Kabel Deutschland: Ist das schon Vodafones letztes Wort?

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Bildquelle: Pressefoto Kabel Deutschland

Seit heute ist es offiziell: Die Aktionäre von Kabel Deutschland (WKN KD8888) sehen sich dem ersten offiziellen Übernahmeangebot seitens des britischen Telekomkonzerns Vodafone (WKN A0J3PN) konfrontiert. Doch sind die 84,50 Euro in bar wirklich schon das letzte Wort?

Vodafone bewertet Kabel Deutschland auf Basis dieser Zahlen mit insgesamt 87 Euro je Aktie, entsprechend einem Eigenkapitalwert des MDAX-Unternehmens von rund 7,7 Mrd. Euro. Die Differenz zu den genannten 84,50 Euro entsteht durch die Berücksichtigung der Dividende für das Geschäftsjahr 2012/13 in Höhe von 2,50 Euro je Aktie. Offenbar begrüßen Vorstand und Aufsichtsrat von Kabel Deutschland die Ankündigung von Vodafone, denn beide Unternehmen haben eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, in der bestimmte Absichten festgehalten sind. Doch das Management kann viel entscheiden, wenn die Aktionäre nicht mitmachen. Und die sollte man durchaus bei Laune halten. Da fällt es u.a. negativ auf, wenn die Pressemitteilung zum vierten Quartal bzw. Gesamtjahr 2012/13 nur noch in englischer Sprache vorgelegt wird. Auch wenn die Terminierung der Zahlen einige Tage vorgezogen wird, sollte für ein MDAX-Unternehmen eine Übersetzung vor Veröffentlichung der Zahlen kein Beinbruch sein.

Der Vollständigkeit halber hier die Zahlen fürs vierte Quartal: Die Umsätze stiegen um 5,9 Prozent auf 468 Mio. Euro. Das EBITDA stieg um 6,7 Prozent auf 219 Mio. Euro, dabei stieg auch die EBITDA-Marge von 46,5 auf 46,8 Prozent an. Beim Nettogewinn blieben 47 Mio. Euro bzw. 53 Cent je Aktie nach 60 Mio. Euro und 67 Cent im Vorjahr.

Im Gesamtjahr stieg der Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,83 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 8,4 Prozent auf 862 Mio. Euro. Beim Nettogewinn schließlich wurden 247 Mio. Euro bzw. 2,79 Euro je Aktie ausgewiesen, nach 159 Mio. Euro bzw. 1,78 Euro je Aktie im Vorjahr.

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Der Chartverlauf macht deutlich, wie stark der Titel zuletzt war. Aus fundamentaler Sicht ist die Aktie mit einem 2014er KGV von 27,5 und einer Dividendenrendite von 2,9 Prozent kein Schnäppchen mehr. Dennoch besteht durchaus noch Potenzial, sollte bspw. der weltweit größte Kabelnetzanbieter Liberty Global (WKN A1W0FL) ein Konkurrenzangebot für Vodafone vorlegen. Andere Interessenten traten zwar bislang offiziell nicht in Erscheinung, dennoch besteht auch hier die Möglichkeit zu Überraschungen. Aktionäre sollte daher weiter beobachten und nicht übereilt eine Entscheidung zugunsten von Vodafone treffen. Zumal ja auch erst bei Kursen über 87 Euro der faire Preis an der Börse gezahlt wird.

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Bildquelle: Pressefoto Kabel Deutschland


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