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Nouriel Roubini erwartet weitere heftige Börsenrückschläge
28. Januar 2009 von Marc Schmidt | kein Kommentar
Unter den Ökonomen gibt es bekanntlich solche und solche. Damit meine ich solche die mit ihren Prognosen richtig liegen und solche die weniger treffsicher sind. Zu erstern gehört zweifelsohne der US-Ökonom Nouriel Roubini. Bei der FAZ wurde heute ein sehr aufschlussreiches Interview mit dem Professor der New Yorker Stern School of Business veröffentlicht. Demnach erwartet Roubini für die Zukunft weitere heftige Börsenrückschläge.
Gleich zu Beginn des FAZ-Gesprächs schockt er die Leser mit der dramatischen Prognose für 2009:
“Ich denke, die Kurse könnten global noch weitere 20 Prozent fallen.”
Was Anleger angesichts dieser Prognose tun sollen:
“Ihr Geld kurzfristig parken.”
Als Begründung für diesen drastischen Ausblick nennt er seine jüngste Studie zu den US-Märkten. Demnach stehen besonders den Finanzkonzernen sehr schlechte Zeiten mit bedrohlich hohen Abschreibungen bevor.
“Wir gehen im Moment davon aus, dass sich die Summe der Ausfälle auf mehr als 3 Billionen Dollar belaufen wird, die Hälfte davon bei Banken. Das gesamte System ist insolvent, da die Verluste größer sein werden als die Kapitalbasis.”
Eine Rettung für das System sieht er in den derzeitigen Nullzins- bzw. Niedrigzinsprogrammen der Notenbanken, den fiskalpolitischen Stimulierungen durch Rettungsmaßnahmen und eine Konsolidierung im Banken- und Finanzsektor.
“In einem komplizierten Prozess müssen gute von schlechten Vermögenswerten getrennt und die guten Unternehmen der Branche müssen ausreichend rekapitalisiert werden.”
Für den US-Haushalt erwartet Roubini angesichts der Rettungsmaßnahmen aber weiterhin Land unter:
“Ich gehe davon aus, dass das Budgetdefizit bei 2 Billionen Dollar liegen kann.”
Ebenfalls als sehr wichtig erachtet er für die Überwindung der Krise die Umstellung der Vergütungsstrukturen im Finanzsektor sowie die deutliche Verbesserung beim Risikomanagement und Controlling in diesem Sektor.
Das Ganze sind wirklich keine beruhigenden Aussichten. Wer bisher noch nicht so viel von Roubini gehört hat sei auf die Website seines Beratungsunternehmens Roubini Global Economics LLC, rgemonitor.com, verwiesen. In seinem dortigen Blog findet man auch jede Menge Beiträge und Videos mit Interviews von und mit ihm. Fast durchweg sehenswert.
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Info zum Beitrag
geschrieben am Mittwoch, den 28. Januar 2009 um 16:05 Uhr
Kategorien: Marktgeschehen
Tags: Abschreibungen, Ökonomie, Banken, Finanzkrise, Kursrückgang, Nouriel Roubini, RGE Monitor
















