Jungheinrich-Wettbewerber KION nicht zeichnen

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Bildquelle: Pressefoto KION GROUP AG

Der nächste Börsengang naht unaufhaltsam: Ende nächster Woche will der Gapelstaplerhersteller KION GROUP AG (WKN KGX888) auf dem Frankfurter Parkett debütieren. Der Konkurrent des SDAX-Titels Jungheinrich (WKN 621993) ist allerdings alles andere als ein Schnäppchen. Von daher sollten Kleinanleger die Finger von KION lassen.

Zum Bewertungsvergleich Jungheinrich/KION bitte auch diesen Artikel lesen.

KION hat 2012 den Konzernumsatz um 8,2 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro gesteigert. Das bereinigte EBIT legte um 20,2 Prozent auf 438 Mio. Euro zu, womit sich eine EBIT-Marge von 9,3 Prozent ergibt. Jungheinrich wiederum erzielte 2012 einen Konzernumsatz von 2,23 Mrd. Euro (+5 Prozent). Das EBIT lag mit 150 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge wiederum belief sich auf 6,7 Prozent. Auf Basis dieser Zahlen läge zweifelsohne KION vorne. Doch nun kommt die Bewertung ins Spiel.

Die Preisspanne der KION-Aktie liegt zwischen 24,00 und 30,00 Euro je Aktie. Seit gestern können Anleger voraussichtlich noch bis zum 26. Juni 2013 ihr Angebot einreichen, bevor am 28. Juni 2013 die Erstnotiz erfolgen soll. Am unteren Ende der Preisspanne käme KION so auf eine Marktkapitalisierung von 2,4 Mrd. Euro gegenüber 570 Mio. Euro bei Jungheinrich (auf Basis der börsennotierten Vorzugsaktien). Setzt man nun Marktkapitalisierung und EBIT in ein Verhältnis kommt man bei KION auf einen Wert von 5,5. D.h. KION wird im günstigsten Fall mit dem 5,5-fachen des EBIT bewertet, während Jungheinrich nur mit dem 3,8-fachen EBIT (auf Basis der börsennotierten Vorzugsaktien) bewertet wird. Berücksichtigt man allerdings auch die nicht gehandelten Jungheinrich-Stämme erhöht sich die Marktkapitalisierung auf 1 Mrd. Euro und die Kennzahl verändert sich wieder zu Gunsten von KION (6,6). Siehe dazu diesen Artikel.
Wenn man das Zahlenspiel mit anderen Werten macht, so wie es etwa die Privatbank Hauck & Aufhäuser tat, ist Jungheinrich wieder im Vorteil. Blickt man auf das (theoretische) KGV für 2012 so kommt man bei KION (am unteren Ende der Preisspanne: 24 Euro) auf 14 (160 Mio. Euro Gewinn bei 99 Millionen Aktien) und für Jungheinrich auf 9,2.

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Aufgrund der mit dem Börsengang verbundenen Kapitalerhöhungen verschaffen sich vor allem die Altaktionäre von KION Luft. Wer sich also für Gabelstapler interessiert, ist bei Jungheichnrich deutlich besser aufgehoben. Zu einem ähnlichen Schluss kamen wir bereits vor zwei Wochen hier. Und auch Analysten äußerten sich zuletzt entsprechend. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser argumentierte ähnlich pro Jungheinrich und erneuerte das Rating „Buy“ mit einem Kursziel von 46 Euro. Wer sich indes partout für KION interessiert, sollte warten bis die Aktie einige Tage börsennotiert ist und dann erneut eine Marktbewertung vornehmen.

Bildquelle: Pressefoto KION GROUP AG


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