Commerzbank: Auf zu neuen Höhen?

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Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG

Nun ist sie also vollbracht, die Kapitalerhöhung der Commerzbank (WKN CBK100). Immerhin rund 2,5 Mrd. Euro konnte die kriselnde Bank einsammeln. Die Bezugsrechte für die neuen Aktien wurden zu 99,7 Prozent ausgeübt. Damit steht der vollständigen und vorzeitigen Rückzahlung der Stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) sowie der Allianz (WKN 840400) nichts mehr im Wege. Soweit die guten Nachrichten. Nur wenn nun auch die Sanierung gelingt, kann sich die Aktie zu neuen Höhen aufschwingen.

Altaktionäre stehen derzeit vor den Trümmern ihres Investments. Durch die Kapitalerhöhung wurden einmal mehr die treuen Anleger vor den Kopf gestossen. Nur durch neues Geld konnte man seinen Anteil an der Coba konstant halten. Nicht alle hatten dazu das nötige Vertrauen in Konzernchef Blessing und Co. Bestes Beispiel hierfür ist der deutsche Steuerzahler. Im Rahmen der Finanzkrise hatte sich der Bund via SoFFin an der Commerzbank mit 25 Prozent beteiligt. Doch diese Sperrminorität hat man nie auch nur ansatzweise genutzt. Die Bank agierte weitgehend ohne staatliche Einflussnahme. Da man offenbar nur als stiller Gesellschafter das Scheckbuch zücken wollte, trennt man sich nun wieder folgerichtig von den Anteilen. Zumindest reduzierte sich der SoFFin-Anteil an der Commerzbank auf rund 17 Prozent. Die Commerzbank schreibt dazu: „Der erfolgreiche Abschluss der Kapitalerhöhung markiert damit den Einstieg des Bundes in den Ausstieg aus der Commerzbank.“

Einen Effekt hat sich dies auf jedenfall mit Sicherheit: In der Chefetage steht Gehaltserhöhungen nun nichts mehr im Weg. Doch eigentlich muss dazu die Sanierung erst noch auf den Weg gebracht werden. Im Rahmen der Zahlenvorlage zum ersten Quartal und bei späteren Investorenveranstaltungen sah man sich dabei zwar stets auf einem guten Weg. Aber das Ergebnis vor Steuern lag aufgrund der nötigen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 493 Mio. Euro im ersten Quartal 2013 bei -24 Mio. Euro. Und auch beim Konzernergebnis musste ein Verlust von 94 Mio. Euro ausgewiesen werden. Eine Sanierung ist sicher immer schwierig, nur bei der Commerzbank scheint es besonders diffizil zu sein. Vielleicht bringen die Zahlen zum zweiten Quartal ja etwas mehr Optimismus. Anfang Juli dürften die ersten Zahlen bekannt gegeben werden. Der offizielle Zwischenbericht folgt dann am 8. August 2013.

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Charttechnisch sieht es eher düster aus. Ein Spielball der Kurzfristzocker eben. Aber vielleicht stabilisiert sich die Aktie ja nun, nachdem die Kapitalerhöhung bzw. der Bezugsrechtshandel neue Zocker angezogen hatte. Bei fast zweistelligen Kursen dürfte es vielen Tradern dann doch wieder zu teuer sein mit der Coba-Aktie zu zocken. Es dürfte sich daher einiges in Richtung Derivate verschieben. Doch für solide Langfristanleger ist die Aktie weiterhin hochspekulativ und wohl eher nichts. Es heißt abwarten, bis bspw. eine wachsende Stärke zum DAX zu sehen ist – siehe Chart oben. Dann lohnt sich vielleicht wieder ein Blick auf die Coba. Bis dahin gilt: Commerzbank: Das muss blinde Liebe sein, wenn man hier investiert

Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG


1 KOMMENTAR

  1. […] Die Börse ist keine Einbahnstraße. Dies konnten Anleger in dieser Woche wieder einmal mehr oder minder schmerzhaft feststellen. Doch auch beim DAX ist noch nicht aller Tage Abend – wenn man auf die Charttechnik schaut (siehe unten). Interessantes von der Datenfront gab es derweil vom Statistischen Bundesamt. Wo sind alle die Deutschen hin, könnte man singen, wenn man der Volkszählung glauben darf. Denn offenbar hat Deutschland nur 80,2 Millionen Einwohner – rund 1,5 Millionen Einwohner weniger als bislang angenommen. Die Auswirkungen für den Staat (Länderfinanzausgleich, Rentenversicherung), aber auch für die Wirtschaft (Versicherungskalkulationen) dürften erst in den nächsten Wochen Stück für Stück deutlich werden. Für die Börse dürften sich indes erstmal weniger Folgen ergeben – die Zahl der Aktienanleger ist und bleibt wohl gering. Apropos Aktienanleger: Die Deutsche Börse (WKN 581005) zählte am Freitag zu den größten Gewinnern im ansonsten schwachen Frankfurter Markt. Grund ist die Abschwächung der Finanztransaktionsteuer. Mal wieder ein EU-Projekt, das als Tiger gestartet und als Schoßkätzchen gelandet ist. Aber die Ungleichbehandlung von Aktien und Derivaten war sowieso wenig sinnvoll, von daher ist es nicht verkehrt, wenn das Projekt scheitert. Für Emotionen sorgte vergangene Woche die Commerzbank (WKN CBK100). Am Mittwoch war die Kapitalerhöhung erfolgreich vollbracht. Immerhin rund 2,5 Mrd. Euro konnte die kriselnde Bank einsammeln, womit der vollständigen und vorzeitigen Rückzahlung der Stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) sowie der Allianz nichts mehr im Wege steht. Soweit die guten Nachrichten. Doch nur wenn nun auch die Sanierung gelingt, kann sich die Coba-Aktie zu neuen Höhen aufschwingen. Wie unterschiedlich hierzu die Meinungen sind, zeigen die aktuell extremsten Analystenkommentare zur Coba. Während Independent Research (“Verkaufen”) das Kursziel nach Abschluss der Kapitalerhöhung von 6 auf 7 Euro angehoben hat, senkte das Bankhaus Lampe (“Kaufen”) das Kursziel von 12,71 auf 11,50 Euro. Wir tendieren derzeit weiter eher zur ersteren Meinung. […]

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