OMV: Chance nach der Nabucco-Niederlage

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Bildquelle: Pressefoto OMV

OMV (WKN 874341) ist der größte börsenotierte Industriekonzern Österreichs. Im Bereich Exploration und Produktion ist OMV in den zwei Kernländern Rumänien und Österreich aktiv und hält ein ausgewogenes internationales Portfolio. Die sicheren Öl- und Erdgasreserven betrugen per Ende 2012 rund 1,12 Mrd. Barrel Öl-Äquivalente (boe), die Tagesproduktion belief sich 2012 auf rund 303.000 boe. Im Bereich Raffinerien und Marketing verfügt OMV über rund 4.400 Tankstellen in 13 Ländern.

Einen schweren Rückschlag musste in der vergangenen Woche das von der Europäischen Union unterstützte Nabucco-Projekt hinnehmen: Die geplante Pipeline wird kein Gas vom aserbaidschanischen Gaskonsortium Shah Deniz II erhalten. Eigentlich sollte die Nabucco-Pipeline von der türkisch-bulgarischen Grenze über Wien nach Europa führen und so die Abhängigkeit von russischem Gas verringern. Doch das Projekt bekam nicht den Zuschlag. Stattdessen soll Erdgas vom Shah Deniz II-Konsortium unter der Führung von BP durch die Trans-Adria-Pipeline (TAP) nach Westeuropa geliefert werden.

Mit Bedauern hat OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss die Entscheidung zur Kenntnis genommen. Schließlich hat der Konzern bei dem Projekt federführend mitgewirkt. Die Niederlage habe aber keinen Einfluss auf die Strategie des Unternehmens: OMV will weiterhin bei der Sicherung und Diversifizierung der Gasversorgung für Europa eine Rolle spielen. Aller Voraussicht nach will OMV im Schwarzen Meer nun selbst nach Gas suchen. Daher schloss Roiss auch den Bau einer eigenen Pipeline am Balkan nicht aus.

Auf den OMV-Aktienkurs hatte die Nabucco-Niederlage so gut wie keinen Einfluss. Im Gegenteil: Als die Nachricht bekannt wurde, stieg die Notiz sogar leicht. Zwar hat OMV bislang rund 50 Mio. Euro in das Projekt investiert. Allerdings ist das Geld nicht verloren. Denn die Arbeit und der Einsatz, die in Nabucco geflossen sind, könnten sich für zukünftige Projekte bezahlt machen. Daher wird OMV auch keine Abschreibungen vornehmen. Die Analysten von HSBC haben das Kursziel für die Aktie sogar von 35 auf 38 Euro angehoben.

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Für ein Szenario steigender Kurse ist ein Mini Future Bull-Zertifikat (ISIN DE000HV9NGQ2) von UniCredit onemarkets geeignet. Das Papier hebelt Kursgewinne des Basiswerts mit dem Faktor 3,95. Der Abstand zur Knock-Out-Barriere von 27,40 Euro beträgt aktuell knapp 20,4 Prozent. So tief notierte der Titel zuletzt Anfang Jänner. Wer hingegen an Kursverluste glaubt, legt sich einige Stücke des Mini Future Bear-Zertifikats (ISIN DE000HY00AJ1) ins Depot. Das Papier setzt Kursverluste des Basiswerts mit einem Hebel von 4,3 in Gewinne um. Der K.o.-Level von 40,60 Euro liegt gut 18 Prozent entfernt.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto OMV


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