Im Fokus: Deutsche Bank – Ackermann´s Institut will nun an die mondänen Kunden ran

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Erst letzte Woche hat er es wieder allen gezeigt. Der Schweizer an der Spitze der größten deutschen Bank. Denn die Deutsche Bank hat ihren Quartalsgewinn bekanntlich um 67% steigern können. Nach Steuern bleiben 1,1 Mrd. Euro. Passt. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) betrug 1,64 Euro (Vorjahr: 1,27 Euro).

Auch diese Daten hören sich nicht schlecht an: Im ersten Halbjahr 2009 lag der Gewinn nach Steuern bei 2,3 Mrd. Euro, nach 504 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2008. Vor Steuern belief sich der Gewinn auf 3,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 388 Mio. Euro). Die Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) betrug 19 Prozent (Vorjahr: 3 Prozent). Gemäß Zielgrößendefinition erreichte die Eigenkapitalrendite vor Steuern 20 Prozent (Vorjahr -4 Prozent).

Man mag Ackermann nicht mögen (viele denken hier an das V-Zeichen in einem bestimmten Prozess..), aber der Mann hat es drauf. Die Deutsche Bank gehört nun wieder in der Branche als einzig deutsches Institut zu den Top30. Mit Platz 27.

Und die Bank-Jungs wollen noch mehr. Jetzt haben Sie die Privatkunden im Visier. Erst vor einer Woche war ich geschäftlich auf Sylt. Beim Polo. Beim Sal. Oppenheim Gold Cup 2009. Da kam mal wieder das Who is Who der deutschen Industrie-, Bank- und Livestyle-Szene an. Wer halt mal grad Zeit für nen Gläschen Champus hatte. Da gaben sich noch diverse Sal Oppenheim-Manager sehr herablassend, was die deutsche Bank-Szene angeht. Man sei schließlich Europas führende unabhängige Privatbankgruppe.

Seit heute wissen wir. Das Wort „unabhängig“ könnte bald weg sein. Denn Sal. Oppenheim kämpft mit schweren Problemen. Man hat schlicht und einfach sich bei Arcandor und den Immobilienkonzern IVG verspekuliert. Die Beteiligungen liegen zwar in einer von der Bank getrennten separaten Holding, die den gleichen Eigentümern wie Sal. Oppenheim gehört, die Probleme werden dadurch aber nicht kleiner. Und das kommt der Deutschen Bank zugute. Die haben es auf die vermögenden Kunden abgesehen. Nun prüfen die beiden Banken eine „strategische Partnerschaft“. Ich finde dieses Wort wirklich hübsch.

Die Deutsche Bank habe laut der FTD ein unverbindliches Angebot für eine Kapitalbeteiligung an dem in Luxemburg ansässigen Geldhaus abgegeben. Und man ist nun noch eine Runde weiter: Die Privatbank habe einer Prüfung der Bücher durch die Deutsche Bank zugestimmt. Nach FTD-Informationen will sich die Deutsche Bank zunächst mit einer Minderheitsbeteiligung engagieren. Eine Mehrheitsbeteiligung oder sogar Übernahme könnte aber in einem zweiten Schritt erfolgen. Die Zeit wird es bringen. Ackermann dürfte den nächsten großen Coup abschließen und seine ewigen Gegner wieder mit einem guten Job die Argumente entreißen. Da kann man sich dann mal wieder die Aktie der Deutschen Bank anschauen. Wenn überhaupt ne Bank-Aktie, dann diese wohl. Solche Deals bekommt nämlich eine Commerzbank nicht hin… Mal ganz abgesehen von den Q-Zahlen…

Aktuell gewinnt die Deutsche Bank-Aktie 0,1% auf 46,60 Euro hinzu, der DAX notiert nahezu unverändert bei 5.417 Punkten.


1 KOMMENTAR

  1. Bei der Betrachtung von Ergebnissen, steht immer die Frage, wie sie erwirtschaftet wurden. Der „Quartalsgewinn“ der Deutschen Bank resultiert nicht aus dem operativen Geschäft sondern aus Anwendung der neuen IFRS-Regeln auf die Bewertung von Vermögen und Beteiligungen. Das operative Geschäft der Deutschen Bank (Zins- und Provisions-Überschuss) ist gegenüber dem Vorjahresquartal massiv eingebrochen, die Kosten sind im Gegenzug explodiert und die Bank musste zudem eine Milliarde Euro an Risikovorsorge für faule Kredite einstellen. Rechnet man die Ergebnisse nach „Fair Value“ 2,6 Mrd. Euro und „Equitymethode“ 206 Mio. Euro aus dem Quartalsgewinn heraus, dann schlägt ein Verlust von satten 1,7 Mrd. Euro zu Buche.

    Das ist kein gutes Ergebnis.

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