Wochenrückblick KW 23: Commerzbank ist eben keine Deutsche Bank, DAX wieder auf Kurs

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Der Aktienmarkt stand vergangene Woche mal wieder ganz im Zeichen der Konjunkturdaten. Bis Freitagmittag herrschte eher gespannte Vorsicht. Dann brachen alle Dämme und die US-Arbeitsmarktdaten sorgten für deutliche Kursgewinne. Auch wenn die Zahlen hinsichtlich der geschaffenen Stellen positiv zu bewerten sind, enttäuschte die Arbeitslosenquote. Damit sinken die Chancen, dass die US-Geldpolitik zu schnell gelockert werden. Einer der großen Profiteure waren natürlich die Bankwerte, allen voran die der Deutschen Bank (WKN 514000). Stolze 3,8 Prozent Kursplus wies der Branchenprimus im Freitäglichen Handel aus. Damit zeigte sich auch einmal mehr, dass die Commerzbank-Aktie (WKN CBK100) mittlerweile in einer anderen Liga spielt. Hier ging es nur um knapp die Hälfte nach oben. Damit verharrt die Coba-Aktie auch der Kapitalerhöhung weit unter der 10-Euro-Marke. Da auch Analysten mehrheitlich weiter kein Land bei der Coba sehen, richtet sich der Blick für Bankanleger eben weiter (zurecht) auf die Deutsche Bank.
Apropos Analysten. Anleger von Sky Deutschland (WKN SKYD00) sahen sich am Freitag mit ungerechtfertigt negativen Analystenkommentaren konfrontiert. Zwar nähert sich jetzt die Fussballarme Sommerzeit, doch für die nächste Saison dürften Bayern, BVB und Co. für satten Einschaltquoten bei Sky sorgen. Freuen dürften sich dann auch die Anleger. Denn es scheint, dass Pay-TV auch in Deutschland wohl seine Zielgruppen hat… Mehr dazu hier.

Der DAX und sein Chart

Der DAX konnte zum Wochenschluss wieder deutliche Erholungstendenzen zeigen. Im Ausblick DAX hatten wir bereits die weiteren Unterstützunglinien nach unten aufgezeigt. Auf der Oberseite stehen nach den positiven US-Arbeitsmarktdaten aber die Bullen in der kommenden Woche wohl bereit. Aus Sicht von Point & Figure könnte dieser Gegenangriff durchaus bis 8550 laufen.

Einzeltitel aus Deutschland

Am Dienstag fand in Mannheim die Hauptversammlung von Europas größten Software-Konzern SAP (WKN: 716460) statt. Aktionäre wie Anleger erwarteten auf diesem Event wohl unter anderem von der weltweiten Nummer Eins bei der Unternehmenssoftware “ein paar” klärende Worte im Zusammenhang mit dem Ausscheiden Lars Dalgaards aus dem Unternehmen. Kurstechnisch stehen die Zeichen durchaus bei SAP auf Grün. Ein Kursziel von langfristig über 80 Euro – warum nicht?
Die gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt lockt Börseneulinge an: So hat der weltweit zweitgrößte Gabelstaplerhersteller Kion kürzlich mitgeteilt, dass er bis zum Sommer den Sprung auf das Frankfurter Parkett wagen will. Einen besseren Zeitpunkt hätte sich Kion kaum aussuchen können. Denn deutsche Maschinenbauer stehen bei internationalen Investoren derzeit hoch im Kurs. Ein interessanter Nebeneffekt: Der bereits notierte Konkurrent Jungheinrich (WKN 621993) könnte dadurch bei Investoren ins Rampenlicht rücken. Schon in den vergangenen Wochen ist der Kurs der im Nebenwerteindex MDAX gelisteten Aktie deutlich gestiegen. Mehr dazu hier.
Die Überprüfung der deutschen Index-Landschaft brachte vergangene mal wieder einige mehr oder minder große Überraschungen zu Tage. Die Aktie des Börsenneulings LEG Immobilien (WKN LEG111) steigt jedenfalls zum 24. Juni 2013 in den MDAX auf. Dafür muss die Aktie der Hamburger Hafen & Logistik AG (WKN A0S848) in den SDAX absteigen. Ebenfalls neu in den SDAX aufgenommen wird die RTL Group (WKN 861149). Dafür müssen die Aktien von Constantin Medien (WKN 914720) und IVG Immobilien (WKN 620570) künftig ohne Indexzugehörigkeit auskommen. Besonders für die Aktie des erst im Februar an die Börse gekommenen LEG-Konzerns dürfte es nun spannend werden. Nach einem eher verhaltenen ersten Handelsquartal folgen nun vielleicht bald satte Kursgewinne.
Doch auch andere Immobilientitel sind einen Blick Wert. Eine (bislang) interessante Aktie aus diesem Bereich ist im SDAX angesiedelt, die Aktie der alstria office REIT-AG (WKN A0LD2U). Mehr dazu hier.
Gute Nachrichten vom Technologiekonzern Jenoptik (WKN 622910): Auf der Hauptversammlung vergangene Woche wurde von Vorstandschef Michael Mertin die Prognose für das Geschäftsjahr 2013 bekräftigt. Der Aktienkurs kann sich in der Folge heute stabil präsentieren. Der langfristige Aufwärtstrend dürfte sich daher problemlos fortsetzen, wir hier schrieben.

