Daimler: Vollgas mit neuer S-Klasse

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Bildquelle: Pressefoto Daimler

Gute Nachrichten für Anleger mit dem Stern: Am Mittwochabend hat der Stuttgarter Automobilhersteller Daimler (WKN 710000) die langersehnte Neuauflage seines Flagschiffs S-Klasse vorgestellt. Nach den ersten Analysen hat das Premiummodell durchaus das Potenzial den unter Druck stehenden Autobauer in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Damit dürfte auch die Aktie wieder Vollgas geben können.

Zuletzt waren die Schlagzeilen von Daimler durchweg negativ. Es sei nur an das Crashtest-Debakel mit dem Citan, einem Kooperationsmodell mit Renault, erinnert. Dahinter steht die Devise, auch als Premium-Hersteller in allen Fahrzeugklassen präsent zu sein. Doch diese Modell war ganz und garnicht erstklassig. Dabei weiß man doch auch in Stuttgart, womit am meisten Geld verdient werden kann. Es sind die hochmargigen Oberklassemodelle.

Mit der neuen S-Klasse scheint man nun in der Branche wieder eine Duftmarke setzen zu wollen. Nach wie vor ist die Mercedes S-Klasse weltweit gesehen immer noch das Synonym für automobile Qualität und Luxus – selbst wenn Audi mit dem A8 oder BMW mit dem 7er durchaus vergleichbare Autos bauen. Man sollte hierbei auch die etwas deutsche Sichtweise beiseits schieben. Im Ausland ist die Sichtweise auf Mercedes und Daimler noch weitaus unbefleckter als hierzulande. Schließlich sorgt die hohe Qualität vergangener Baureihen dafür, dass die Marke mit dem Stern weltweit auf den schlimmsten Wegen zuverlässig unterwegs ist. Meine persönliche E-Klasse Baujahr 1988 (der Klassiker W124) hat inzwischen auch klaglos die Marke von 270.000 Km überschritten. In Afrika oder im Nahen Osten fahren derweil weitaus ältere Fahrzeuge mit deutlich größeren Laufleistungen herum, was den Ruf als Qualitätsauto nur gut tut. Insofern hat sich der Konzern damit ein fast unkaputtbares Image zugelegt, was man nun hoffentlich auch wieder besser in Cash umsetzen kann.

Der weltweiten Autokrise zum Trotz hat Mercedes-Benz im April 116.566 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, das sind fast 12 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie in keinem April zuvor. Dabei wuchs der Absatz insbesondere in Nordamerika, in Russland und den asiatischen Märkten. Da der Konzern aber nicht nur Pkw, sondern auch Busse und Nutzfahrzeuge aller Art baut, ist man durchaus so breit aufgestellt, dass einem für die Zukunft nicht Bange sein muss. Zumal Daimler mit car2go auch im Zukunftsmarkt Carsharing erfolgreich aktiv ist, wie Konzernchef Zetsche jüngst auf dem Internetkongress re:publica überzeugend erläuterte.

Man sieht: Bei Daimler ist man durchaus rürig. Über alle Geschäftsbereiche hinweg soll der Konzernumsatz im Jahr 2013 (2012: 14,3 Mrd. Euro) weiter zunehmen, während das EBIT aus dem laufenden Geschäft (2012: 8,6 Mrd. Euro) unter dem Niveau des Vorjahres liegen soll, was mit dem Wegfall der EADS-At-equity-Ergebnisse im Jahresverlauf, reduzierter Markterwartungen und des schwächer als erwarteten EBIT im ersten Quartal begründet wird.

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Der Kursverlauf der vergangenen zwölf Monate ist derweil wenig begeisternd – allerdings weist die Aktie in Summe dennoch ein Plus von 23 Prozent auf. Für die Zukunft sieht es derweil wieder deutlich besser aus, nachdem die charttechnisch wichtigen Indikatoren überwunden werden konnten. Ein 2014er KGV von 7,2 und eine aktuelle Dividendenrendite von 5,5 Prozent sprechen ebenfalls nicht gegen die Aktie. Das sehen auch viele Analysten inzwischen so. Die Commerzbank („Buy“) bekräftigte heute ihr Kursziel von 60 Euro. Ein Grund sich mal näher mit Daimler zu beschäftigen.

Bildquelle: Pressefoto Daimler


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