Hawesko: Analysten sind trotz Expansionsplänen zurückhaltend – zu Unrecht

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Bildquelle: Pressefoto Hawesko Holding AG

Es gibt Nebenwerte, da freut man sich über den Besuch der Hauptversammlung und die Zurschaustellung der eigenen Waren. Ein solches Unternehmen ist die Hawesko Holding (WKN 604270). Das SDAX-Unternehmen ist ein Weinhändler mit weltweiten Verbindungen und Weinen im Angebot. Durch die Integration von Einzel-, Groß- und Versandhandel verfügt Hawesko über eine einzigartige Aufstellung. Das Ergebnis kann sich ebenso sehen lassen wie der Kursverlauf der Aktie.

Im Jahr 2012 konnte Hawesko mit einem Umsatz von 449 Mio. Euro ein Ergebnis von 2,51 Euro je Aktie erzielen. Davon profitieren auch die Aktionäre, denn der Hauptversammlung am 17. Juni 2013 soll eine Anhebung der regulären Dividende von 1,60 auf 1,65 Euro vorgeschlagen werden. Damit steigt die Dividende das zehnte Jahr in Folge. Bei einem Kursniveau von rund 42 Euro ergibt sich daraus eine durchaus attraktive Dividendenrendite von 4 Prozent.

Im ersten Quartal stagnierte indes der Umsatz bei rund 103,3 Mio. Euro. Grund ist das kalte Wetter. Durch die anhaltende Kälte kam es bei der Auslieferung des aktuellen Bordeauxjahrgangs 2010 zu witterungsbedingten Transportverzögerungen und damit zu Umsatzverlagerungen ins zweite Quartal. Aufgrund dieser Verlagerungen lag das operative Konzernergebnis (EBIT) im ersten Quartal 2013 bei 3,5 Mio. Euro und damit unter dem des Vorjahres (4,6 Mio. Euro). Der Konzernjahresüberschuss ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter belief sich auf 2,2 Mio. Euro bzw. 0,24 Euro pro Aktie, nach 2,8 Mio. Euro bzw. 0,31 Euro pro Aktie im Vorjahr. Vorstandsvorsitzender Alexander Margaritoff erklärte dazu: „Beim ersten Blick auf die Geschäftszahlen des Hawesko-Konzerns für die ersten drei Monate 2013 kommt zunächst nicht wirklich Freude auf. Dennoch gehen wir unverändert von einem zufriedenstellenden Jahresverlauf 2013 aus. Wir werden im laufenden zweiten Quartal ein höheres Volumen an Bordeauxweinen ausliefern als im Vorjahr und damit wieder etwas aufholen. Und im weiteren Jahresverlauf, vornehmlich im zweiten Halbjahr 2013 und insbesondere im vierten Quartal, wird uns die Vorjahresbasis entgegenkommen.“

Der Hawesko-Vorstand geht für das Geschäftsjahr 2013 unverändert von einer Umsatzsteigerung in der Größenordnung von insgesamt 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresumsatz von 449 Mio. Euro aus. Beim EBIT wird für 2013 eine überproportionale Steigerung auf ca. 28 Mio. Euro prognostiziert (2012: 26,1 Mio. Euro). Der Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter soll aller Voraussicht nach auf ca. 0,8 Mio. Euro ansteigen (2012: 0,3 Mio. Euro). Angesichts des voraussichtlichen Rückgangs des Finanzergebnisses wird ein Konzernjahresüberschuss unterhalb des Vorjahres angenommen. Für 2014 erwartet der Vorstand eine weitere Steigerung von Umsatz und EBIT, aber auch des Konzernjahresüberschusses.

Bei der Vorstellung der vorläufigen Zahlen im Januar gab Margaritoff zudem einen Einblick in das Wachstumspotenzial des Unternehmens: „Im laufenden Geschäftsjahr 2013 setzen wir die Arbeit an neuen Konzepten für das Online-Geschäft im Versandhandelssegment fort und treiben die Verzahnung von On- und Offline-Geschäft im Facheinzelhandel weiter voran. Im Großhandel erweitern wir unsere Auslandspräsenz durch eine jüngst abgeschlossene arrondierende Akquisition in der Westschweiz. Durch diese und weitere Initiativen wird es uns gelingen, den Kurs eines profitablen nachhaltigen Wachstums konsequent weiter fortzusetzen.“

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Neben dem an mehrheitlich positiven Chartbild lohnt sich auch ein Blick auf die Analystenberichte. Den nach der Zahlenvorlage optimistischten Kommentar lieferte die Commerzbank. Mit einer „Buy“-Empfehlung und einem Kursziel von 47 Euro trägt man dem Bemühen Rechnung, dass Hawesko seine Ziele erreicht. Diesen Grund nannte man auch bei Close Brothers Seydler („Hold“). Hier hob man das Kursziel von 40 auf 47 Euro an. Etwas skeptischer äußerte sich Warburg Research („Hold“) nach den Zahlen. Dennoch erhöhte man auch hier das Kursziel – von 37,50 auf 45 Euro. Der jüngste Analystenkommentar stammt von GSC Research („Halten“). Das Kursziel von lediglich 44 Euro begründet man u.a. mit den schwächeren Zahlen des ersten Quartals. Allerdings betrachtet man die Aktie angesichts der positiven Langfristfaktoren weiterhin als attraktives Investment. Auf mittlere Sicht billigen die Analysten dem Papier Kurse um 50 Euro zu, speziell wenn der Weinhändler bei der Auslandsexpansion gut vorankommt. Dieser Einschätzung schließen wir uns an.

Bildquelle: Pressefoto Hawesko Holding AG


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