Solarworld-Altaktionäre sind die Gekniffenen: Verkaufen oder abwarten?

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Bildquelle: Pressebild Solarworld

Nach den ernüchternden vorläufigen Zahlen von Solarworld (WKN 510840) und den ebenfalls wenig erfreulichen Aussagen zur finanziellen Restrukturierung des einstigen TecDAX-Stars zeichnet sich immer mehr ab, dass die Altaktionäre die am schlimmsten getroffenen sind. Guter Rat ist hier teuer.

Wenn es nach dem Unternehmen geht, habe man als Anleger ja noch Gelegenheit zu überlegen, ob man in der aktuellen Situation verkauft oder nicht – so zumindest die IR-Abteilung gegenüber einer Anlegerin, die sich bei uns gemeldet hat. Eine Sonderbehandlung für Kleinanleger soll es im Rahmen der Unternehmensrettung nicht geben. So oder so: allzu lange sollte man sich für eine Entscheidung nicht Zeit lassen. Derzeit wird kolportiert, dass ein Investor aus Katar als Retter bereit steht. Näheres soll aber erst im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung bekannt gegeben werden. Bis dahin dürfte sich der Aktienkurs aber nicht mehr erholen, denn der angekündigte Kapitalschnitt von 95 Prozent ist ein Schlag ins Kontor. Anleihegläubiger kommen dagegen mit dem geplanten Schuldenschnitt davon und werden anschließend durch den Debt-to-Equity-Swap wieder am Unternehmen beteiligt.

Kritik kommt aktuell von Seiten der Aktionärsschützern. Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW, kritisiert neben der Informationspolitik auch die massiven Einschnitte für Anleger und kündigte seine Unterstützung an: „Hier werden wir alles daran setzen, die Blockadepolitik aufzubrechen und betroffenen Investoren zu helfen. Entscheidend wird sein, dass betroffene Anleger sich zusammenschließen, um gegenüber den Unternehmen mit einer Stimme zu sprechen“. Und mit Blick auf den Sanierungsplan erklärt Tüngler: „Dieser Plan entbehrt jeglicher strategischen Grundlage. Die Reduzierung der Schulden- und Zinslast alleine kann nicht ausreichen. Das ganze Geschäftsmodell gehört auf den Prüfstand, da es augenscheinlich nicht funktioniert.“

Doch wie genau die Kapitalmaßnahmen überhaupt funktionieren, ist offen. Daher ist eine realistische Einschätzung über den künftigen Wert der bisherigen Aktien schwierig. Analysten nennen aktuell Kursziele zwischen 0,08 Euro (Warburg Research) und 0,50 Euro (Independent Research), raten aber jeweils zu verkaufen. Für Altanleger ist das ein schwacher Trost – diese haben auf dem aktuellen Kursniveau so oder so einen Großteil ihrer Investments verloren – egal zu welchem Kurs die Aktien nach dem Kapitalschnitt gehandelt werden. Das trifft auch Solarworld-Gründer und -Chef Frank Asbeck. Doch dieser dürfte auch nach der Kapitalmaßnahme eine bedeutende Rolle bei Solarworld spielen – egal wieviel Prozente ihm dann noch gehören. Normale Altaktionäre können also nur noch ihren Verlusten ins Auge schauen. Derzeit wissen sie mit Blick auf den Kurszettel zumindest genau, wie hoch diese sind. Wieviel ihre Aktien dann noch Wert sind, wenn die Kapitalmaßnahmen en Detail bekannt sind, steht in den Sternen. Und bis dahin könnte man mit dem Restgeld ja schon wieder anderswo Gewinne eingefahren haben. Bei Dow Jones & Co grüßen die Allzeithochs…

Bildquelle: Pressebild Solarworld


5 KOMMENTARE

  1. Wisst Ihr überhaupt, was für einen Blödsinn ihr schreibt??? Vor jeglicher Äußerung ist erst mal das Gehirn einzuschalten!!! wie soll denn bitteschön ein Altaktionär mit derzeit 93 % Verlust „mit dem Rest noch Gewinne einfahren“???? ich bin seit Anfang 2011 dabei und mit den restlichen 73 € Aktienwert (und hier gehen beim Verkauf dann noch die Tradegebühren ab) kann man wohl kaum „Gewinne machen“, oder habe ich da was überlesen???

  2. Naja, manch einer hatte auch deutlich größere Positionen und da besteht auch nach Abzug der Tradegebühren noch die Chance etwas aus dem Rest zu machen… ansonsten, bevor garnix mehr da ist, hat sich schon so mancher mit nem Kasten Bier über seine Verluste gerettet. Aber bei 73 Euro Rest ist das mit dem „Gewinne machen“ in der Tat etwas schwierig.

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