Deutsche Post: Das sollten Anleger zur Hauptversammlung wissen

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Bildquelle: Pressebild Deutsche Post AG

Eigentlich könnte bei der Deutschen Post (WKN 555200) vor der Hauptversammlung alles in Butter sein. Dank des boomenden Internethandels konnte der ehemalige Staatsmonopolist zuletzt überzeugende Geschäftsergebnisse abliefern. Gleichzeitig befindet sich die Aktie des Konzerns nun schon seit geraumer Zeit auf einem Aufstiegskurs. Dabei konnte das Papier innerhalb eines Jahres fast 60 Prozent an Wert zulegen. Allerdings machen dem Unternehmen derzeit die Dumpingvorwürfe des Bundeskartellamts und das so genannte De-Mail-Gesetz zu schaffen.

Die „FAZ“ hatte zu Beginn der Woche darüber berichtet, dass die Wettbewerbshüter des Bundeskartellamts jetzt auf „konkreter Grundlage“ wegen Dumpingverdachts gegen die Deutsche Post ermitteln würden.

Dabei geht es um nicht ganz neue Vorwürfe, wonach die Deutsche Post im Geschäft mit Großkunden gezielt Wettbewerber mit Kampfpreisen unterbieten würde. Im Fall des De-Mail-Gesetzes ist es wiederum die Deutsche Post, die bereits eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht und die 16 Ministerpräsidenten per Brief aufgefordert hat, dem Gesetz im Bundesrat nicht zuzustimmen. Dabei geht es um den verschlüsselten E-Mail-Verkehr in Behörden, bei dem die Post bei einer Zustimmung zum Gesetz mit ihrem E-Postbrief außen vor bleiben würde, in dessen Entwicklung das Unternehmen rund 500 Mio. Euro investiert hat. Der Bundesrat will Anfang Juni darüber entscheiden.

Allerdings zeigten die jüngsten Reaktionen am Aktienmarkt, dass die Anleger offensichtlich nicht davon überzeugt sind, dass sich die aktuellen Probleme mit den Dumpingvorwürfen oder dem De-Mail-Gesetz negativ auf die Geschäftsergebnisse auswirken werden.

Schließlich ist es nicht neu, das man der Deutschen Post vorwirft Versuche zu unternehmen, die monopolistischen Strukturen aus der Vergangenheit nach Möglichkeit aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig sieht man beispielsweise bei der Commerzbank (WKN CBK100) mögliche Konsequenzen aus dem De-Mail-Gesetz als nicht so sehr gravierend an. Daher wurde die Einstufung für Deutsche Post auf „Buy“ mit einem Kursziel von 22 Euro belassen. Dass die öffentliche Hand beim De-Mail-Standard bevorzugt werde, sollte nicht weiter überraschen. Es sei zwar ein Rückschlag für den Postbrief, doch die finanziellen Auswirkungen dürften sich insgesamt in Grenzen halten, schrieb Analyst Frank Skodzik in einer Studie vom Montag.

Schaut man sich die letzten Signale und den Chart an, so könnte Skodzik durchaus recht haben:

Bildschirmfoto 2013-05-28 um 15.10.52

21.05.13              Deutsche Post mit neuem 3-Jahres-Hoch

15.05.13              Deutsche Post mit neuem 3-Jahres-Hoch

14.05.13              Deutsche Post mit neuem 3-Jahres-Hoch

10.05.13              Deutsche Post mit neuem 3-Jahres-Hoch

08.05.13              Deutsche Post mit neuem 3-Jahres-Hoch

30.04.13              Deutsche Post über 38-Tage-Linie

29.04.13              Deutsche Post unter 38-Tage-Linie

24.04.13              Deutsche Post über 20-Tage-Linie

Alles in allem – die Aktie der Deutschen Post ist für Langfrist-Anleger durchaus eine Position im Depot wert. Dividende & Co lassen nicht zu wünschen übrig. Daran sollten auch die Ereignisse der heutigen HV nichts ändern.

Bildquelle: Pressebild Deutsche Post AG


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