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Nokia: Spielball der Spekulanten

Nach einer mehrmonatigen Konsolidierungsphase kommt wieder Bewegung in die Nokia-Aktie. Seit dem Zwischentief im April bei 2,28 Euro ging es bis dato in der Spitze bis auf rund 3,00 Euro nach oben. Nun gelang dem Titel sogar der Sprung über diesen Widerstand. Auslöser war die Meldung, wonach der finnische Handyhersteller den 50-prozentigen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) für 1,7 Mrd. Euro übernimmt. Das ist deutlich weniger als erwartet. Im Februar wurde der Wert des gesamten Unternehmens noch auf etwa fünf Mrd. Euro taxiert.

Auf den ersten Blick erschwert die Transaktion eine Übernahme von Nokia, über die in Marktkreisen in den vergangenen Wochen immer wieder spekuliert worden war. Doch ob die Finnen den Netzwerkausrüster auf Dauer im Konzern behalten werden, ist offen. Somit könnten die Spekulationen bald neue Nahrung erhalten – insbesondere, wenn Nokia beispielsweise die NSN-Produktion auslagert. In finnischen Tageszeitungen wird bereits über solche Schritte gemutmaßt. Als möglicher Käufer von Nokia wird immer wieder Microsoft ins Spiel gebracht – vor allem, seit Nokia sein eigenes Smartphone-Betriebssystem Symbian eingestellt hat und bei Smartphones nun ausschließlich auf Windows Phone von Microsoft setzt.

Außerdem hieß es kürzlich, auch der Telekom- und Handyhersteller Huawei sei offen für eine Übernahme. Inzwischen haben die Koreaner alle Spekulationen, dass Huawei den ehemaligen Handy-Branchenführer kaufen wolle, zwar als „völlig falsch“ bezeichnet. Dennoch konnte sich der Nokia-Aktienkurs auf hohem Niveau halten. Kein Wunder: Das Beratungsunternehmen Interbrand bewertet die Marke Nokia aufgrund des weltweiten Bekanntheitsgrads in einer aktuellen Studie mit 16 Mrd. Euro. Dem steht ein Börsewert von lediglich 11,5 Mrd. Euro gegenüber.

Wir gehen davon aus, dass die immer wieder aufkeimenden Übernahmespekulationen einen neuerlichen Absturz der Aktie verhindern werden. Bleibt eine konkrete Offerte aus, ist aber auch ein Höhenflug vorerst genauso wenig zu erwarten. Denn dazu sind die operativen Probleme Nokias einfach zu groß. Mit dem jüngsten Anstieg hat die Nokia-Aktie den Widerstand bei 3,00 Euro überwunden. Eine massive Unterstützung befindet sich bei 2,65 Euro. Bei der Auswahl von Zertifikaten sollten Anleger allerdings hohe Schwankungen einkalkulieren. Deshalb sind beispielsweise bei Inline-Optionsscheinen große Sicherheitsabstände zu den K.-O.-Levels Pflicht. Ein bis Dezember 2013 laufender Inliner (ISIN DE000SG4ARH2) von der Société Générale mit den KO-Levels 2,30/4,20 Euro erfüllt diese Voraussetzung. Die obere Barriere liegt 40,0 Prozent entfernt, nach unten sind es 23,3 Prozent. Im Erfolgsfall winkt mehr als ein „Verdoppler“ – eine Rendite von 119,8 Prozent.

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Sollte Nokia geschluckt werden, sind Anleger mit StayHigh-Optionsscheinen besser beraten. Denn bei diesen Papieren kommt es lediglich auf eine Schwelle an: Die Aktie darf eine bestimmte Knock-Out-Barriere während der Laufzeit niemals berühren oder unterschreiten. Auf der Oberseite ist es hingegen egal, wie weit die Nokia-Aktie steigt. Entsprechend können Anleger selbst dann gelassen bleiben, wenn von einem Käufer bei einer Übernahme die in Marktkreisen genannten vier bis fünf Euro je Nokia-Aktie auf den Tisch gelegt werden. Bei einem Schein (ISIN DE000SG3X8P4) von Société Générale, der bis Dezember 2013 läuft, beträgt der Risikopuffer 25,0 Prozent. Wer fest davon überzeugt ist, dass es zu einer Übernahme von Nokia kommt, greift zu einem Turbo-Zertifikat (ISIN DE000HV98820) von UniCredit onemarkets. Das Papier hebelt mögliche Kursgewinne mit dem Faktor 5,0.

Fazit: Bei dem StayHigh-Optionsschein auf die Nokia-Aktie von der Société Générale müssen Anleger auf eine wichtige Kursmarke achten: Sofern der Basiswert bis zum Ende der Laufzeit am 20. Dezember stets oberhalb von 2,25 Euro bleibt, wirft der Schein die Maximalrendite von 37,4 Prozent ab. Der Sicherheitsabstand zu dieser K.-O.-Barriere beträgt 26,5 Prozent. Gelingt das Unterfangen nicht, verfällt der Optionsschein praktisch wertlos. Gegen ein solches Szenario sollten sich Anleger mit einem Stoppkurs wappnen.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

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Bildquelle: Pressefoto Nokia


1 Kommentar zu Nokia: Spielball der Spekulanten

  1. Nokia ist ja nun schein seit Monaten extrem volatil unterwegs, also für den geneigten Langfristinvestor schon lange keine Alternative.
    Wer aber mit einem glücklichen Händchen in letzter Zeit kurzfristig bei Nokia aggierte, der konnte schon den ein oder anderen Euro mitnehmen. Und mit den entsprechenden Optionsscheinen war natürlich noch mehr drin, aber das Risiko natürlich ungleich höher.

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