ING Groep: Konzernumbau schreitet voran

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Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart

Der Finanzkonzern ING Groep zählte zu den Instituten, die nur mittels staatlicher Hilfe überleben konnten. Nach der Lehman-Pleite hat der niederländische Staat Milliardensummen aufgebracht, um das Geldhaus zu stützen. Doch die EU-Kommission hatte im Zusammenhang mit der Rettung Auflagen erlassen: Der Konzern musste sich verpflichten, sich von seinem gesamten Versicherungsgeschäft zu trennen. Allerdings zogen sich die Verkäufe hin. Anfang 2012 verwarf ING die Pläne, Versicherung und Vermögensverwaltung in Europa und Asien gemeinsam an die Börse zu bringen. Stattdessen wurden nach und nach die Töchter in Hongkong, Thailand, Macau und Malaysia verkauft.

Nun hat ING die US-Versicherungstochter an die Börse gebracht. Allerdings hat der Konzern nicht den ursprünglich anvisierten Preis erzielt. Denn die Papiere konnten nur zu 19,50 Dollar pro Stück und damit unterhalb der Spanne von 21 bis 24 Dollar an den Mann gebracht werden. Die Einnahmen liegen nur bei knapp 1,3 Mrd. Dollar statt bei bis zu 1,5 Mrd. Dollar. Doch der Druck seitens der EU war so groß, dass die Niederländer die Abspaltung dennoch durchgezogen haben.

An der Börse wurde die Abspaltung des US-Geschäfts positiv aufgenommen. Mit den jüngsten Kursgewinnen scheint die ING-Aktie einen Boden gefunden zu haben. Seit Mitte Januar befand sich der Titel in einem Abwärtstrend, der bis 5,53 Euro nach unten führte. Dort wurde zugleich ein fast seit zwölf Monaten bestehender Aufwärtstrend bestätigt, der aktuell bei 5,65 Euro verläuft. Seit Ende März erholt sich die Notiz und durchbrach kürzlich die Abwärtsgerade nach oben. Bei 6,50 Euro befindet sich nun ein durch das Zwischentief im November und das Verlaufshoch im März gekennzeichneter Widerstand, der sich durch die Verbindung mit der 200-Tage-Linie bei 6,46 Euro noch einmal verstärkt.

Vor diesem Hintergrund verspricht ein Capped Bonus-Zertifikat (ISIN DE000UA0WEX1) von der UBS gute Chancen. Das Papier wirft im Dezember 2013 eine Maximalrendite von 11,5 Prozent ab, wenn die Aktie stets oberhalb von 5,00 Euro notiert. Spekulative Naturen sollten sich einen Inline-Optionsschein (ISIN DE000SG36Q36) von der Société Générale ansehen. Das Papier ermöglicht eine Rendite von 40,1 Prozent, wenn die ING-Aktie bis einschließlich 20. September fortdauernd zwischen den beiden Kursschwellen von 4,90 und 7,70 Euro notiert. Bis zur unteren Marke hat die Notierung aktuell einen Abstand von 22,7 Prozent. Bis zur oberen Schwelle sind 21,5 Prozent Luft.

Fazit: Das Capped Bonus-Zertifikat auf die Aktie der ING Groep ermöglicht auch dann eine Rendite von 11,5 Prozent, wenn der Basiswert nur seitwärts oder sogar leicht abwärts läuft. Dafür nimmt das Zertifikat an Kursgewinnen über den Bonuslevel von 7,00 Euro hinaus nicht teil.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart


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