Solarworld versucht es mit Schuldenschnitt und Umwandlung in Eigenkapital, Aktionären droht Kapitalschnitt

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Bildquelle: Pressebild Solarworld

Gestern kamen die ernüchternden vorläufigen Zahlen von Solarworld (WKN 510840). Heute nun folgen die Aussagen, wie es in Sachen Überschuldung weitergehen soll. Kern ist ein Schuldenschnitt und eine Umwandlung in Eigenkapital. Für Aktionäre ein Trauerspiel, denn diesen droht ein Kapitalschnitt.

In einer Mitteilung heißt es:

Die SolarWorld AG hat mit Schuldscheingläubigern, welche ca. 80 Prozent der ausstehenden Forderungen unter den Schuldschein vertreten, ein gemeinsames Verständnis über die wirtschaftlichen Eckpunkte eines Konzepts zur Restrukturierung ihrer Finanzverbindlichkeiten erzielt. Diese vorläufige Einigung steht derzeit noch unter allseitigem Gremienvorbehalt. Vorgesehen ist ein deutlicher Schuldenschnitt, welcher der Gesellschaft eine Reduzierung ihrer langfristigen Verbindlichkeiten um ca. 60 Prozent ermöglicht. Als ein weiterer Baustein soll einer außerordentlichen Hauptversammlung der SolarWorld AG eine Kapitalherabsetzung um ca. 95 Prozent verbunden mit einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage vorgeschlagen werden (sog. Kapitalschnitt). Im Rahmen der Kapitalerhöhung ist beabsichtigt, einen wesentlichen Teil der existierenden Finanzverbindlichkeiten (ca. 60 Prozent) durch Umwandlung in Eigenkapital abzulösen (Debt-to-Equity-Swap).

Die Gläubiger der beiden Anleihen (ISIN XS0478864225 und ISIN XS0641270045) sollen in allen wesentlichen Belangen mit den übrigen unbesicherten Finanzgläubigern der Gesellschaft gleich behandelt werden. Zur bestmöglichen Berücksichtigung der Interessen der Anleihegläubiger werden in Kürze Gläubigerversammlungen einberufen, damit die Anleihegläubiger jeweils einen gemeinsamen Vertreter bestellen können.

Wie gestern bereits geschrieben stehen deutsche Solar-Anleger vor den Trümmern ihrer Investments. Nach dem Kapitalschnitt verlieren sie einen großen Teil ihrer Beteiligung und profitieren damit selbst im Falle einer Erholung des Unternehmens nur noch bedingt davon. Ein Grund den Realitäten ins Auge zu sehen und sich auf andere Anlagen konzentrieren.

Bildquelle: Pressebild Solarworld


5 KOMMENTARE

  1. Groteskes Schauspiel. Ich fühle mich um mein Geld betrogen, Asbeck hätte die Produktion einfach viel früher schon in den fernen Osten verschieben sollen. Deutschland sollte ein Entwicklungsstandort sein und kein Produktionsstandort.

  2. Tja, da kann auch ein Einstieg von Buffet in die Branche nicht mehr helfen 😉

    Vom Modell des „Bail-In“ bzw. Debt-To-Equity-Swap bin ich aber sehr überzeugt – wird ja in den Staaten als Chapter Eleven schon seit Jahrzehnten so gemacht.

    Sollte meiner Meinung auch bei uns in ein Gesetz gegossen werden – nicht nur bei Finanzinstituten 😉

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