ATX Global Players: Die ATX-Familie bekommt Zuwachs

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Bildquelle: Pressefoto Börse Wien

Über den diesjährigen Zertifikate Award Austria, der seit 2007 vom Zertifikate Forum Austria und dem ZertifikateJournal veranstaltet wird, haben wir hier berichtet. Dem Award voraus ging der Zertifikate Kongress, der am 13. Mai ebenfalls in der Erste Bank Lounge abgehalten wurde. Die Fachveranstaltung, die zum Meinungs- und Wissensaustausch mit Vertretern der Finanzbranche dient, fand dieses Jahr zum Thema „Zertifikate als Performancetreiber für Privatanleger“ statt. 130 Gäste aus dem In- und Ausland verfolgten mit Interesse die Vorträge der hochkarätigen Referenten.

Eröffnungsrednerin war in diesem Jahr Mag. Birgit Kuras, Mitglied des Vorstandes der Wiener Börse AG, die in ihrem Vortrag die Wichtigkeit des österreichischen Kapitalmarktes für den Wohlstand unserer Gesellschaft hervorstrich. „Österreichische Unternehmen brauchen einen Kapitalmarkt, um sich zu finanzieren, sei es über Anleihen, sei es über Eigenkapital. Ohne Kapital können die Unternehmen keine Innovationen und Expansionen finanzieren“, erklärte Kuras. In Österreich gibt es viele erfolgreich am Weltmarkt agierende Unternehmen, die sich über die Wiener Börse finanzieren. Diese Unternehmen stellen sicher, dass einerseits das Innovationstempo in der österreichischen Wirtschaft hoch bleibt und andererseits, dass auch ein ständiger Antrieb zur Verbesserung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gegeben ist. „Beides führt nicht nur zu höherer Widerstandfähigkeit in Krisenzeiten – was sich in der Vergangenheit schon günstig in Österreich ausgewirkt hat, sondern eröffnet ein weites Potenzial für künftiges Wachstum und globale Markterfolge, das Österreich letztlich Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Wohlstand bringt“, so Kuras.

ATX Global PlayerPassend zu dieser Einschätzung hat Kuras einen neuen Index der Wiener Börse auf dem Kongress vorgestellt: Seit dem 13. Mai berechnet und veröffentlicht die Börsebetreiberin den ATX Global Players. Das Auswahlbarometer besteht aus jenen Unternehmen, welche an der Wiener Börse im Prime Market gelistet sind und über einen Globalumsatzanteil von mindestens 20 Prozent verfügen. Mit anderen Worten: Um in die Auswahl zu gelangen, muss mindestens ein Fünftel des Erlöses außerhalb der europäischen Grenzen erzielt werden. Zwar wurde der Index erst am 13. Mai gelauncht. In der Rückrechnung zeigt sich allerdings die deutliche Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt in Form des ATX.

Das Auswahlbarometer wird einmal jährlich im September neu zusammengesetzt. Die schwersten Einzelwerte zum Indexstart sind Voestalpine (20,5 Prozent), Andritz (17,0 Prozent), Schoeller-Bleckmann (11,7 Prozent), Lenzing (11,3 Prozent) und RHI (10,2 Prozent). Das Maximalgewicht eines Titels beträgt 20 Prozent. Bei der vierteljährlichen Anpassung der Berechnungsparameter des Auswahlbarometers werden Überschreitungen dieser Grenze wie aktuell bei Voestalpine wieder zurückgesetzt. Einmal pro Jahr wird zudem die Zusammensetzung des Index vom zuständigen Komitee überprüft. Weiters enthalten sind: Palfinger, AMAG Austria Metall, Semperit, Zumtobel, Kapsch Trafficcom, Rosenbauer International, Do&Co Restaurants&Catering, AT & S Austria Technologie & Systemtechnik, Wolford und Century Casinos. Insgesamt umfasst der ATX Global Players also die Aktien von 15 Unternehmen. Obwohl darunter auch relativ illiquide Werte sind, ließ es sich die Raiffeisen Centrobank (RCB) nicht nehmen, einen Tracker (ISIN AT0000A10H93) auf den neuen Index zu begeben. Das Zertifikat ist für langfristig orientierte Anleger eine prima Möglichkeit, am Erfolg der international am stärksten vertretenen Unternehmen der Wiener Börse zu partizipieren.

Fazit: Als erster Emittent wird die Raiffeisen Centrobank (RCB) per 23. Mai ein Zertifikat auf den neuen ATX Global Players-Index auflegen. Der Tracker bildet den Punktestand des Basiswerts im Verhältnis eins zu hundert ab. Auf Basis des aktuellen Indexstands von 2.513,27 Zählern ergäbe sich also beim Index-Zertifikat ein Kurs von ungefähr 25,13 Euro. Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs wird bei 0,5 Prozent oder anfänglich 13 Cent liegen. Anleger sollten beachten, dass Dividenden dem Index nicht angerechnet werden. Dafür fallen auf der anderen Seite aber auch keine Managementgebühren an. Weitere Emittenten dürften dem Beispiel der RCB folgen. Wir rechnen damit, dass neben weiteren Trackern auch bald die ersten Strukturen aufgelegt werden dürften.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Börse Wien


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