Deutsche Annington-Börsengang: Wieviele Immobilientitel verträgt der Kurszettel

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Annington Immobilien SE

Der Kurszettel der deutschen Börsen und der großen Indizes wird immer mehr von Immobilientiteln bevölkert. Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass Börsenneuling LEG Immobilien (WKN LEG111) nun in den MDAX aufsteigt, kündigte heute die Deutsche Annington Immobilien SE (WKN 522940) noch für 2013 ihren Börsengang an. Damit würde auch der deutsche Branchenführer endlich börsennotiert sein. Am Ende könnte die weitere MDAX-Zugehörigkeit eines Immobilientitels, wenn nicht gar DAX-Aufnahme winken.

Zu den Fakten: Die Deutsche Annington ist mit über 180.000 Wohneinheiten mit einem Wert von 10,4 Mrd. Euro die größte private Wohnimmobiliengesellschaft in Deutschland. Schwerpunkt ist v.a. Nordrhein-Westfalen. Durch den Börsengang soll ein Bruttoerlös von 400 Mio. Euro erzielt werden. Damit will die Deutsche Annington zur Stärkung der Bilanz beitragen. Der nach dem Börsengang angestrebte Streubesitz von rund 25 Prozent der ausgegebenen Aktien wird neben neuen Aktien aus einer geplanten Kapitalerhöhung auch Anteile des Altaktionärs Monterey Holdings umfassen. Hinter der Holding stehen mit einem Anteil von 85,33 Prozent durch Terra Firma Holdings Limited beratene Fonds. Die restlichen Anteile in Höhe von 14,67 Prozent liegen bei CPI Capital Partners Europe GP LLC.

Im Geschäftsjahr 2012 entwickelte sich das operative Geschäft der Deutsche Annington ausgesprochen positiv. Die Leerstandsquote aller im Portfolio befindlichen Wohnimmobilien konnte weiter von 4,1 Prozent auf 3,9 Prozent gesenkt werden. Die Miete für Wohnimmobilien stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 5,28 Euro pro Quadratmeter. Trotz einer Reduktion der Immobilien im Portfolio von 186.530 auf 181.669 Einheiten im Jahr 2012 blieb das bereinigte EBITDA 2012 weitgehend stabil bei rund 474 Mio. Euro. Der FFO 2 (Kennzahl zur Messung der operativen Leistungsfähigkeit; umfasst die Ergebnisse aus den Vermietungs- und Verkaufsaktivtäten) verbesserte sich auf 198 Mio. Euro verglichen mit 179 Mio. Euro am Jahresende 2011 (+10,7%). Alles in allem konnte die Deutsche Annington 2012 unter dem Strich einen Nettogewinn von 172,2 Mio. Euro ausweisen.

Positiv an der heutigen IPO-Ankündigung ist vor allem die Aussage, dass man vor dem Börsengang noch eine große Finanzierung abschließen wird. Damit stehen potenzielle Aktionäre nicht schon kurz nach dem Börsengang vor der Frage: Investiere ich noch mehr Geld oder nicht.

Interessant ist zudem eine Personalie im Aufsichtsrat: So soll der frühere E.ON-Chef Wulf Bernotat neuer Aufsichtsratsvorsitzender werden. Bernotat hatte 2005 als E.ON-Chef die Konzerntochter Viterra AG mit 138.000 Wohnungen für 7 Mrd. Euro an die Deutsche Annington verkauft. Auf der einen Seite sicher positiv, da er früher mit der Thematik intensiv beschäftigt war, aber auf der anderen Seite auch etwas kritisch zu sehen, da der designierte Posten bei der Deutschen Annington im Nachhinein als „Belohnung“ für den damaligen Verkauf gesehen werden kann. Zwar hatte E.ON damals satte Buchgewinne verzeichnet, doch heute wäre E.ON über ein solches Standbein wohl froh.

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Generell muss man aus Anlegersicht aber erst einmal die Preisvorstellungen abwarten. Und es besteht ja durchaus noch die Gefahr, dass der Börsengang aufgrund eines veränderten Umfelds abgeblasen wird. Wie man im obigen Chart sieht, sind Immobilienaktien in der Mehrzahl kursstabil. D.h. schnelle Kursgewinne wird man hier nicht einfahren. Es handelt sich eher im Idealfall um stabile Dividendentitel. Die Deutsche Annington hat aufgrund ihrer Größe und Aufstellung die Chance ein bedeutender Bestandteil des deutschen Kurszettels zu werden. Allerdings wären zwischendurch interessante Technologiewerte oder andere wachstumsstarke Titel als „Auffrischung“ für die deutsche Aktienlandschaft ebenfalls nicht zu verachten. Mit fünf oder vielleicht bald sechs Titeln ist der MDAX zwar noch nicht zum Immobilienindex verkommen, aber auf Dauer wäre ein bessere Abbildung der deutschen Wirtschaftsstruktur schön.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Annington Immobilien SE


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