Rational-Kurseinbruch: Überreaktion oder gerechtfertigt?

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Bildquelle: Pressefoto RATIONAL AG

Nachdem der Hersteller von Großküchengeräten Rational (WKN 701080) seinen Aktionären in den vergangenen Jahren viel Freude bereitet hatte, sorgte der MDAX-Konzern nun mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung für große Enttäuschung, so dass der Aktienkurs am Mittwoch um zeitweise über 18 Prozent einbrach. Doch der Kursrutsch könnte eine Überreaktion sein.

Im zweiten Geschäftsquartal musste Rational einen leichten Umsatzrückgang von 107,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 106,8 Mio. Euro ausweisen. Immerhin konnte währungsbereinigt ein Zuwachs 2 Prozent erzielt werden. Für die enttäuschende Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr machte das Unternehmen insbesondere fehlende Großaufträge aus Asien und Amerika verantwortlich. Im ersten Halbjahr lagen die Umsatzerlöse bei 210,8 Mio. Euro und damit um 3 Prozent (währungsbereinigt +5 Prozent) über dem Wert des Vorjahres. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) musste Rational einen Rückgang um 6 Prozent auf 50,5 Mio. Euro ausweisen. Daraus ergibt sich eine EBIT-Marge von 24 Prozent, gegenüber 26 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Aufgrund des enttäuschenden Geschäftsverlaufs im ersten Halbjahr und vor allem im zweiten Quartal musste Rational nun die Jahresprognose nach unten fahren. Nachdem Rational zuletzt eher durch zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis positiv aufgefallen ist und diese auch für die Zukunft in Aussicht gestellt hat, sollen die Umsätze im laufenden Geschäftsjahr um nur noch 5 Prozent zulegen. Das Ergebnis wird auf dem Niveau des Vorjahres gesehen. Noch vor kurzem hatte Vorstandschef Günter Blaschke in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters die bisherige Unternehmensprognose bekräftigt, wonach Umsatz und Gewinn 2013 im hohen einstelligen Prozentbereich steigen sollten.

Neben den fehlenden Großaufträgen im zweiten Quartal machte Rational auch die jüngsten Schwankungen bei den Wechselkursen für das schwächere Unternehmenswachstum verantwortlich. Daneben hatte das Unternehmen auf eine etwas schnellere Erholung der Konjunktur und damit der auch der Nachfrage in der Eurozone gesetzt. Mit dem schwachen Ausblick dürfte der Aktienkurs möglicherweise noch weiter unter Druck geraten. Immerhin gab es bereits vor der nun ausgesprochenen Gewinnwarnung einige Analystenstimmen, die der Ansicht waren, dass die Rational-Aktie angesichts des steilen Aufwärtstrends mittlerweile zu teuer geworden sei. Beispielsweise hat die Privatbank Hauck & Aufhäuser vergangene Woche Rational von „Hold“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel auf 225 Euro belassen. Doch der heutige Kurssturz könnte durchaus übertrieben sein, denn bei einem Gewinn wie im Vorjahr (8,20 Euro je Aktie) notiert die Aktie auf einem 2013er KGV von etwa 25.

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Mit Kursen von knapp über 200 Euro ist zudem das Niveau von letzten Dezember erreicht. Getrieben durch die guten Prognosen ging es dann im ersten Halbjahr bis über 260 Euro nach oben. Die aktuelle Korrektur ist insofern gerechtfertigt. Aber das weitere Abwärtspotenzial dürfte begrenzt sein. Altaktionäre könnten nun über Gewinnmitnahmen nachdenken oder aber auf ein erneutes Aufkommen des Wachstumspfades 2014 setzen. Für Neuengagements bieten sich Kursstürze wie heute meist an, doch sollte man keine raschen Kursgewinne erwarten. Die erreichte Bewertung von Rational ist hoch und das Wachstum nicht unbegrenzt. Dennoch verfügt Rational nach wie vor über eine technologische Kompetenz, die weltweit seines gleichen sucht.

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Bildquelle: Pressefoto RATIONAL AG


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