Nokia-Aktie: 3,50 Euro; 4 Euro; 5 Euro…

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Bildquelle: Pressefoto Nokia

In den vergangenen Jahren konnten wir in verschiedenen Etappen den Abstieg Nokias (WKN 870737) vom größten Handyhersteller der Welt und Europas wertvollstem Unternehmen zu einem Anbieter verfolgen, dem die übermächtige Konkurrenz nur kleine Teile des Marktes übrig gelassen hat. Eine weitere Etappe konnten wir nun erleben, als das Marktforschungsunternehmen IDC bekannt gab, dass im ersten Quartal nicht mehr Nokia, sondern Samsung (WKN 888322) die meisten Handys in Finnland verkaufte. Doch so wie die Aktie nach unten fiel, hat sie nun Potenzial sich wieder zu erholen.

Laut IDC-Daten verkaufte Samsung in Finnland zwischen Januar und März insgesamt 211.000 Geräte, während Nokia auf dem Heimatmarkt lediglich 196.000 Geräte absetzen konnten. Damit stieg der Marktanteil Samsungs von 28 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 36 Prozent. Bei Nokia wurde wiederum ein Rückgang von 48 Prozent im Vorjahr auf nun 34 Prozent festgestellt. Während der finnische Handymarkt im weltweiten Vergleich sehr klein ist, musste Nokia doch einmal mehr eine symbolische Niederlage erleben. Allerdings sollte man diese Zahlen auch nicht überbewerten, da global gesehen Nokia durch die neuen Modelle eher punkten kann.

Alles in allem macht den Finnen immer noch die Tatsache zu schaffen, dass sie es trotz einer Vielzahl neuer Modelle und der Allianz mit dem Software-Riesen Microsoft (WKN 870747) immer noch nicht geschafft haben, auch nur in die Nähe der marktdominierenden Smartphonehersteller Samsung und Apple (WKN 865985) zu kommen. Es rächt sich nach wie vor, dass Nokia die Smartphone-Revolution verschlafen und zu lange an den traditionellen Handys festgehalten hat.

Auch wenn Nokia zuletzt einige Fortschritte auf der Ergebnisseite verbuchen und die Verluste im ersten Quartal eingrenzen konnte, überwog am Ende an den Märkten doch die Enttäuschung über die schwachen Umsatzzahlen und den starken Einbruch bei den gesamten Handy-Absätzen. Nach einem Minus von 929 Mio. Euro im Vorjahr stand nun ein Nettoverlust von 272 Mio. Euro zu Buche. Die Konsensschätzungen bewegten sich im Bereich von 434 Mio. Euro. Operativ wurde eine Verbesserung von minus 1,34 Mrd. Euro im Vorjahr auf nun minus 150 Mio. Euro erzielt. Die Umsätze fielen um 20 Prozent auf 5,85 Mrd. Euro. Erwartet worden waren 6,52 Mrd. Euro. Da half es dann auch wenig, dass Nokia die Verkäufe der Lumia-Smartphones um 27 Prozent auf 5,6 Millionen Modelle steigern konnte. Insgesamt gingen die Handyverkäufe von 82,7 auf 61,9 Millionen Stück zurück. Doch warten wir die Zahlen zum zweiten Quartal ab – Nokia war schon des öfteren für eine Überraschung gut.

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Charttechnisch sieht es bei Nokia aufgrund der Stabilität über der 200-Tage-Linie durchaus gut aus. Sollte die Aktie, getrieben durch gute Nachrichten, endlich die hartnäckige Marke bei 3,50 Euro überwinden können, stehen Kurse von 4 bis 5 Euro im Raum. Zwar liegen auch dort noch einige Widerstände, aber diese dürften weitaus weniger massiv sein, wie das bisherige Mehrjahreshoch bei 3,50 Euro.

Bildquelle: Pressefoto Nokia


3 KOMMENTARE

  1. Es ist echt schon erschreckend wie solch ein Weltunternehmen wie Nokia solch gravierende Fehler in der Vergangenheit gemacht hat! Hätte man mir zu Jahrtausendwende gesagt, dass Nokia im Jahr 2013 keine große Rolle mehr auf dem Markt der Mobiltelefone (Smartphones gabe es ja noch nicht) spielt, dann hätte ich verschmitzt den Kommentar hinterlassen: „Ja… klar! Niemals!“

    Vor allem für die Aktionäre tut es mir wirklich leid!

  2. @ Thomas Eckert
    Vollkommen richtig! Totales Versagens des Managements – schlechte Produkte – sinkende Aktienkurse …

    Schlimm was aus der einst starken Nokia geworden ist!

  3. […] Die Finnen verkauften 5,6 Millionen Modelle des Hoffnungsträgers Lumia und damit 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotzdem wurde ein Umsatzrückgang um 20 Prozent auf 5,85 Mrd. Euro ausgewiesen, da die Handy-Verkäufe insgesamt 82,7 auf 61,9 Millionen Stück fielen. Für das zweite Quartal liegen die Konsensschätzungen bei Umsatzerlösen von 6,4 Mrd. Euro, was einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent bedeuten würde. Der Verlust je Aktie soll von 0,10 Euro im Vorjahr auf 0,03 Euro sinken. […]

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