Holcim: Durchwachsenes erstes Quartal, Vontobel hebt dennoch Kursziel

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Bildquelle: Pressefoto Holcim

Die Nachrichtenlage bei Holcim (WKN 869898) hat sich durch die Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal nur bedingt gebessert. Wie wir Ende Februar bereits schrieben, steht und fällt das Erfolgsmodell mit den Schwellenländern. In den vergangenen Monaten war hier vor allem Indien schwach, weshalb auch der Kurs zuletzt negativ tendiert. Im langfristigen Trend ist die Aktie aber noch stabil nach oben unterwegs.

Der Umsatz sank im ersten Quartal um 7,2 Prozent auf 4,32 Mrd. CHF. Das operative EBITDA verringerte sich sogar um 9,5 Prozent auf 650 Mio. CHF. Nur das Nettoergebnis sprang aufgrund von Einmaleffekten von 112 auf 295 Mio. CHF. Das den Aktionären zuzurechenbare Ergebnis verbesserte sich derweil von 10 auf 187 Mio. CHF. Doch nicht nur der Verkauf einer 25-prozentigen Beteiligung an Cement Australia stand hierbei Pate, auch die Senkung der Fixkosten, v.a. auch durch das Kostensenkungsprogramm „Holcim Leadership Journey“ führte zum Anstieg des Nettogewinns, während gleichzeitig das operative Geschäft durch höhere variable Kosten belastet wurde. Man könnte also sagen, Holcim hat seine Hausaufgaben gemacht.

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Wie man am Chart sehen kann hat sich die Aktie auf Sicht von drei Jahren nur wenig von der Stelle bewegt. Dennoch verzeichnet der Titel seit rund einem Jahr eine solide Performance. Der GD200 steht nach wie vor für einen soliden Aufwärtstrend. Das 2014er-KGV liegt bei 11,2 und die Dividendenrendite bei 2,0 Prozent. Dies dürfte mit ein Grund sein, warum auch die Analysten nicht negativ für den Zementhersteller eingestellt sind. Vergangene Woche senkte die Deutsche Bank („Hold“) ihr Kursziel minimal von 69,10 auf 69,00 CHF, während S&P Equity („Hold“) ihr Kursziel von 75,00 auf 77,00 CHF erhöht hat. Diesem Vorbild folgte heute auch Vontobel. Zwar bestätigen die Analysten ebenfalls ihr „Hold“-Rating, erhöhen jedoch das Kursziel von 73,00 auf 76,00 CHF. In der Begründung dazu heißt es, dass man trotz gewisser Unsicherheiten in Indien erwartet, dass sich die Dynamik aufgrund besserer Preise, vorwiegend in den USA, und des Kostensenkungsprogramm in Lateinamerika und Europa beschleunigt. Für 2013 erwartet Vontobel ein EBITDA-Wachstum von rund 10 Prozent. Aus Sicht der Analysten sieht die Bewertung überzeugender aus als bisher, da der Aufschlag (EV/EBITDA) gegenüber den wichtigen Wettbewerbern Lafarge (WKN 850646) und HeidelbergCement (WKN 604700) von >10 Prozent auf 4 bzw. 9 Prozent zurückging.

Alles in allem ist die Aktie sicher kein Kauf. Wer aber das Stück im Depot hat, muss sich mit Gewinnmitnahmen sicher auch nicht beeilen – dazu ist die Aktie recht stabil. Vielleicht ergibt sich ja in den kommenden Monaten, je nach Konjunkturentwicklung, eine attraktive Einstiegschance bzw. die Argumente, die für die Aktie sprechen werden wieder besser.

Bildquelle: Pressefoto Holcim


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