Borussia Dortmund könnte nicht nur sportlich historisches leisten

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Bildquelle: Pressefoto Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA

Am Samstag ist es endlich so weit. Die Fußballwelt schaut nach London, wenn sich die beiden besten deutschen Mannschaften im Wembley-Stadion um Europas Fußballkrone duellieren. Während der FC Bayern München als leichter Favorit in das historische Finale der Champions League geht, gibt es unabhängig von dem Ausgang des Spiels bereits heute eine Vielzahl von Gewinnern. Dazu gehören unter anderem die Aktionäre von Borussia Dortmund (WKN 549309).

Seit Mai 2012 konnte die Aktie des BVB rund 50 Prozent an Wert zulegen. Dabei könnten Anleger gerade den jüngsten kurzfristigen Kursrücksetzer bei dem Papier nutzen und möglicherweise auf einen Sieg Dortmunds im Finale spekulieren. Immerhin gelten die Dortmunder derzeit als Angstgegner der hochgelobten Bayern. Von den letzten neun Duellen konnte der FC Bayern lediglich zwei Spiele für sich entscheiden, wobei einer dieser Siege im sportlich weniger bedeutsamen DFL-Supercup erzielt wurde.

Aber auch ohne einen Sieg im Finale befindet sich der BVB finanziell weiterhin auf Rekordkurs. Bisher hat der Verein allein in der Champions League rund 60 Mio. Euro verdient. Mit dem 2. Platz in der abgelaufenen Bundesliga-Saison hat sich der Verein auch in der kommenden Saison den Zugriff auf die europäischen Geldtöpfe gesichert. Zudem wird der BVB Mario Götze für eine Ablösesumme von 37 Mio. Euro zum Saisonende an den FC Bayern München abgeben. Damit wird der Verein locker den Umsatzrekord aus dem Vorjahr von 215 Mio. Euro überbieten können.

Während im vierten Quartal noch die Millionen aus dem Götze-Transfer und weitere Prämieneinnahmen aus der Champions League dazu kommen werden, konnte der BVB bereits ohne diese Zahlungen nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 überzeugende Zahlen liefern. Nach neun Monaten lagen die Umsatzerlöse bei 179,8 Mio. Euro und damit um 28,1 Prozent über dem entsprechenden Wert aus dem Vorjahreszeitraum. Beim Gewinn ging es in der gleichen Zeit um 27,3 Prozent auf 16,3 Mio. Euro nach oben. Damit dürfte die Aktionäre ein deutlicher Anstieg bei der Dividende erwarten, nachdem der Verein im Vorjahr mit 6 Cent je Aktie erstmals eine Dividende ausgeschüttet hatte.

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Der Kursverlauf zeigt klar nach oben. Charttechnisch sieht die Aktie langfristig gut aus. Lediglich bei den kurzfristigen GDs stehen die Zeichen auf rot. Aber warten wir doch einfach mal den Samstag ab.

Bildquelle: Pressefoto Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA


3 KOMMENTARE

  1. Schöner Artikel! Es gibt ein paar wenige Medien, die die Kurve bekommen haben. Dazu gehört ihr von Börsenblogger. Der Aktienkurs befindet sich mittendrin in einem lupenreinen Turnaround. Obwohl sich der Aktienkurs gegenüber seinen Tiefstständen vervierfacht hat, ist die Aktie nach fundamentalen Gesichtspunkten derzeit so billig wie noch nie.

    KGV von 3,xx, Kurs Umsatzverhältnis von unter 1, Dividendenrendite von 2% (nur ein Zehntel des Gewinns mußte dafür ausgeschüttet werden, erwartet wird mindestens eine Anhebung der Dividende um 50%, wahrscheinlich wird es mehr), das sind fundamentale Daten, die gnadenlos überzeugen.

    Hinzu kommt, daß sich nicht nur Borussia Dortmund in einer Sonderkonjunktur befindet, sondern die Branche insgesamt. Daß kann man an der Sky Aktie sehr schön beobachten, von 2 Euro hoch auf 5,20, nicht schlecht. Welches KGV hat diese Aktie? Scheint egal zu sein, denn die Zukunftsaussichten sind rosig. Borussia Dortmund profitiert davon aber überdurchschnittlich.

