Siemens: Analysten jubeln zurecht über Portfoliobereinigung

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Bildquelle: Pressebild Siemens

Nachdem Siemens (WKN 723610) jüngst angekündigt hatte, endlich seine Lichttochter Osram (WKN LED400) auf das Börsenparkett zu führen, verkaufen die Münchener ihren 50-Prozent-Anteil am Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN) an Nokia (WKN 870737). An der Börse wurde vor allem der Ausstieg bei NSN positiv aufgenommen, da sich Siemens auf diese Weise eines Problemfalls entledigt, der dem Konzern nun schon seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet hatte.

Aus diesem Grund blieb die Commerzbank bei ihrer Kaufempfehlung für die Siemens-Aktie. Die Einstufung für Siemens wurde auf „Add“ mit einem Kursziel von 87 Euro belassen. Dass Siemens die Anteile zu diesem Zeitpunkt abstoße, sei eine positive Überraschung, schrieb Analyst Ingo-Martin Schachel in einer Studie vom Montag. Der Preis von 1,7 Mrd. Euro – davon 1,2 Mrd. Euro in bar – sei akzeptabel. Ein Börsengang oder ein Spin-off zum Ausstieg aus dem Joint Venture wäre seiner Ansicht nach mit höheren Risiken verbunden gewesen. Auch wenn der Preis unter seiner Berechnung liege, wiege die Sicherheit der nun erreichten Lösung schwerer. Damit sei der Deal alles in allem positiv zu sehen, hieß es weiter.

Auch beim japanischen Analysehaus Nomura sieht man die Portfoliobereinigung bei Siemens sehr positiv. Das Siemens-Papier wurde zuletzt sogar von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 85 auf 95 Euro angehoben. Die Eigenkapitalrendite (ROE) des Elektrokonzerns dürfte sich angesichts der anstehenden Anteilsverkäufe demnächst nahezu verdoppeln, schrieb Analyst Daniel Cunliffe in seiner jüngsten Studie. Zudem führe laut seiner Einschätzung das Aktienrückkaufprogramm zu einer positiveren Sicht der Aktie.

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Aus charttechnischer Sicht ist das Bild bei Siemens auf den ersten Blick getrübt. Alle wichtigen Indikatoren stehen auf Rot. Dennoch ist die Siemens-Aktie nur wenige Euro von den langfristigen Indikatoren GD100 und GD200 entfernt, so dass sich das Bild auch wieder rasch aufhellen kann. In den letzten Wochen hatte die Aktie dies bereits durch eine deutliche Volatilität gezeigt. Ganz nebenbei ist die Siemens-Aktie angesichts eines 2014er-KGV von 10,6 und einer Dividendenrendite von 4,3 Prozent fundamental attraktiv bewertet.

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Bildquelle: Pressebild Siemens


2 KOMMENTARE

  1. Das sind ja interessante Neuigkeiten. Bei Siemens zeichnet sich in den letzten Jahren ja ein stetiges Auf und Ab ab, nicht zuletzt durch die schlecht laufenden Offshore Windpark Projekte …

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