Wochenrückblick KW 25: Commerzbank nähert sich alten Tiefs, Ben lastet auf DAX & Co.

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Das war eine Woche. Die Wochenverluste erinnern an die Höhepunkte der Griechenland-Krise. Dabei wars nur die Fed und ihre wachsweichen Aussagen in Sachen Anleihenkaufprogramm. Wahrscheinlich Mitte 2014 Ende, aber vielleicht auch nicht. Je, nach dem. Dann ist ja noch unklar, ob Ben Bernanke im nächsten Sommer überhaupt noch im Amt ist. Wenn nicht, wer ihm nachfolgt. Warten wirs also ab, mittlerweile müssten die Märkte das ja eingepreist haben. Aber da wären ja noch andere potenzielle Brandherde. In Chinas Banken braut sich derzeit ja auch einiges zusammen und wie die Bank of China da reagiert wird auch interessant sein. Schließlich haben wir da ja noch die gute alte Euro-Krise. In Griechenland droht eine faustdicke Regierungskrise mit offenem Ausgang. Also wohl keine guten Aussichten für den Sommer. Die gibts übrigens derzeit auch nicht für die Commerzbank-Aktie (WKN CBK100). Die nähert sich unaufhaltsam ihrem Tief an. Wer jetzt von Einstiegskursen spricht, irrt vermutlich. Die Probleme sind nach wie vor nicht gelöst und die generelle Zurückhaltung am Markt wird sicher nicht gerade für die Coba-Aktie eine Ausnahme machen.

Der DAX und sein Chart

Es ist schon kurios: Die Aussicht auf eine besser laufende Wirtschaft setzt die Aktienkurse unter Druck, weil die Anleger ein früheres Ende der expansiven Geldpolitik befürchten. Der DAX gab am Donnerstag und Freitag erheblich nach. Wie im Ausblick DAX prognostiziert, steht nach dem Fall der Marke von 7.968 die nächste – allerdings ausgesprochen massive – Unterstützung, an der weiterhin steigenden 200-Tage-Linie, aktuell bei 7.680 im Blick. Auch aus Sicht von Point&Figure sollte diese Marke halten.

Einzeltitel aus Deutschland

Ähnlich wie beim Branchenriesen Allianz (WKN 840400) scheint auch beim kleineren Wettbewerber Talanx (WKN TLX100) die Welt nach der großen Hochwasser-Katastrophe noch in Ordnung zu sein. Die Aktie dürfte daher ihren stabilen Aufwärtstrend weiter fortsetzen können.
Die Aktie von Bertrandt (WKN 523280) war in den vergangenen Jahren mehrfach in aller Munde. Und sie hat die Erwartungen der Investoren nicht enttäuscht. So konnte sie innerhalb der vergangenen zwölf Monate um satte +51% zulegen. Allerdings ist zu bemerken, dass der Elan in den vergangenen Woche deutlich nachgelassen hat. Stand der Wert am 15. Mai noch bei über 97 Euro, sehen wir nun Notierungen um 85 Euro. Höchste Zeit im Point & Figure Chart die wichtigen Kursmarken zu bestimmen.
Für Schlagzeilen sorgte vergangene Woche wieder mal Solarworld (WKN 510840). Offenbar konnte das Unternehmen mit allen Schuldscheingläubigern als weiteren Meilenstein der Restrukturierung eine Einigung erzielen. Was die Gläubiger vielleicht mit einem blauen Auge davon kommen lässt ist für die Aktionäre einmal mehr eine bittere Pille. Mehr zum Solarworld-Drama.
Für Furore sorgten indes die nahenden Börsengänge. Im Immobiliensegment wird dies die Deutsche Annington (WKN A1ML7J) sein. Angeboten werden die Aktien des MDAX-Aspiranten für 18 bis 21 Euro. Gezeichnet werden können die Titel ab dem 20. Juni voraussichtlich bis zum 2. Juli. Die Erstnotierung der Aktien ist dann für den 3. Juli geplant. Mehr dazu hier.
Der zweite Kandidat ist der Gabelstappler-Hersteller KION (WKN KGX888). Warum man dort eher nicht zuschlagen und stattdessen eher auf den SDAX-Titel Jungheinrich (WKN 621993) setzen sollte, haben wir hier erklärt.

