EVN: Schlechte Nachrichten eingepreist

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Bildquelle: Pressefoto EVN AG

EVN ist ein führendes, internationales Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. Im Heimmarkt bietet der Konzern auf Basis modernster Infrastruktur Strom, Gas, Wärme, Trinkwasserver- sowie Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung aus einer Hand. Des weiteren gehören der Betrieb von Netzen für Kabel-TV und Telekommunikation sowie das Angebot verschiedener Energiedienstleistungen für Privat- und Businesskunden sowie für Gemeinden zur Produktpalette.

Bei EVN hat sich der durchwachsene Trend der Geschäftsperiode 2011/12 im ersten Halbjahr 2012/13 fortgesetzt: Der Umsatz lag mit 1,65 Mrd. Euro um 2,3 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Grundsätzlich konnte die positive Umsatzentwicklung im Energiegeschäft den Erlösrückgang im Umweltgeschäft nur zum Teil kompensieren. Zudem waren im Vorjahr noch die Umsätze der zwischenzeitlich verkauften Tochter first facility enthalten.

Der hohe Gewinnrückgang von 38,2 Prozent auf 131,5 Mio. Euro liegt jedoch nicht im operativen Geschäft, sondern im Finanzergebnis begründet: Es sank von plus 65,4 Mio. Euro auf minus 17,2 Mio. Euro. Unter anderem belasteten negative Effekte aus dem Verkauf des Anteils an Devoll Hydropower und eine Wertminderung auf die WEEV Beteiligungs GmbH. Operativ hielt sich der Gewinnrückgang mit minus 2,7 Prozent auf 330,2 Mio. Euro in Grenzen.

Den Rückstand im Finanzergebnis wird EVN nicht mehr aufholen können. Auch operativ sind keine durchschlagenden Erfolge zu erwarten. Das Umfeld im europäischen Strom- und Gasmarkt ist weiterhin herausfordernd. Die weitere Abschwächung der wirtschaftlichen Lage in den Kernmärkten und die höhere Einspeisung von erneuerbarer Energie sorgten für einen weiteren Rückgang der Strompreise an den Börsen. Politische Unsicherheiten vor allem in Ost- und Südosteuropa erschweren die Planbarkeit des Geschäftsverlaufs. Alles in allem erwartet der Versorger für das Gesamtjahr einen Gewinneinbruch von 40 Prozent.

Im Zuge der Korrektur ist die EVN-Aktie unter die 90- und 200-Tage-Durchschnittslinie gefallen. Aktuell startet der Titel einen Erholungsversuch.

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Durch den Kursrückgang hat die EVN-Aktie schon einen Großteil der Negativnachrichten verarbeitet. Die moderate Bewertung sichert die Notiz nach unten ab. Auf der anderen Seite sind aber auch keine großen Kurssprünge zu erwarten. Statt direkt in die Aktie zu investieren, sollten sich Anleger daher nach Produkten umsehen, die auch bei einem Seitwärtstrend des Titels attraktive Renditen abwerfen. Eine Aktienanleihe (ISIN DE000HV91R56) von UniCredit onemarkets ermöglicht einen Ertrag von 5,2 Prozent, wenn die Aktie am Ende der Laufzeit auf oder über 9,80 Euro steht – also drei Prozent niedriger als aktuell. Ein Discount-Zertifikat (ISIN DE000HV91GF1) erlaubt sogar einen Rückgang bis auf 9,50 Euro, ohne die Maximalrendite von 4,1 Prozent zu gefährden.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto EVN AG


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