E.ON: Der bessere Versorger-Titel

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Bildquelle: Pressebild Kai-Uwe Knoth/E.ON

Eigentlich sind Versorger eine beliebte Beimischung in jedem Langfrist-Depot: Solide Cash-flows und stabile Dividenden. So mag sich das auch Warren Buffett überlegt haben, als er dieser Tage den Kauf von NV Energy im US-Bundesstaat Nevada beschloss. Doch in Deutschland ist das ganze dank EEG und Energiewende nicht so einfach. Mit den beiden deutsche Energieriesen E.ON (WKN ENAG99) und RWE (WKN 703712) haben die Anleger eher die Wahl zwischen lahm und lahmer. In Sachen Versorger spielt die Musik mittlerweile im Ausland und hier konnte E.ON nun einen guten Schritt vorwärts gehen.

Grund für den neuerlichen Optimismus in Sachen E.ON ist das Engagement in Brasilien. Am Donnerstagabend kündigte E.ON an, 24,5 Prozent der Anteile an MPX erworben zu haben. Der Preis beträgt rund 600 Mio. Euro. Damit erhöht sich die Beteiligung von E.ON an MPX auf insgesamt 36,2 Prozent. Durch eine Kapitalerhöhung im Sommer soll weiteres Geld in MPX fliesen. Anschließend soll das 50-50-Joint-Venture von MPX und E.ON durch eine Verschmelzung in MPX integriert werden. Hierdurch wird sich der E.ON-Anteil an MPX auf rund 36,1 Prozent einpendeln, da E.ON als Gegenleistung für die Beteiligung am Joint Venture weitere MPX-Aktien erhalten wird. Ziel dieser Maßnahmen ist laut E.ON-Chef Teyssen die Stärkung der Finanzkraft von MPX, so dass die geplanten Projekte in der Stromerzeugung in vollem Umfang realisiert werden können. Da der brasilianische Energiesektor deutlich attraktiver und agiler ist, als der deutsche Heimatmarkt, verspricht sich E.ON wohl zurecht einiges von diesem Engagement.

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Aus Sicht der Charttechnik bietet die Aktie wenig Kaufgründe. Aber das sieht beim Wettbewerber RWE nicht besser aus. Interessanter sind da neben der Auslandsphantasie die Fundamentaldaten: Ein 2014er KGV von 9,8 und eine Dividendenrendite von 5,5 Prozent sind durchaus Argumente die für E.ON sprechen. Bei Analysten hat sich der Pessimismus zuletzt etwas reduziert: Am Freitag hat die UBS das Rating von „Sell“ auf „Neutral“ angehoben und als Kursziel 12,50 Euro genannt. Letztlich gilt aber die Aussage von zuletzt: Versorger sind derzeit sicher kein Muss im Depot. Die Kurschancen sind bei beiden DAX-Titeln begrenzt, selbst wenn die fundamentale Bewertung (KGV, etc.) sagt: Versorger sind günstig zu haben.

Bildquelle: Pressebild Kai-Uwe Knoth/E.ON


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