Solarworld: Conergy-Pleite ist kein gutes Omen

3
Bildquelle: Pressebild Solarworld

Nun auch noch Conergy (WKN A1KRCK). Jetzt musste also auch das Hamburger Solarunternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Damit fallen die einstigen deutschen Börsenstars weiter um, wie die Fliegen. Derzeit kämpft Europas größter Solarhersteller Solarworld (WKN 510840) ums nackte Überleben. Doch auch hier steht es schlecht: Das Kursziel: 0 Euro ist eindeutig.

In einer heute von Conrgy veröffentlichten Ad-Hoc-Mitteilung hieß es:

„Die Conergy AG stellt am heutigen Freitag beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die wesentlichen deutschen Tochtergesellschaften werden ebenfalls unverzüglich Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Die Unternehmensleitung ist unverändert zuversichtlich, im Rahmen des Insolvenzverfahrens mithilfe eines Investors eine Weiterführung des gesamten Geschäftsbetriebs zu erreichen.“

Laut eines Reuters-Berichts soll es sich dabei um asiatische Investoren handeln, mit denen Conergy vor wenigen Tagen verhandelt hatte. Demnach hätte Conergy seinen Gläubigerbanken am Montag einen Investor präsentiert, der die Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte. Offensichtlich war den beteiligten Banken – darunter auch die Commerzbank (WKN CBK100) – der im Zuge des Sanierungsplans verlangte Forderungsverzicht zu hoch. Die Folgen sind deutlich: Mit dem heutigen Kursrutsch kommt Conergy noch auf eine Marktkapitalisierung von 19 Mio. Euro.

CH_A1KRCK_20130705

Um das Überleben geht es auch bei Solarworld. Erst einmal müssten die Gläubiger und Aktionäre dem Sanierungsplan zustimmen. Allerdings dürfte Solarworld selbst bei einem Durchwinken des Sanierungsplans kaum überlebensfähig sein. In einem Gutachten kommen die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC) zu dem Ergebnis, dass Solarworld selbst nach einem erfolgreichen Schuldenschnitt kaum mehr Wert als die Summe seiner Verbindlichkeiten sei. Angesichts der größer werdenden Probleme im operativen Geschäft, der Kürzungen der Solar-Förderung und sinkender Zubauzahlen in Deutschland können auch die Strafzölle der EU für chinesische Billigimporte kaum mehr helfen.

Bildquelle: Pressebild Solarworld


3 KOMMENTARE

  1. Der Untergang der Solarbranche geht weiter. Anscheinend ein Schrecken ohne Ende statt ein Schrecken mit Ende. Es wird jetzt spannend zu sehen, wie lange sich Solarworld noch über Wasser halten kann. By the way: Danke für den interessanten Artikel. Schöne Grüße, Alex

  2. […] Es hätte so schön werden können: Der IPO-Sommer 2013. Doch es kam anders. Erst der holprige Börsenstart des Gabelstaplerherstellers Kion (WKN KGX888) und nun die Verschiebung des Börsengangs von Deutsche Annington (WKN A1ML7J). Zuvor hatte ja bereits der Wissenschaftsverlag Springer Science einen Rückzieher gemacht und sich in die Arme eines anderen Finanzinvestors geflüchtet. Vielleicht liegt es aber nicht nur am Börsenklima, sondern auch den angebotenen Aktien… Mehr dazu hier. Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S (WKN KSAG88) verzeichnete auf dem Frankfurter Parkett die letzten Wochen ein Tief nach dem anderen. Doch nach dem Fall der 30-Euro-Marke scheint bei knapp 28 Euro eine Bodenbildung einzusetzen. Unterstützt wird das Ganze durch beruhigende Worte von Konzernchef Norbert Steiner und die günstige Aufstockung einer Kreditlinie. K+S ist damit ein heißer Turnaround-Kandidat. Nachdem Siemens (WKN 723610) am Montag endlich seine Lichttochter Osram (WKN LED400) auf das Börsenparkett führen wird, kündigten die Münchener diese Woche den Verkauf ihres 50-Prozent-Anteils am Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN) an Nokia (WKN 870737) an. An der Börse wurde vor allem der Ausstieg bei NSN positiv aufgenommen, da sich Siemens auf diese Weise eines Problemfalls entledigt, der dem Konzern nun schon seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet hatte. Mehr zu Siemens in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie “D-A-CH Rundschau” jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden. Die Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius (WKN 578560) ist durch das breite Unternehmensportfolio schon immer ein “kleiner Gesundheitsfonds” gewesen. Das dürfte sich auch nicht so schnell ändern. Da fallen Probleme in einem Bereich, wie derzeit bei der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) (WKN 578580) zwar ins Gewicht, werden zugleich aber auch durch die anderen Bereiche ausgeglichen. Und nur weil es bei FMC mal etwas schlechter läuft, muss man die Mutter Fresenius nicht gleich mit börsentechnisch aufgeben – dort gibt es ja noch die Bereiche Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed. Mehr dazu hier. Derweil gab es vergangene Woche auch Nachrichten in Sachen Insolvenzen. Mit Conergy (WKN A1KRCK) musste am Freitag also auch das Hamburger Vorzeige-Solarunternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Damit fallen die einstigen deutschen Börsenstars weiter um, wie die Fliegen. Derzeit kämpft Europas größter Solarhersteller Solarworld (WKN 510840) ums nackte Überleben. Da ist die Pleite von Conergy kein gutes Omen. […]

Comments are closed.