Österreichische Post: Übernahme in der Türkei weckt neue (Kurs-)Phantasien

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Bildquelle: Pressefoto Österreichische Post AG

Spannende Neuigkeiten gab es heute von der Österreichischen Post (WKN A0JML5). Das Unternehmen übernimmt einen 25-Prozent-Anteil am türkischen Paketdienstleisters Aras Kargo für rund 50 Mio. Euro. Damit sichert sich die Post den Zugang zu einem wachstumsstarken Zukunftsmarkt. Der Aktie kann dies nur gut tun.

Bislang werden 80 Prozent der Aras Kargo-Anteile von der Gründerfamilie Aras gehalten, 20 Prozent von der börsennotierten türkischen Is Private Equity. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung und des Eintritts aufschiebender Bedingungen wird die Österreichische Post diesen 20-Prozent-Anteil plus 5 Prozent von der Familie Aras übernehmen, welche somit auch weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung von 75 Prozent hält.

Aras Kargo ist mit einem Jahresumsatz 2012 von rund 250 Mio. Euro sowie ca. 46 Millionen Paketen und 32 Millionen Dokumenten pro Jahr einer der führenden türkischen Paketdienstleister. Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren im Paketgeschäft tätig und verfügt über einen Marktanteil von über 25 Prozent. Aras Kargo konnte in den vergangenen Jahren überproportional vom Wachstum des türkischen Marktes profitieren und Umsatzsteigerungsraten von über 15 Prozent p.a. verbuchen. Auch die Profitabilität des Unternehmens konnte stetig verbessert werden – im Geschäftsjahr 2012 wurde eine EBITDA-Marge von über 10 Prozent erzielt. Die Österreichische Post erzielte 2012 einen Wert von 11,5 Prozent. Aras Kargo verfügt mit ca. 800 Shops, 28 Verteilzentren und 2.600 Zustellfahrzeugen über ein flächendeckendes Netzwerk in der Türkei und beschäftigt rund 5.400 angestellte Mitarbeiter.

Interessantes Detail der Vereinbarung ist eine Call-Option in 2016. Demnach hat die Oesterreichische Post das Recht – auf Basis des Unternehmensergebnisses 2015/2016 – weitere 50 Prozent der Unternehmensanteile von der Familie Aras zu erwerben, womit sich ihre Beteiligung auf 75 Prozent erhöhen würde.

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Aus charttechnischer Sicht ist die Aktie zuletzt kein Must-Have gewesen. Derzeit stehen am GD200 neue Signale aus. Dennoch sollte man sich immer die solide Geschäftsbasis der Ex-Post-Monopolisten ins Gedächtnis bringen, die durch den Zukauf nun neuen Schub erhalten. Angesichts eines 2014er-KGV von 13 dürfte es zwar auch am Österreichischen Aktienmarkt günstiger bewertete Papiere geben, allerdings kann sich die Dividendenrendite von 5,8 Prozent mehr als nur sehen lassen. Gepaart mit der Türkei-Phantasie durchaus ein Grund mal näher hinzuschauen.

Bildquelle: Pressefoto Österreichische Post AG


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