LEG Immobilien: Kurspotenzial durch MDAX-Aufstieg?

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Bildquelle: Pressefoto LEG Immobilien AG

Die gestrige Überprüfung der deutschen Index-Landschaft brachte mal wieder einige mehr oder minder große Überraschungen zu Tage. Die Aktie des Börsenneulings LEG Immobilien (WKN LEG111) steigt jedenfalls zum 24. Juni 2013 in den MDAX auf. Dafür muss die Aktie der Hamburger Hafen & Logistik AG (WKN A0S848) in den SDAX absteigen. Ebenfalls neu in den SDAX aufgenommen wird die RTL Group (WKN 861149). Dafür müssen die Aktien von Constantin Medien (WKN 914720) und IVG Immobilien (WKN 620570) künftig ohne Indexzugehörigkeit auskommen. Besonders für die Aktie des erst im Februar an die Börse gekommenen LEG-Konzerns dürfte es nun spannend werden. Nach einem eher verhaltenen ersten Handelsquartal folgen nun vielleicht bald satte Kursgewinne.

Im ersten Quartal 2013 konnte LEG Immobilien vom bundesweit positiven Nachfrageumfeld nach Immobilien profitieren. Die Nettokaltmieten der LEG konnten insgesamt von 85,6 Mio. Euro auf 89,2 Mio. Euro gesteigert werden. Die Nettokaltmiete pro qm stieg um 2,1 Prozent auf 4,91 Euro. Laut CFO Eckhard Schultz resultiert der Anstieg der Mieteinnahmen in erster Linie aus höheren durchschnittlichen Mieten und geringen Leerständen, sowie auch aus der erfolgreichen Integration der 1.244 Wohneinheiten in Bocholt. Im ersten Quartal ist das bereinigte EBITDA um 3,1 Prozent auf 54,2 Mio. Euro gesunken. Entsprechend waren auch die Funds from Operations (FFO I) leicht rückläufig (-4,8 Prozent) und betrugen 33,8 Mio. Euro. Zum 31.3.2013 betrug der der Net Asset Value (NAV) 45,74 Euro pro Aktie, was einem Anstieg um 2,3 Prozent zum 31.12.2012 entspricht. Damit notiert die Aktie derzeit nur unwesentlich unter dem NAV, was im vergleich zu österreichischen Immobilientiteln wie S IMMO fast schon eine Überbewertung darstellt.

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Gegenüber dem Ausgabepreis von 44 Euro hat sich die Aktie bislang eher zurückhaltend entwickelt. Charttechnische Signale sind derzeit Mangelware. Fundamental bietet die Aktie mit einem 2014er KGV von 13 ebenfalls eher wenig Potenzial nach oben. Interessant könnte die Aktie dann werden, wenn es erneut gelingt weitere große Immobilienpakete zu erwerben. Doch der wohl größte Hemmschuh für die weitere Kursentwicklung wird derzeit in Berlin verhandelt. Unter dem Stichwort Mietpreisbremse wird derzeit diskutiert wie man zugleich günstige Mieten und mehr Wohnraum schaffen kann. Da man sich aber wohl nur auf die Mietpreisbremse einigen kann, dürfte wohl am Ende wenig passieren. Für Immobilienkonzerne wie LEG Immobilien sorgt ein solches Gesetz natürlich für Probleme, denn die Mieten lassen sich dann bspw. nach Sanierungen deutlich schlechter erhöhen. Damit dürfte die Renditeberechnung vieler Projekte neu aufgerollte werden. Anleger sollten also besser erst einmal abwarten, wie die gesetzliche Regelung ausfällt und erst dann über ein Engagement nachdenken. Aus Sicht der NAV-Bewertung ist die Aktie fair bewertet. Analysten indes sehen hier noch Luft. Die Deutsche Bank („Buy“) nennt ein Kursziel von 48,50 Euro. Die Commerzbank („Add“) nennt ein Kursziel von 46 Euro. Die Privatbank Berenberg („Buy“) wiederum nennt als Kursziel 48 Euro.

Bildquelle: Pressefoto LEG Immobilien AG


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