Erste Group, Andritz, Voestalpine in einer Aktienanleihe: Selbst bei einem Crash gut geschützt

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Bildquelle: Pressefoto Erste Group © fischka.com

Aktienanleihen, denen mehrere Basiswerte zugrunde liegen, bergen in der Regel größere Renditechancen. Dafür müssen Anleger ein höheres Risiko in Kauf nehmen. Denn auch wenn nur ein Ausreißer in der Basiswert-Auswahl vertreten ist, können unter Umständen hohe Verluste die Folge sein. Daher sollten Anleger bei der Veranlagung in Multi Aktienanleihen unbedingt darauf achten, dass ein großzügiger Sicherheitspuffer eingebaut ist. Zudem sollte die Laufzeit überschaubar sein. In der Praxis hat sich bei den „Multis“ eine zwölfmonatige Periode etabliert.

Auch die neue 8,20 % Multi Protect Aktienanleihe (ISIN AT0000730007) von der Erste Group Bank läuft ein Jahr. Dem Papier liegen drei Aktien zugrunde: Neben Andritz und Voestalpine hat die Emittentin auch die eigenen Titel zu dem Basiswert-Trio gepackt.

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Wer hätte das gedacht? Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate hat sich die Aktie der Erste Group Bank im direkten Vergleich am besten entwickelt. Die Papiere von Andritz liegen trotz des jüngsten Kurssturzes noch knapp vor Voestalpine.

Die Aktienanleihe ist mit einem Kupon von 8,2 Prozent versehen, der zur Fälligkeit im Juni 2014 auf jeden Fall gezahlt wird. Zudem wird die Aktienanleihe zum Nennwert getilgt, wenn keine der drei Aktien während der Laufzeit die Barriere von 60 Prozent der jeweiligen Startwerte verletzt.

Bei der Rückzahlung ergeben sich mehrere mögliche Szenarien: Wenn die Kurse aller im Aktienkorb befindlichen Aktien stark steigen, also keiner der Basiswerte während der Beobachtungsperiode die eingezogene Barriere von 60 Prozent berührt, erfolgt die Rückzahlung zu 100 Prozent des Nennwerts in Cash und ein Kupon in Höhe von 8,20 Prozent wird ausgezahlt – der Best Case. Ein identisches Schema ergibt sich, wenn die Kurse der im Aktienkorb enthaltenen Titel lediglich gleich bleiben und wiederum die Barrieren nicht verletzt wurden.

Anders sieht es aus, wenn der Kurs von zumindest einer Aktie so stark fällt, dass die Barriere verletzt wird. Dann entspricht die Auszahlung der Wertentwicklung der schlechtesten Aktie. Angenommen, zum Ende der Laufzeit erholen sich die Kurse wieder und die schlechteste Aktie hat fünf Prozent verloren, kann der Kupon von 8,2 Prozent den entstandenen Kursverlust ausgleichen. Wenn eine Aktie am Laufzeitende stark – beispielsweise um 50 Prozent – gegenüber dem Ausgangswert verloren hat, erzielen Anleger mit der Aktienanleihe aufgrund des Kupons immerhin noch einen geringeren Verlust als mit dem Direktinvestment in der schlechtesten Aktie.

Fazit: Die Multi Protect Aktienanleihe zahlt einen Kupon von 8,20 Prozent p.a. Zudem wird das Papier zum Nennwert getilgt, wenn Andritz, Erste Group Bank und Voestalpine zu keinem Zeitpunkt 40 Prozent oder mehr verlieren.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Erste Group © fischka.com


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