Internationale Einzelwerte

Schlechte Nachrichten gab es vergangene Woche für Anleger von Nokia (WKN 870737). Nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen ein wenig Elan gezeigt hatte, scheint der nun sein Ende gefunden zu haben. Aus Sicht von Point & Figure existierte bei Nokia ein Kaufsignal bei 2,75 Euro. Das daraus abgeleitet Kursziel wurde jedoch bereits erreicht und die Aktie befindet sich nun im Verkaufssignal. Mehr dazu hier.
Die österreichische voestalpine AG (WKN 897200), das drittgrößte europäische Stahlunternehmen nach ArcelorMittal (WKN A0M6U2) und ThyssenKrupp (WKN 750000), konnte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 in einem schwierigen Marktumfeld behaupten und mit dem nun vorgelegten Zahlenwerk die Erwartungen des Marktes übertreffen. Dabei schafften es die Österreicher trotz eines Umsatzrückgangs auf der Ergebnisseite zu überzeugen.
Im Zuge der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise mussten die US-Steuerzahler mit hohen Milliardensummen einspringen, um die Großkonzerne General Motors (GM) (WKN A1C9CM) und AIG (WKN A0X88Z) vor einer Pleite zu bewahren. Nun kehren die beiden Unternehmen in den US-Leitindex S&P 500 zurück. Während der Staat beim einstmals weltgrößten Versicherer AIG wieder ausgestiegen ist und dabei einen Gewinn erzielen konnte, dürfte der endgültige Ausstieg bei GM jedoch Milliardenverluste mit sich bringen. Mehr dazu hier.
Bis zu einem gewissen Grad wird der US-Schnellrestaurantkette McDonald’s (WKN 856958) zugesprochen, von wirtschaftlichen Krisen profitieren zu können, da die Kunden in Zeiten klammer Geldbeutel teure Restaurants meiden und stattdessen in die Burger-Bude von nebenan gehen. Allerdings bekam zuletzt auch die weltgrößte Burger-Kette die Folgen des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes zu spüren. Denn wenn der Geldbeutel zu klamm sitzt, verzichten die Kunden häufig ganz darauf, auswärts zu essen. Mehr dazu hier.
Nachdem IBM (WKN 851399) lange Zeit auf einer Erfolgswelle schwamm, zeigte sich zu Jahresbeginn, dass auch für Big Blue die Bäume nicht immer in den Himmel wachsen. Die enttäuschenden Geschäftsergebnisse im ersten Quartal sorgten bei der IBM-Aktie für einen zwischenzeitlichen Kurseinbruch von etwas mehr als 10 Prozent, doch mittlerweile konnte sich das Papier wieder von diesem Schock fast vollständig erholen.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen gibt es in der kommenden Woche kaum nennenswerten Veröffentlichungen. Es berichten u.a. GESCO, Remy Cointreau (Dienstag); H & R Block, Inditex, SAS (Mittwoch); Deutsche Beteiligungs AG, GERRY WEBER (Freitag). Daneben dürften einige Hauptversammlungen im Blickpunkt stehen. Unter anderem: Jungheinrich, SKW-Metall (Dienstag); Evotec, Gagfah, RHÖN-KLINIKUM (Mittwoch); Colonia Real Estate, Gigaset, Hamburger Hafen, Koenig & Bauer (Donnerstag); C.A.T. Oil, STRABAG, TAG Immobilien (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
08:00 Uhr: DE; Umsatz verarb. Gewerbe April
10:30 Uhr: EU; sentix-Konjunkturindex Juni

Dienstag
10:30 Uhr: UK; Industrieproduktion April
16:00 Uhr: USA; Großhandel April

Mittwoch
08:00 Uhr: DE; Verbraucherpreise Mai
11:00 Uhr: EU; Industrieproduktion April
20:00 Uhr: USA; Staatshaushalt Mai

Donnerstag
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
14:30 Uhr: USA; Ein- und Ausfuhrpreise Mai
14:30 Uhr: USA; Einzelhandelsumsatz Mai
16:00 Uhr: USA; Lagerbestände April

Freitag
10:30 Uhr: EU; Verbraucherpreise Mai
14:30 Uhr: USA; Erzeugerpreise Mai
14:30 Uhr: USA; Leistungsbilanzsaldo Q1
15:15 Uhr: USA; Industrieproduktion/Kapazitätsauslastung Mai
15:55 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Uni Michigan (vorl.) Juni

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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