Commerzbank: Ein Investment Wert?

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Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG

Die Aktie der Commerzbank (WKN CBK100) ist am Montagnachmittag der größte Verlierer im DAX, nachdem sich die Anzeichen verdichteten, dass die zweitgrößte deutsche Bank bei ihrer geplanten Kapitalerhöhung einen hohen Abschlag auf die neuen Papiere einräumen muss und die Anteile der Altaktionäre möglicherweise noch stärker als erwartet verwässert werden.

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, soll die Kapitalerhöhung im Volumen von 2,5 Mrd. Euro am Dienstag oder Mittwoch starten. Außerdem berichtet das Blatt unter Berufung auf Finanzkreise von einem möglichen Abschlag auf den aktuellen Aktienkurs von 35 Prozent. Bereinigt um die Bezugsrechte würde sich ein Preis im Bereich von 5 Euro ergeben. Da ist es dann auch nur ein schwacher Trost, dass der Verlust der Commerzbank im ersten Quartal etwas geringer ausgefallen ist, als dies von den Analysten erwartet wurde. Dies ändert nur wenig daran, dass die Commerzbank eine Reihe ungelöster Probleme bewältigen muss, während der Branchenprimus Deutsche Bank (WKN 514000) seine Kapitalerhöhung aus einer Position der Stärke verkünden konnte und ihm die Anleger deshalb sogar zujubelten.

Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing musste die Aktionäre des Instituts häufiger mit Durchhalteparolen besänftigen. Dem Unternehmen machen immer noch die großen Restrukturierungsaufwendungen zu schaffen. Diese sind allerdings notwendig, wenn das Geschäftsmodell der Commerzbank auf eine solidere Basis gestellt werden soll. Neben Investitionen in renditeträchtige Geschäftsbereiche gehört zu dem Sparprogramm auch ein Stellenabbau, bei dem bis zum Jahr 2016 zwischen 4.000 und 6.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei im Privatkundengeschäft. Im ersten Quartal machten sich die Kosten der Umstrukturierung mit knapp 500 Mio. Euro bemerkbar, so dass das Institut einen Fehlbetrag von 94 Mio. Euro ausweisen musste, nach einem Plus von 355 Mio. Euro im Vorjahr.

Bei der Bank rechnet man damit, dass sich Konzernumbau frühestens 2014 auszahlen soll. In diesem Jahr wird weiterhin, auch wegen der unsicheren Gesamtmarktsituation, mit hohen Belastungen gerechnet. „Die Ergebnissituation der gesamten Branche wird herausfordernd bleiben“, dies sagte Commerzbank-Chef Blessing bereits bei der vorgezogenen Hauptversammlung.

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Fazit

Mit den erwarteten Einnahmen von 2,5 aus der Kapitalerhöhung will die Commerzbank den langersehnten Befreiungsschlag bewerkstelligen und die stillen Einlagen des Staats und vom Versicherungskonzern Allianz zurückzahlen. Gleichzeitig soll sich damit die Eigenkapitalquote von zuletzt 7,5 auf 8,6 Prozent verbessern. 2014 sollen es dann 9 Prozent sein. Allerdings hat das Institut noch sehr viele Altlasten mitzuschleppen, die eine Investition in die Aktie der Commerzbank immer noch sehr riskant erscheinen lassen. Da wäre zum Beispiel das Portfolio an faulen Krediten, die in der hauseigenen „Bad Bank“ zusammengefasst sind. Daneben hat die Commerzbank weiterhin einen großen Bestand an Anleihen aus Euro-Krisenländern wie Italien oder Spanien.

Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG


6 KOMMENTARE

  1. Ich persönliche habe zu einem Kurs von 1,30 (wie sich jetzt herausstellt wohl viel zu teuer) für einen sehr geringen Betrag Commerzbank Aktien gekauft. Mit dieser kleinen Position bin ich nun irgendwie immer mittendrin und Beteiligter im ganzen Commerzbank Drama, ohne dass ich wirklich schmerzliche Verluste erleiden kann, da meine Position dafür einfach zu klein ist 🙂
    Vil. wird sich die Commerzbank irgendwann wieder fangen, um allerdings auch einen Relevanten Betrag damit zu machen, müsste sich der Kurs wohl verfünffachen 🙂

  2. @Hermans: Die Überschrift dieses Beitrages ist eigentlich rhetorischer Natur gewesen. Unsere Meinung zur Coba-Aktie ist seit Wochen und Monaten immer die gleiche 🙂 Wir haben und wir werden hier im Blog wohl nie Zocker-Aktien (zum Kauf) empfehlen, bzw. generell hier Empfehlungen aussprechen. Lediglich „Anstösse“ zum Nachdenken bzgl. Investments geben. Bspw durch Veröffenlichen von Charttechnik-Beiträgen. Für Empfehlungen sind andere „Experten“ im Netz zuhauf unterwegs. Die Börsenblogger nicht.

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