    Die UEFA hatte vor dieser Saison die Prämienausschüttungen deutlich erhöht, auch der Market Pool wurde von 47 auf 60 Millionen angehoben. Ihr schreibt: „Bisher hat der Verein allein in der Champions League rund 60 Mio. Euro verdient. “

    Sollte Borussia Dortmund das Finale verlieren, haben sie über 70 Millionen Euro an Einnahmen sicher, so hat sich jüngst der CFO Thomas Treß geäußert, die Zahlen sind leicht verifizierbar:

    http://bvbaktie.blogspot.de/2013/03/champions-league-einnahmen.html

    Zudem ist schon jetzt eine spürbare Entwicklung bei den Sponsoreneinnahmen erkennbar: Der Vertrag mit Turkish Airlines z.B. bringt für 3 Jahre weitere 10 Millionen.

    Daß die TV Einnahmen durch den neuen TV Vertrag ab nächster Saison um satte 50% steigen und Borussia Dortmund davon überdurchschnittlich profitiert, ist hinlänglich bekannt. Aber auch die Einnahmen aus der TV Auslandsvermarktung steigen sprunghaft, Borussia Dortmund war hier vor kurzem im Niemandsland, da international entweder gar nicht gespielt wurde, oder aber international nichts gerissen wurde. Zur Zeit macht Borussia Dortmund beim UEFA Koeffizienten einen Riesenhopser, das wird sich unmittelbar auf die Einnahmen aus der Auslandsvermarktung auswirken.

    Selbst wenn sich auf Sicht von 12 Monaten der Kurs verdoppeln sollte, wäre er im Peergroup Vergleich immer noch gnadenlos unterbewertet. Bayern München kommt auf eine Marktkapitalisierung von über einer Milliarde Euro. Allerdings wird auch Bayern München von den signifikanten Einnahmesprüngen ebenso profitieren, sie werden auch weiter wachsen und zwar auf allen Ebenen.

    Nur mal so zum Vergleich: Die Bundesliga bekommt durch die Auslandsvermarktung 71,6 Millionen, die englische Premier League hingegen 562 Millionen.

    „Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) Christian Seifert hält eine drastische Steigerung bis hin zu einer Verdopplung der Einnahmen bis 2015 für realistisch.“

    In der Tat. Unter welchen Bedingungen???

    „Ein Champions_League-Sieg würde sicher helfen, den Wert der Bundesliag in der Welt zu erhöhen. „Aber das ist nicht planbar.“

    Sagen wir mal so, die Ereignisse überschlagen sich momentan geradezu.

    Anderes Beispiel: Die Merchandising Einnahmen. 150.000 Trikots verkaufte man in der Saison 2010/11, 230.000 waren es in der letzten Saison, in der laufenden Saison werden nun unfaßbare 350.000 bis 400.000 verkaufte Trikots erwartet.

    http://derstandard.at/1363710881255/Wir-sind-keine-Anti-Bayern

    Ihr schreibt:

    „Während im vierten Quartal noch die Millionen aus dem Götze-Transfer und weitere Prämieneinnahmen aus der Champions League dazu kommen werden“

    Die Zahlen für das dritte Quartal waren in der Tat überragend, vor allem wenn man bedenkt, daß hier zwar alle Prämienzahlungen an den Kader zwar drin sind, aber eben nicht alle Einnahmen bis dahin! Die Einnahmen aus dem variablen Market Pool sind komplett noch nicht geflossen. Für das 4. Quartal kommen also nicht nur die Einnahmen für das Viertel- und Halbfinale, sowie das Finale hinzu, sondern auch noch die Einnahmen aus dem variablen Market Pool insgesamt, das ist gar nicht mal so wenig.

    Ich gehe davon aus, daß die wenigsten die ganze Story auch nur ansatzweise kapiert haben, am 18.5.2013 erschien ein wirklich bemerkenswerter Artikel in der Süddeutschen Zeitung, ich habe diesen mal kommentiert, don’t overlook this:

    http://bvbaktie.blogspot.de/2013/05/eine-aktie-fur-die-wand.html

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