Bilfinger setzt Konzernumbau fort – neues Kurspotenzial durch Concessions-Verkauf?

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Bildquelle: Bilfinger SE

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger (WKN 590900) setzt seinen Konzernumbau unverändert fort. Am späten Montagabend kündigte das Mannheimer Unternehmen an, sich vom Geschäftsfeld Concessions trennen zu wollen. Der zu erwartende Geldsegen könnte der Aktie neues Kurspotenzial eröffnen.

Der im MDAX notierte Konzern begründete den Schritt mit der rückläufigen strategischen Rolle des Geschäftsfelds. So hätten die Geschäftsmöglichkeiten mit anderen Unternehmenseinheiten, insbesondere den Baubereichen, erheblich an Bedeutung verloren, weshalb man nun konkrete Gespräche mit potenziellen Interessenten aufnehmen wird. Bilfinger realisierte bisher im Geschäftsfeld Concessions als privater Partner der öffentlichen Hand auf Grundlage langfristiger Konzessionsverträge Verkehrswege und Immobilien. Das Projektportfolio umfasst derzeit 16 Engagements, in denen Eigenkapital in Höhe von 254 Mio. Euro gebunden ist. Im ersten Quartal erzielte Bilfinger bei Erlösen von 44 Mio. Euro ein bereinigtes EBITA von 8 Mio. Euro.

Das erste Quartal war allerdings nicht nur im Bereich Concessions enttäuschend. Im Konzern ging die Leistung um 4 Prozent auf 1,87 Mrd. Euro und der Auftragseingang sogar um 8 Prozent auf 1,99 Mrd. Euro zurück. Das bereinigte EBITA ging dabei in einem schwierigen Marktumfeld um 18 Prozent auf 56 Mio. Euro zurück. Dennoch gibt sich Bilfinger für 2013 optimistisch. So sollen das bereinigte EBITA und das bereinigte Konzernergebnis bei höherer Marge steigen. Im Vorjahr hatte Bilfinger ein bereinigtes EBITA von 369 Mio. Euro und ein bereinigtes Konzernergebnis von 222 Mio. Euro erzielt. Grund für den Optimismus sind sicher auch solche Verträge wie jüngst mit dem US-Ölmulti Chevron. Von diesem hat Bilfinger einen Großauftrag für Instandhaltungsdienstleistungen an mehreren Offshore-Ölplattformen in der Nordsee erhalten. Der Vertrag umfasst ein Gesamtvolumen von bis zu 60 Mio. Euro, hat eine Laufzeit von drei Jahren und verfügt über zwei weitere Verlängerungsoptionen.

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Heute führt die Aktie den MDAX an. Damit kehrt die Aktie schlagartig in den Fokus vieler Anleger zurück. Zuvor gab es indes widersprüchliche charttechnische Signale:

27.05.13 Bilfinger unter 100-Tage-Linie
27.05.13 Bilfinger unter 38-Tage-Linie
24.05.13 Bilfinger über 50-Tage-Linie
23.05.13 Bilfinger unter 100-Tage-Linie
23.05.13 Bilfinger unter 38-Tage-Linie
22.05.13 Bilfinger über 50-Tage-Linie
22.05.13 Bilfinger mit neuem 4-Wochen Hoch
21.05.13 Bilfinger mit neuem 4-Wochen Hoch
20.05.13 Bilfinger über 38-Tage-Linie

Alles in allem also keine einheitliche Tendenz – wenngleich der heutige Kursanstieg das Bild verbesserte. Mit einer Dividendenrendite von 3,7 Prozent und einem 2014er KGV von 12,3 ist die Aktie keineswegs überteuert. Analysten hatten auf die letzten Quartalszahlen jedoch uneins reagiert. Die UBS („Neutral“) hatte das Kursziel für Bilfinger von 80 auf 82 Euro angehoben. Die Commerzbank („Buy“) wiederum senkte nach Zahlenvorlage das Kursziel von 85 auf 84 Euro – heute wurde dieses Kursziel bestätigt. Alles in allem liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten derzeit bei rund 86 Euro – daraus ergeben sich bescheidene 7,5 Prozent Potenzial. Doch sollte der Verkauf des Concessions-Geschäfts rasch zusätzliche Millionen einbringen, dürfte der Kurs auch schnell über dieses Niveau klettern. Sollte sich der Verkauf jedoch in die Länge ziehen, dürfte der Kurs wieder unter Druck geraten.

Bildquelle: Bilfinger SE


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