Leifheit: Großaktionäre bleiben – Einstiegschance nach dem Kursrutsch?

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Beim Haushaltsartikel-Spezialisten Leifheit (WKN 646450) geht es dieser Tage turbulent zu. So unscheinbar, wie vergangenen Herbst der Ausstieg der Großaktionäre angekündigt worden war, so unscheinbar wurde er heute wieder abgeblasen. Zudem wurde eine Veränderung an der Unternehmensspitze publik gemacht: der seit 2009 tätige Vorstandschef Georg Thaller wird wegen unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung mit Ablauf des 31.05.2013 aus dem Vorstand ausscheiden. Zwei Meldungen, die Bewegung in die Aktie bringen. Heute zunächst einmal rund 10 Prozent nach unten. Doch es könnten sich auch Einstiegschancen bieten, denn Leifheit ist nicht unattraktiv.

Zum einen hat Leifheit seit der Fokussierung auf die Marken Leifheit und Soehnle und der Trennung von der Produktsparte Dr. Oetker Backgeräte eine interessante und erfolgreiche Rückbesinnung auf ein zukunftsträchtiges Kerngeschäft durchgeführt. Zum anderen sorgt die neue und alte Großaktionärsmehrheit (HOME Beteiligungen GmbH rund 49 Prozent und MKV Verwaltungs GmbH rund 10 Prozent) für stabile Verhältnisse und Sicherheit. Leifheit bleibt mehrheitlich im Besitz der Familien Schuler-Voith und Knapp-Voith. Offenbar konnten sich die Familien trotz eines großen Interesses in- und ausländischer Investoren aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen nicht einigen. Ob es am Preis lag oder andere Gründe ausschlaggebend waren, bleibt offen.

Interessanter sind da die jüngsten Zahlen. Während der Umsatz im ersten Quartal um 4,2 Prozent auf 55,6 Mio. Euro zurückgingen, blieb das Betriebsergebnis (EBIT) insbesondere aufgrund von positiven Währungseffekten mit 2,8 Mio. Euro stabil. Die EBIT-Marge stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Am Ende verharrte der Gewinn mit 1,8 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau. Doch damit gibt man sich bei Leifheit nicht zufrieden. Bei der Vorlage der Quartalszahlen stellte Noch-Konzernchef Thaller für das Jahr 2013 ein Umsatzwachstum auf Konzernebene von 2 bis 4 Prozent und ein EBIT auf dem Niveau des Vorjahres in Aussicht. Mittelfristig strebt man ein nachhaltiges und profitables Umsatzwachstums in Höhe von 3 bis 5 Prozent, bei überproportionaler Ergebnissteigerung an.

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Charttechnisch verzeichnet die Aktie einen stabilen Aufwärtstrend. Mit dem heutigen Kurssturz fällt die Aktie auf das Kursniveau vom November zurück, was die Aktie wieder interessant macht. Ohne die Fantasie einer Komplettübernahme hatte die Aktie damals bereits bei 26 Euro notiert. Doch wie hatten die Analysten von Berenberg bereits Mitte April geschrieben: Ein mögliches Scheitern einer Übernahme von Leifheit könnte den Kurs unter Druck bringen, wodurch sich wiederum eine attraktive Einstiegsgelegenheit bieten könnte. An diesem Punkt dürften wir nun sein. Ein 2014er KGV von 12 sowie eine aktuelle Dividendenrendite von 5,2 Prozent sprechen eine deutliche Sprache. Die für die Ausschüttung von 1,50 Euro je Aktie entscheidende Hauptversammlung ist übrigens am 6. Juni 2013.

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