmut zu bewahren.

    Stattdessen werden große Teile der Bevölkerung spätestens bei Eintritt ins Rentenalter merken, dass die getroffenen Vorsorgemaßnahmen wie staatliche Rente und Anleihen nicht ausreichen werden.

    Ich kann übrigens jeden „Normalbürger“ verstehen, der sich von der Aktie mit Grausen abwendet. Allein die Geschehnisse um die DTE und die COBA reichen da schon völlig aus.

    Aber dafür gibts ja die Börsenblogger, die ein wenig Licht in den Aktien-Dschungel bringen 🙂

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here