zooplus: Umsatzwachstum wird teuer erkauft, Schwarze Zahlen auf Jahressicht?

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Bildquelle: zooplus AG

Bei Europas führendem Internet-Händler für Heimtierprodukte steht das Umsatzwachstum an erster Stelle. Damit handelt zooplus (WKN 511170) getreu dem Motto: Was der Internethandelsmarktführer Amazon erfolgreich macht, kann nicht verkehrt sein. Soweit die Best Practice-Methode – doch am Ende muss auch zooplus schwarze Zahlen schreiben. Auf Jahressicht soll dies gelingen. Nach dem ersten Quartal sind dies aber nur Ankündigungen. Daher dürfte der Kursverlauf erst nachhaltig anziehen, wenn entsprechende Taten, sprich schwarze Zahlen folgen.

Konkret konnte das SDAX-Unternehmen im ersten Quartal seine Gesamtleistung von 73,6 Mio. Euro auf 97,0 Mio. Euro steigern. Der Umsatz erhöhte sich derweil von 70,3 Mio. Euro auf 92,8 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank derweil von +0,4 Mio. Euro auf -0,5 Mio. Euro. Das Konzernergebnis verschlechterte sich auf -0,6 Mio. Euro, nach 0,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Wie Eingangs geschildert, liegt das an der vorrangig betriebenen Wachstumsstrategie. Aktuell steht hier die Markterschließung in der Türkei im Fokus. Unternehmensangaben zufolge konnten deutlich positive Skaleneffekte in allen wichtigen operativen Bereichen erzielt werden, was wiederum für das Gesamtjahr 2013 insgesamt deutlich positive Effekte erwarten lässt.

Zooplus-Chef Cornelius Patt äußerte sich daher auch zuversichtlich für 2013: „Mit unserem Markteintritt in der Türkei und dem baldigen Start unseres Osteuropa-Logistikzentrums treiben wir die dynamische Entwicklung von zooplus weiter voran – unsere Ziele sind weiterhin Wachstum und der Ausbau der Online-Marktführerschaft bei gleichzeitiger Ergebnissteigerung. Wir sehen uns hierbei auf einem hervorragenden Weg, unsere Prognose für 2013 mit einer Gesamtleistung von über 400 Mio. Euro bei einem auf Jahressicht positiven EBITDA im niedrigen einstelligen Mio.-EUR-Bereich komfortabel zu erreichen.“ Bis zum Ende der Dekade sind derweil noch weitaus höhere Umsatzzahlen geplant, wie Finanzchef Florian Seubert gegenüber Reuters erklärte. Die Umsatzmilliarde lässt grüßen.

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Charttechnisch ist bei zooplus nur wenig Positives festzustellen. Hauptpunkt ist sicher der deutliche Abstand zum bei rund 35 Euro verlaufenden GD200. Ansonsten sieht es eher mau aus. Der Kurs bewegt sich seit dem kurzfristigen Überschreiten der 45-Euro-Marke wieder wellenförmig nach unten. Dabei wurde in letzter Zeit auch einige Male der GD100 nach oben und unten durchbrochen. Doch letztlich ist die Aktie aufgrund der stabilen Eigentümerstruktur auch eher als markteng zu bezeichnen. Allein Burda hält über diverse Beteiligungsvehikel über 50 Prozent der Anteile.

Fundamental ist die Aktie mit einem 2014er KGV von 38 sicher ambitioniert bewertet – allerdings sind solche Kennzahlen bei Wachstumswerten auch eher wenig aussagekräftig. Analysten sind derweil durchaus positiv gestimmt. Die Commerzbank etwa bestätigte heute ihre „Buy“-Einschätzung mit Kursziel 50 Euro. Dieses Niveau dürfte mittelfristig auch durchaus erreichbar sein. Allerdings sollte dazu, wie eingangs erwähnt, deutlich werden, dass die schwarzen Zahlen auch wirklich erreicht werden.

P.S. Kurzfristtrader, die vor allem auf schnelle Kursgewinne aus sind, sollten auch immer mal ihre Broker-Anbindung hinterfragen – am besten mal bei Brokerdeal* vorbeischauen und sich die aktuellen Angebote ansehen.

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Bildquelle: zooplus AG


4 KOMMENTARE

  1. Erstaunlich finde ich deine Überschrift. Wie kommst Du darauf, dass ein Umsatzwachstum von +32% (+17,6 Mio. € ggü. VJ) mit einem Nachsteuerquartalsergebnis von -0,6 Mio. € teuer erkauft ist ? Was ist daran teuer ?

  2. Der Umsatzanstieg ist teuer, weil sich das Konzernergebnis auf -0,6 Mio. Euro, nach 0,1 Mio. Euro verschlechtert hat. Das sind 700.000 Euro! Und die müssen in den Folgequartalen erst mal wieder reinkommen…

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