US‐Immobilienmarkt: Der Aufschwung geht in die nächste Runde

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Die Diskussion über ein mögliches Ende der ultralockeren Geldpolitik hat die US-Immobilienaktien stark belastet. Denn steigende Zinsen wären Gift für die Branche. Bis es tatsächlich zu einer Wende kommt, dürfte es allerdings noch dauern. Angesichts der positiven Signale, die der US-Häusermarkt zuletzt gesendet hat, sollten Anleger den Rücksetzer als Einstiegssignal begreifen. Zwar fiel die Zahl der Baubeginne im April etwas enttäuschend aus. Jedoch kletterten die Baugenehmigungen – der wichtigste Indikator für die künftige Bautätigkeit – um 12,9 Prozent auf eine Million. Das ist das höchste Niveau seit fast fünf Jahren.

Auch die Häuserpreise haben sich zuletzt massiv erholt: Der S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex lag im März 10,9 Prozent höher als im Vorjahr. Damit hat das wohl wichtigste US-Immobilienbarometer, das die Preisentwicklung in den 20 größten US-Städten misst, nicht nur besser abgeschnitten als erwartet, sondern auch den höchsten Stand seit sieben Jahren erreicht – kein Wunder, dass einige Analysten davon ausgehen, dass der größte Teil der Erholung schon hinter uns liegt. Jedoch ist und bleibt das Zinsniveau historisch gesehen extrem niedrig. Insofern sehen wir die jüngsten Kursrückgänge in dem Sektor eher als willkommene Einstiegsgelegenheit – und nicht als Ende des jahrelangen Aufwärtstrends.

Wer auf eine weitere Erholung am amerikanischen Häusermarkt setzen will, kommt an Zertifikaten nicht vorbei. Beispielsweise bildet der US-Housing-Basket (ISIN DE000VT5C7S0) von Vontobel 17 Titel aus den vier Sektoren Bauunternehmen, Baumärkte, auf Hypotheken spezialisierte Banken sowie Industriewerte mit Geschäftsbezug zum Häusermarkt ab. Kleines Manko: Die Laufzeit des Zertifikats endet schon in einem Jahr.

Ohne Laufzeitbegrenzung ist das Zertifikat auf den Stoxx Americas 600 Real Estate Cap Index (ISIN DE000HV5A7Y5) von UniCredit onemarkets versehen – unser Favorit. Der Basiswert bildet die Wertentwicklung der 30 größten Immobilienaktien Nordamerikas ab. Auch zwei kanadische Firmen sind im Index dabei. Korrekturen sind für den Stoxx Americas 600 Real Estate Cap Index nichts Neues: Schon einmal – im August 2011 – erlebte das Auswahlbarometer einen scharfen Einbruch: Innerhalb kurzer Zeit ging es von gut 190 Punkten auf fast 150 Zähler nach unten. Damals brauchte der Index rund vier Monate, um den Schock zu verdauen. Mit gut 16 Prozent Minus hat die aktuelle Korrektur noch nicht das damalige Ausmaß (minus 21 Prozent) erreicht. Hält die Unterstützungszone bei 235 Punkten, ist damit auch nicht mehr zu rechnen. Eine Erholung könnte den Index zunächst bis 250 Punkte nach oben bringen.

Auf die Entwicklung im US-Wohnimmobilienmarkt setzt das Zertifikat auf den S&P Homebuilding Index (ISIN NL0000423200) von der Royal Bank of Scotland. In dem Auswahlbarometer sind Unternehmen zusammengefasst, die im Bereich Ein- und Mehrfamilienhäuser ihr Geld verdienen.

Ausschließlich Real Estate Investment Trusts (REITs) umfasst das Zertifikat auf den GPR/RBS Vereinigte Staaten Top30 REIT Property TR Index (ISIN NL0000048726) von der RBS. REITs sind börsenotierte Gesellschaften, die Immobilien oder Ländereien besitzen oder verwalten und ihre Gewinne aus Mieteinnahmen, Verpachtung oder Verkäufen erzielen. Das Besondere an REITs: Sie sind verpflichtet, einen extrem hohen Anteil der Gewinne an die Aktionäre auszuschütten. Wegen der hohen Dividendenrenditen sowie der Stabilität der Erträge sind REIT-Aktien weniger volatil als „klassische“ Immobilientitel. Diesen Umstand macht sich das Index-Zertifikat auf den REITs Low Volatility Performance-Index (ISIN DE000VT0RLV8) von Vontobel zunutze. Das Papier investiert jeweils in die fünf REITs mit der niedrigsten historischen 90-Tage-Volatilität aus den Regionen Asien, Australien, Europa und Nordamerika. Ein pures „US-Play“ ist das Papier damit natürlich nicht.

Fazit: Die Erholung am amerikanischen Immobilienmarkt ist von den aktuellen Diskussionen über die US-Geldpolitik belastet. Der Durchhänger dürfte allerdings nur von kurzer Dauer sein. Denn um ein Ende des Aufschwungs heraufzubeschwören, ist es zu früh. Anleger, die breit gestreut in den Sektor investieren wollen, sollten sich das Zertifikat auf den Stoxx Americas 600 Real Estate Cap Index ansehen. Das Auswahlbarometer ist ein Unterindex des Stoxx Global 1800 Index, der sich aus den gemessen an der Freefloat-Marktkapitalisierung größten Aktien der weltweit entwickelten Volkswirtschaften zusammensetzt. Mit Aktien aus den USA und Kanada bietet der Basiswert Zugang zum nordamerikanischen Immobiliensektor. Der Index ist entsprechend der Freefloat-Marktkapitalisierung gewichtet und jedes Mitglied ist mit maximal 20 Prozent enthalten. Beim Zertifikat fällt eine moderate Verwaltungsgebühr von 0,15 Prozent jährlich an. Nettodividenden werden angerechnet.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

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