Internationale Einzelwerte

Die einstigen Dividenden-Stars aus der europäischen Telekommunikationsbranche mussten in den vergangenen Jahren einen schmerzhaften Transformationsprozess durchlaufen. Dennoch können sie immer noch mit attraktiven Dividendenrenditen aufwarten, während die Restrukturierungsmaßnahmen in vielen Fällen zu schlankeren und konkurrenzfähigeren Unternehmen geführt haben. Mehr dazu hier.
Um im Telekom-Segment zu bleiben: Nokia (WKN 870737) machte dieser Tage mal wieder Schlagzeilen. Keine Guten. Erst verpennt man den Trend mit Smartphones und kann nun nur noch hinter dem Markt her rennen, dann machen sich immer mehr potenzielle Partner vom Acker. Vom Kursverlauf nicht zu reden… mehr dazu hier.
Der Montag war ein guter Tag für den Schweizer Energie- und Automationstechnikkonzern ABB (WKN 919730): Mit Ulrich Spiesshofer wurde ein guter Nachfolger für den scheidenden Konzernchef Joe Hogan gefunden. Der Freudensprung der Aktie zeigt es: Auch die Anleger zeigen sich zufrieden mit der Personalie. Die Aktie könnte nun wieder Gas geben.
Spannende Neuigkeiten gab es von der Österreichischen Post (WKN A0JML5). Das Unternehmen übernimmt einen 25-Prozent-Anteil am türkischen Paketdienstleisters Aras Kargo für rund 50 Mio. Euro. Damit sichert sich die Post den Zugang zu einem wachstumsstarken Zukunftsmarkt. Der Aktie kann dies nur gut tun.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen kommt in der kommenden Woche so langsam Fahrt auf. Es naht die Berichtssaison für das zweite Kalenderquartal. Es berichten u.a. H.B. Fuller (Montag); Barnes & Noble, Carnival, Smith & Wesson (Dienstag); Bed Bath & Beyond, Monsanto, Paychex (Mittwoch); Accenture, ConAgra, HORNBACH, KB Home, Nike, Winnebago (Donnerstag); BlackBerry (Freitag). In Sachen Hauptversammlungen geht die Saison allmählich zu Ende. Es stehen u.a. INDUS (Montag); ALNO, QIAGEN (Mittwoch) auf der Agenda.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
11:00 Uhr: D; ifo Geschäftsklima (Juni)
14:30 Uhr: USA; Chicago Fed National Activity Index (Mai)

Dienstag
14:30 Uhr: USA; Auftragseingang langlebige Güter u. Investitionsgüter (Mai)
15:00 Uhr: USA; Case-Shiller-Hauspreisindex (April)
16:00 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Conference Board (Juni)
16:00 Uhr: USA; Neubauverkäufe (Mai)

Mittwoch
08:00 Uhr: D; GfK Konsumklima (Juli)
14:30 Uhr: USA; BIP (Q1)

Donnerstag
09:55 Uhr: D; Arbeitslosenquote (Juni)
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 Uhr: USA; Persönliche Einnahmen u. Konsumausgaben (Mai)
16:00 Uhr: USA; Schwebende Hausverkäufe (April)

Freitag
08:00 Uhr: D; Einfuhrpreise (Mai)
08:00 Uhr: D; Einzelhandelsumsatz (Mai)
14:00 Uhr: D; Verbraucherpreise (Mai)
15:55 Uhr: USA; Chicago Einkaufsmanagerindex (Juni)
16:00 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Uni Michigan (Juni)

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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