NOK/EUR – Es bieten sich wieder Chancen – Konjunkturlage und Zentralbank liefern Argumente

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Bereits seit 1875 besteht die norwegische Krone und ist auch heute noch die aktuelle Währung im skandinavischen Staat. Nun nach den jüngsten Kursverlusten gegenüber der europäischen Einheitswährung bieten sich wieder günstige Einstiegsmöglichkeiten.

Am Devisenmarkt heißt es, dass die Fluchtbewegung der Anleger in die bekannten Währungen, wie das japanische Yen, dem Greenback aus den USA oder dem Cable, verloren gegangen ist. Ein gleiches Bild erhält man, sieht man sich die Entwicklung zum Schweizer Franken an, der aufgrund der strikten Geldpolitik der schweizer Notenbank nur bedingt Spielraum für Spekulationen gibt.

So rutschen also alternative Devisenpaare in den Vordergrund, wobei die norwegische Krone hier besonders attraktiv erscheint. Die aktuellen Konjunkturaussichten Norwegens sehen viel versprechend aus. In 2011 konnte ein BIP-Wachstum von 1,45%, in 2012 von 3,5%  erreicht werden. Für 2013 wird eine Wachstumsrate von 2,8% und für 2014 dann sogar von 3,5% prognostiziert. Für die skandinavischen Partnerstaaten Dänemark und Schweden hingegen sagt die „DanskeBank“, welche die größte Bank Dänemarks ist, für 2013 lediglich ein Wachstum von 0,4% bzw. 1,7% voraus. Der Eurozone selbst traut man in 2013 noch kein BIP-Wachstum zu und rechnet fürs darauf folgende Jahr mit einem geringen Wachstum von 1,2%.

Somit steht, rein auf die nackten Zahlen bezogen, Norwegen im Vergleich mit seinen nordischen Nachbarländern, aber auch der Währungsunion am besten dar. Ebenso ist man mit einer Arbeitslosenquote von nur 3,1% weit davon entfernt, was die momentanen Verhältnisse der Staaten in der europäischen Südperipherie anbelangt.

Ein weiteres starkes Argument für Kursfantasien ist die sehr gut aufgestellte Leistungsbilanz Norwegens. Im internationalen Vergleich unter allen souveränen Staaten der Welt liegt Norwegen zurzeit auf einem erstaunlichen 8. Platz. Mit einem Leistungsbilanzüberschuss von aktuell 37.717.530.000 NOK befindet man sich hier wieder im Aufwärtstrend, was das Währungspaar zugunsten der norwegischen Krone weiter stützen sollte.

Ebenso ist Norwegen momentan auf Platz fünf der wichtigsten Ex-und Importpartner der Europäischen Union. Die stärksten Handelspartner des skandinavischen Staates sind weiterhin China die USA, sowie Kanada.

Zentralbanken spielen eine Rolle

In der kommenden Woche, am Donnerstag den 02.Mai, tagen wieder die Währungshüter der EZB, um über den weiteren Leitzins innerhalb der Europäischen Union zu verhandeln. Aufgrund des schlechten IFO Index der vergangenen Woche, sowie der Tatsache, dass selbst die Wachstumslokomotive Deutschland mittlerweile langsamer fährt, werden die Stimmen lauter, die eine weitere Zinssenkung Seitens der EZB von aktuell 0,75% auf den historischen Tiefstand von 0,50% fordern. Laut Medien ergibt sich mittlerweile eine Mehrheit der 23 Währungshüter, die einer solchen Zinssenkung positiv gegenüberstehen. Alleine diese Tendenz dürfte den Euro bis dahin weiter unter Druck setzen, da auch inflationäre Entwicklungen bisher noch nicht zu beobachten sind. Generell gibt es daher momentan mehr sog. „Tauben“ im EZB-Ausschuss, also Abgeordnete die ihre Aufgabe mehr darin sehen die Wirtschaft anzukurbeln als den Preis stabil zu halten.

Sollte es am Donnerstag dann wirklich so kommen, wird dies dem Euro weiteres Abwärtspotential verleihen, sodass ein zusätzlich starkes Argument für eine steigende norwegische Krone geliefert wird.

Somit würde ich im letzten Kursrutsch auf aktuell 0,13115 Euro pro norwegische Krone eher eine Chance zum Einstieg sehen. Beobachten würde ich den Kurs vor allem bis zu einem Niveau bis 0,126 NOK/EUR an dem dieser in 2011 mehrmals gestoßen ist und sich hier somit ein langfristiger Widerstand gebildet hat. Dies würde einem Kursrückgang von ca. 3,92% entsprechen.

Im Fazit: Aufgrund der immer noch problematischen Lage Europas mit vielen Problemstaaten, wie Malta, Belgien oder auch Frankreich wird der Euro sicher auch zukünftig unter Druck geraten. Die guten fundamentalen Daten Norwegens, sowie die anstehende EZB-Sitzung tun ihr übriges hinzu. Somit ergibt sich mittelfristig deutliches Aufwärtspotential für eine sichere Währung, die ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft hat!

Einen guten und hoffentlich sonnigen Start in die Woche!

Ihr Andreas Meyer

Andreas Meyer ist momentan Student der internationalen Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzen in Frankreich. Dadurch erlernt er das Funktionieren von Unternehmen, sowie der Finanzmärkte im generellen von der Pike auf. Mit dem weltweiten Geschehen an den Börsen beschäftigt er sich jedoch bereits  seit seinem 16. Lebensjahr. Praktische Erfahrungen konnte er schon im Derivategeschäft, sowie im Asset Management gewinnen. Des Weiteren hat Andreas Meyer neben dem Studium mit der Gründung von A.M. Capital Research den Weg in die Selbstständigkeit angetreten. A.M. Capital Research beschäftigt sich professionell mit der Analyse der Finanzmärkte und von Unternehmen im Einzelnen speziell mit dem Schwerpunkt aufs „Value-Investing“.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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